24.01.2021 - 10:45 Uhr
AmbergOberpfalz

BBV-Kreisverband Amberg-Sulzbach informiert über Düngeverordnung

In Coronazeiten ist die Online-Schiene für den BBV-Kreisverband Amberg-Sulzbach der wichtigste Weg, mit den Mitgliedern Kontakt zu halten. Und bei denen ist das Interesse groß.

Wolfgang Wittmann vom AELF Amberg-Sulzbach informierte Landwirte online über die neue Düngegesetzgebung.
von Externer BeitragProfil

Der Kreisverband Amberg-Sulzbach des Bayerischen Bauernverbandes hält in der Corona-Pandemie mit Online-Konferenzen den Kontakt zu seinen Mitgliedern. Die beiden vergangenen Veranstaltungen beschäftigten sich schwerpunktmäßig mit der KULAP-Antragstellung und der Düngeverordnung 2020. Wolfgang Wittmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) erörterte dabei die umfassende Novellierung der Düngegesetzgebung, in der neben der neuen Düngeverordnung (DüV) für bestimmte Betriebe zusätzliche Vorgaben zum Inverkehrbringen von Wirtschaftsdüngern oder zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz relevant sind.

Die roten Gebiete seien im Amberger Bereich zwar deutlich weniger geworden, aber die dafür geltenden Vorgaben deutlich weitreichender als die bisherigen. Für die betroffenen Landwirte in den roten Gebieten finden noch zwei spezielle Online-Infoveranstaltungen statt (jeweils von 19.30 bis 21.20 Uhr): am Donnerstag, 28. Januar, für den Raum Hahnbach und am Donnerstag, 4. Februar, für Landwirte, die Flächen im Raum Haag, Lintach und Thanheim bewirtschaften. Dabei werde das Wasserwirtschaftsamt Weiden auch die Grundlagen der Gebietsausweisung aufzeigen und das AELF werde intensiv auf die zusätzlichen Auflagen eingehen.

In den gelben Gebieten - so eingestuft sind fast zwei Drittel der Fläche des Landkreises - müssten bei der Ausbringung von phosphathaltigen Düngemitteln zwei Maßnahmen berücksichtigt werden, die das Abschwemmen von Nährstoffen in die Gewässer und die Erosion effektiv mindern: erweiterte Gewässerabstände sowie verpflichtender Zwischenfruchtanbau oder Stoppelbrache vor Sommerungen.

Die rot und gelb eingestuften Flächen und der prozentuale Anteil an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) eines Betriebes könnten von jedem Landwirt im zugangsgeschützten Bereich von iBALIS eingesehen werden, ebenso die betroffenen Flächen im öffentlich zugänglichen Kartenviewer Agrar und in der Feldstückskarte.

Wittmann wies eindringlich auf die geforderte Dokumentation jeglicher durchgeführter Düngungsmaßnahmen mit eindeutiger Bezeichnung sowie Größe des Schlages oder der Bewirtschaftungseiheit mit Art und Menge der aufgebrachten Düngemittel hin, die innerhalb von zwei Tagen erfolgen müsse. Ausführlich informierte er zu den Änderungen für die Antragstellung zum KULAP, die bis zum 24. Februar online erledigt sein muss. Während für den Vertragsnaturschutz nach wie vor eine Verpflichtung für fünf Jahre besteht sind es bei KULAP nur mehr zwei.

Simon Lösch berichtete davon, dass die Geschäftsstelle zwar bis mindestens Ende Januar geschlossen bleibt, Agrar- und Sozialberatung könne aber trotzdem per Telefon oder digital stattfinden. BBV-Kreisobmann Peter Beer ermunterte dazu, diese Angebote zu nutzen, sich aber auch selbst in die Arbeit einzubringen, "denn ein starker Verband lebt von vielen Mitgliedern, von deren Meinungen und dem Austausch untereinander". Wer sich nicht optimal vertreten sehe, der habe bei den Wahlen 2021/22 die Gelegenheit, sich verstärkt einzubringen.

Info:

Auflagen in roten Gebieten

Vorgeschrieben sind laut Wittmann:

  • Reduzierung der Stickstoffdüngung um 20 Prozent
  • verpflichtender Zwischenfruchtanbau vor Sommerungen
  • Schlagbezogene Obergrenze von 170 kg N/ha
  • Jahr durch Wirtschaftsdünger
  • Verbot der Sommer-/Herbstdüngung auf Ackerland mit Ausnahme von Zwischenfrüchten zur Futternutzung und Winterraps bei niedrigen Bodenstickstoffgehalten
  • Verlängerung der Sperrfrist für Grünland um einen Monat auf 1.Oktober bis 31.Januar
  • Verlängerung der Sperrfrist für Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost um sechs Wochen auf 1.November bis 31.Januar
  • Auf Grünland dürfen nach dem 1. September maximal 60 (statt 80) kg N/Hektar aus flüssigen organischen Düngemitteln ausgebracht werden
  • Betroffene Landwirte sind zu einer Untersuchung von Bodenstickstoff und Wirtschaftsdünger verpflichtet.

Mehr zur neuen Düngeverordnung

Amberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.