19.09.2019 - 17:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Bergwirtschaft in Amberg auch im Bauausschuss Thema

An einem Thema kommt derzeit niemand vorbei: der Bergwirtschaft. Auch der Bauausschuss beschäftigt sich damit. Fazit der Sitzung am Mittwoch: Das Verständnis für die IG Unser Berg geht bei allen Parteien inzwischen sehr stark gegen Null.

Der Zugang zur Terrasse der Bergwirtschaft, von der man unbestritten einen herrlichen Blick auf die Stadt Amberg hat. Den können die Menschen auch nach dem Umbau genießen, versichert Baureferent Markus Kühne. Sogar besser, als es bisher möglich war.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

"Für mich ist es unverständlich, dass das Projekt infrage gestellt wird", sagte beispielsweise Michaela Frauendorfer (CSU) am Mittwoch in der Sitzung des Bauausschusses. In der erläuterte außerhalb der eigentlichen Tagesordnung Baureferent Markus Kühne noch einmal das Modell und die Pläne, beantwortete noch offene Fragen und räumte mit Gerüchten auf. Ausgangspunkt der jetzigen Planung sei es gewesen, so Kühne, nicht noch einen Anbau an den Anbau zu setzen. "Wir wollten keine Addition der Addition."

Ziel war es laut Kühne vielmehr, das alte Mesnerhaus durch einen in den Berg hineingeschobenen Anbau architektonisch hervorzuheben. "Es ist etwas morbide dort oben", schildert Kühne den Hintergrund der ursprünglich von der Kirche angeschobenen Sanierung. Für die Besucher des Bergs habe sich dadurch aber die Gelegenheit ergeben, im neuen Anbau eine öffentliche und barrierefreie Toilettenanlage zu integrieren. Für Besucher der Bergwirtschaft, der Bergkirche oder Spaziergänger von außen frei zugänglich.

Es wurde gebohrt

Tatsächlich gab es droben am Berg die Probebohrungen, die von der IG Unser Berg auf ihrer Homepage sosehr thematisiert werden. Im Zuge der Planung, wie Markus Kühne erläuterte, hätten diese Voruntersuchungen gemacht werden müssen. Wegen der etwas problematischen Geologie des Mariahilfbergs, die am Kirchengebäude bereits zu einem umfangreichen Rissbild gesorgt hat, sei es auf Basis der Bohrungen zu einer Umplanung des Anbaus gekommen, um die Statik der Kirche nicht zu beeinflussen. Damit beantwortete Kühne gleichzeitig die Frage von Hans-Jürgen Bumes (Grüne), ob sich die Planung in den vergangenen Monaten verändert habe.

Amberg

Planung steht seit Mai

Im Vergleich zum Oktober 2018, als die ersten Entwürfe vorlagen, schon - eben auf Basis der Voruntersuchungen. Seit Mai 2019, als der Bauausschuss erneut umfassend informiert worden war, aber nicht mehr. "Im Oktober 2018 war der Saal noch etwas kleiner und näher an der Kirche dran", erläuterte Kühne und rechnete vor, dass laut Planung die Anzahl der Sitzplätze von heute 380 (laut Homepage Bergwirtschaft) auf dann knapp 560 steigen werde. Wobei da auch die Terrasse mit 273 Plätzen gezählt werde, die aber nur im Sommer genutzt werden könne.

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Und was ist, wenn es brennt? Schlimmstenfalls während des Bergfestes? Auch das wollte Hans-Jürgen Bumes wissen. Die Antwort: Nichts anderes, als heute auch schon. "Die Feuerwehr muss auch heute schon zur Bergwirtschaft fahren können", sagte Kühne. Egal, ob da nun vorne am Parkplatz das Bergfest sei oder nicht. Aber die Mitglieder der IG Unser Berg hätten im Bauamt keine umfassende Einsicht in die Planungen bekommen, bemängelte Dieter Amann (SPD). Erstens, so Baujuristin Jasmin Hannich, dürfe das Amt Privatleuten - und darum handle es sich juristisch um die Mitglieder der IG - nicht einfach alle Unterlagen zeigen. Und zweitens habe es trotzdem zwei lange Termine mit Vertretern der IG gegeben, in denen ihnen das Projekt ausführlich erläutert worden sei.

Langes Gespräch

Auch mit ihr habe es ein langes Gespräch gegeben, ergänzte Stadtheimatpflegerin Beate Wolters, die überhaupt kein Verständnis aufbringt für die IG Unser Berg. Wolters, anerkannte Kämpferin für die Belange des historischen Amberg, sieht den Denkmalsschutz gewährleistet und den Neubau harmonisch in den Berg gefügt. Und was passiert, wenn der Investor abspringt?, wollte Klaus Mrasek (ÖDP) wissen. Dann, so habe die Kirchenverwaltung schon signalisiert, müsse die Bergwirtschaft nach Ablauf des Pachtvertrags erst einmal zugesperrt werden.

Kommentar:

Meist steckt nur Neid dahinter

Wer sich in den Sozialen Medien – beispielsweise Facebook – nach den Reaktionen zum Thema Bergwirtschaft erkundigt, stellt sehr schnell zwei Dinge fest. Da ist zum einen der Ton, der in der Diskussion herrscht. Rau und unsachlich ist er meist, oft sehr persönlich. Und dann fällt auf, dass diejenigen, die gegen die Sanierungspläne für die Bergwirtschaft sind, in den meisten Fällen nur sehr unzureichend oder falsch – oder überhaupt nicht – informiert sind. Da ist von Massentourismus die Rede, von schwarzen Klötzen, die der angeblich dafür bekannte Architekt Georg Zunner dort errichten wird, und von Lärmorgien, die uns Amberger nächtelang nicht schlafen lassen. Mit ein bisschen Willen zur Information würden solche Behauptungen nicht aufgestellt. Doch einfacher und vielleicht auch befriedigender ist es wohl, irgendetwas zu behaupten, ohne es belegen zu müssen. Dank Facebook und Co. ist das ja möglich. Dabei steckt meist nur Neid hinter solchen Aussagen. Neid auf Menschen, die mehr Geld haben als man selbst. Und das ist traurig.

Andreas Ascherl

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