18.10.2019 - 16:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Besser unterwegs auf Kernwegen

Gebenbach, Hahnbach, Hirschau und Poppenricht haben bereits profitiert davon. Nun sind Edelsfeld, Freihung und Vilseck an der Reihe. Ab 2022 sollen Schnaittenbach und Freudenberg folgen. Die Rede ist vom AOVE-Kernwege-Ausbau.

Einer von bereits mehreren fertiggestellten Kernwegen – die Verbindung von Poppenricht zum Amberger Stadtteil Schäflohe. Mittel für solche Maßnahmen stellt auf Betreiben der AOVE das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz mit Sitz in Tirschenreuth zur Verfügung. Als zweite Maßnahme aus diesem Topf lief ebenfalls in der Gemeinde Poppenricht die Straße von Häringlohe in Richtung Siebeneichen bis zur Stadtgrenze von Sulzbach-Rosenberg.
von Externer BeitragProfil

Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz hat drei weitere Verfahren zur Umsetzung des AOVE-Kernwegenetz-Konzepts eingeleitet und stellt dafür rund 3,3 Millionen Euro Fördermittel in Aussicht. Damit sollen in der Stadt Vilseck, der Marktgemeinde Freihung und der Gemeinde Edelsfeld vorhandene landwirtschaftliche Wege und Straßen als interkommunales Kernwegenetz verwoben werden.

Die rasante Entwicklung in der Landtechnik mit größeren, schwereren Transport- und Erntemaschinen sowie höheren Fahrgeschwindigkeiten überfordern vielfach das ländliche Wegenetz, heißt es aus dem AOVE-Büro in Hahnbach. Zudem drängen immer mehr Radfahrer und Spaziergänger, aber auch Autofahrer auf früher rein landwirtschaftlich genutzten Wege. Ein großer Teil der ländlichen Wege und Straßen weise erhebliche Schäden auf.

Die bayernweite Initiative zur Ertüchtigung ländlicher Kernwege hat demnach den Ausbau eines zukunftsfähigen Netzes landwirtschaftlicher Hauptwirtschaftswege zum Ziel. Die Kommunen werden von den Ämtern für Ländliche Entwicklung unterstützt - von der Planung über die Bodenordnung und die Finanzierung bis zur baulichen Umsetzung.

Das Konzept zum ländlichen Kernwegenetz im AOVE-Gebiet hat die BBV-Landsiedlung in enger Zusammenarbeit mit allen AOVE-Kommunen, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der landwirtschaftlichen Berufsvertretung, der Unteren Naturschutzbehörde und den Tourismusverbänden erarbeitet. Der Ausbau findet auf bestehenden Trassen statt, um den Flächenverbrauch und mögliche Eingriffe in den Naturhaushalt gering zu halten. Zudem wird bei alledem auf eine geregelte Wasserführung geachtet, bei der das Oberflächenwasser in der Fläche zurückgehalten wird. Der Grunderwerb liegt in der Verantwortung der Kommunen und soll auf freiwilliger Basis erfolgen.

Das Konzept "Ländliches Kernwegenetz AOVE" wurde 2015 für alle neun AOVE-Kommunen erstellt. Umgesetzt wird es durch mehrere Verfahren der Ländlichen Entwicklung, die zeitlich gestaffelt eingeleitet werden. Bereits Ende 2015 wurde das erste Verfahren zur Ertüchtigung des Kernwegenetzes für Gebenbach, Hahnbach, Hirschau und Poppenricht angeordnet. Hier wurden bereits 50 Prozent (circa 4,5 Kilometer) der geplanten Kernwege fertiggestellt. In den jetzt angeordneten Verfahren sollen rund neun Kilometer Wege ausgebaut werden. Beabsichtigt ist, 2022 zwei weitere Flurneuordnungsverfahren für Kernwege in Freudenberg und Schnaittenbach anzuordnen.

Das Stichwort:

Kernwege und ihre Bedeutung

Früher gebaute Wege sind maximal drei Meter breit und häufig nur auf fünf Tonnen ausgelegt. Sie entsprechen damit in keiner Weise mehr den Anforderungen moderner Landtechnik. Dazu kommt, so das Amt für Ländliche Entwicklung, dass für die Landwirte der orts- und gemeindeübergreifende Transportbedarf und die Bewirtschaftung von weiter entfernten Pachtflächen immer bedeutender werden. Deshalb erarbeiten kooperierende Gemeinden in über der Hälfte der rund 110 Integrierten Ländlichen Entwicklungen in Bayern Kernwegenetzkonzepte mit weiträumigen Lösungen (hier die AOVE). Die Konzepte berücksichtigen auch Rad- und Wanderwege für Erholungssuchende. Durch leistungsfähige Verbindungen in der Flur werden vor allem Dörfer von landwirtschaftlichem Schwerlastverkehr entlastet.

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