15.03.2019 - 19:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners wird richtig teuer

Vor fünf Jahren kannten den Eichenprozessionsspinner nur Naturliebhaber. Inzwischen ist das Tierchen dank Klimaerwärmung zur Plage und seine Bekämpfung ein Problem geworden.

So sieht er aus, der Eichenprozessionsspinner. Gegen die Härchen der an sich harmlosen Raupe reagieren sehr viele Menschen allergisch.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Der Eichenprozessionsspinner ist ein ständig wachsendes Problem. Um die Menschen vor den aggressiven Härchen des kleinen Wurms zu schützen, müssen inzwischen Sportplätze und Parks gesperrt werden, geben die Gemeinden immer mehr Geld für seine Bekämpfung aus. Beispiel Stadt Amberg: Hier fielen Raupen des Eichenprozessionsspinners erstmals 2014 auf einzelnen Stieleichen bei Speckmannshof und Ammersricht auf.

So steht es im Konzept zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in der Stadt Amberg geschrieben, das Bernhard Frank vom Sachgebiet Grünplanung und Landespflege des städtischen Baureferats verfasst hat. Darin ist detailliert aufgelistet, wie sich der Schädling im Lauf der vergangenen Jahre rasant im Stadtgebiet vermehrt und zu immer höheren Bekämpfungskosten geführt hat. Waren es 2014 noch 592,62 Euro gewesen, die aus dem städtischen Haushalt dafür aufgewendet werden mussten, so betrug die Summe 2015 bereits 1745,25 Euro. 2016 waren es dann 2842,59 Euro und 2017 schließlich 5962,79 Euro.

Explodieren ließ der warme und trockene Sommer 2018 die Population des Eichenprozessionsspinners. Und damit verbunden auch den finanziellen Aufwand seiner Bekämpfung: 40 502,42 Euro wandte die Stadt Amberg 2018 auf, um der Plage Herr zu werden, wie Kämmerer Franz Mertel am Donnerstag im Hauptausschuss sagte. Nun hatte man zwar bei den Haushaltsberatungen beschlossen, die erforderlichen Mittel auch weiterhin aus dem laufenden Haushalt zu nehmen, doch hat inzwischen das neue Amt OB.30 Zentrale Dienste beantragt, pauschal 60 000 Euro dafür zur Verfügung zu stellen.

Pauschale Veranschlagungen sind aber laut Mertel nach den Grundsätzen des gültigen Haushaltsrechts gar nicht möglich. Und da in dieser Summe auch noch weitere Kosten enthalten sind, schlug der Kämmerer vor, Geld an verschiedene Haushaltsstellen zu geben. Und so erhalten Betriebshof, Stadtkammerwald, Bestattungswesen, Schulen und Grünanlagen auf der Basis des Konzepts zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners insgesamt 45 000 Euro. Die Deckung erfolgt aus der Haushaltsreserve. Die vorbeugenden Bekämpfung soll im April begonnen werden, die Akutbekämpfung erfolgt im Zeitraum Mai bis September.

Eine vorbeugende Maßnahme, um die Ausbreitung des Spinners schon im Frühstadium zu verhindern, ist laut Konzept das Spritzen sogenannter Biozide, von sogenannten Häutungshemmern, die die Larven mitten im Entwicklungsstadium behindern. Bereits im Vorjahr, so schreibt Bernhard Frank, habe man mit dem Ausbringen von Neem Protect, einem ökologische Pestizid auf Basis eines Tropenbaums, sehr gute Erfahrungen gemacht.

Ist der Spinner aber erst einmal da, hilft nur noch beseitigen. Dabei können die Gespinste der Tiere hauptsächlich abgesaugt oder abgefackelt werden - zwei inzwischen gängige Methode. Im Extremfall, so heißt es im Konzept, bleibt nur noch die Fällung einzelner betroffener Bäume. Ausgestattet mit dem entsprechenden Konzept werden nun die Ämter der Stadt Amberg daran gehen, die Bäume im Vorfeld zu behandeln, tatsächlichen Befall zu erkennen und zu beseitigen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Brennpunkten, die häufig von Menschen besucht werden wie Spielplätze, Schulen, Sportanlagen oder das Hochermühlbad.

"Können sich denn gegen eine entsprechende Kostenbeteiligung auch Privatpersonen anschließen?", wollte Helmut Wilhelm in der Sitzung wissen. Nein, so der Stadtkämmerer, das ist nicht möglich. "Denn wir kaufen die Leistung ja auch von privaten Firmen ein."

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