27.06.2021 - 11:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Beten ja, Bier nein: Das denken die Amberger über das Bergfest 2021

Der weltliche Teil fällt komplett aus. Zu den Gottesdiensten dürfen maximal 56 Gläubige. Diese Bergfestwoche ist wie schon im Vorjahr anders. Die Menschen zieht es trotzdem hinauf zur Wallfahrtskirche. Aus den unterschiedlichsten Gründen.

Nur rund 40 Gläubige kamen am Samstag zum Eröffnungsgottesdienst mit Weihbischof Reinhard Pappenberger. Wegen der Corona-Auflagen wären viel mehr Besucher ohnehin nicht erlaubt gewesen – maximal 56.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Die Bergfestwoche 2021 ist eröffnet! Vor 40 Gläubigen – maximal 56 sind wegen der Corona-Auflagen in der Kirche erlaubt – zelebrierte Weihbischof Reinhard Pappenberger am Samstagabend einen Gottesdienst, in dem er sagte, dass es das Gotteshaus ist, das die Menschen auf den Berg ziehen lässt. Und nicht etwa weltliche Genüsse. Die Pandemie sorgte davon, dass das Fest "auf das Wesentliche" reduziert werde - den Glauben an Gott.

Polina Braun (26) aus Amberg und ihr Freund Markus Rauch (24) hätten gerade das Miteinander nach der Messe gern in einem der Zelte genossen. Zumal die beiden mit einer Freundin aus Ingolstadt unterwegs waren, um ihr den Berg zu zeigen. „Es ist schon schade, dass hier keine Zelte und Bänke stehen“, sagte Markus Rauch und erklärte, warum er das so sieht: „Das Bergfest ist ein Fest, das Amberg überhaupt erst zu Amberg macht. Ein wichtiger Teil unserer Geschichte. Man trifft hier Gott und die Welt.“ Auch seine Freundin hätte sich ein Bergfest wie vor Corona gewünscht: „Weil man sich mit Leuten treffen kann, die man vielleicht nur einmal im Jahr sieht.“ Die Messe besuchen, etwas essen und trinken – das gehöre einfach zusammen. Die am Samstag ebenfalls eröffneten Amberger Bierwochen seien kein adäquater Ersatz, findet Markus Rauch: „Das ist alles schön und gut. Aber sorry, das ist nicht das Bergfest.“

„Gut, dass es so ist, wie es ist“

Elisabeth Frey (70) aus Amberg vermisste das Bier und die Bratwürste dagegen überhaupt nicht: „Ich finde es gut, dass es so ist, wie es ist, dass die Messen stattfinden können.“ Durch das Verbot des weltlichen Teils werde das Bergfest auf das Wesentliche reduziert: „Seinen Glauben zu leben und Gott nahe zu sein. Das ist doch das, worum es eigentlich geht.“ Wenn man sich mit Freunden treffen möchte, könne man das auch in der Stadt.

Thomas Falk, der am Samstag in der Kirche als Organist für die musikalische Umrahmung des Auftaktgottesdienstes sorgte, relativierte diese Aussage etwas: „Schade, dass es den weltlichen Teil nicht gibt. Bier, Bratwürste und das Miteinander gehören schon auch dazu.“ Der Schnaittenbacher, der mittlerweile in Regensburg lebt, freute sich im Gespräch mit Oberpfalz-Medien, dass zumindest die Gottesdienste gefeiert werden können. Dass der gesellige Teil ausfallen muss, sei zwar „nicht schön“, aber: „Unter diesen Umständen ist das in Ordnung. Wir hoffen natürlich alle,. dass nächstes Jahr wieder ein normales Bergfest stattfinden kann.“

„Wie eine Urlaubswoche“

So sieht das auch Gertraud Birner aus Freudenberg. Die 74-Jährige ging schon als Kind mit ihren Eltern aufs Bergfest und sagte am Samstagabend: „Das Bergfest ist nicht nur Kirche. Es geht auch darum, Menschen zu treffen. Das fehlt mir schon etwas. Ich bin aber trotzdem froh, dass man die Gottesdienste besuchen kann.“ Ob Pandemie oder nicht: Für die 74-Jährige ist die Bergfestwoche jedes Jahr „immer wie eine Urlaubswoche“.

Aus der Bergfest-Predigt von Weihbischof Pappenberger

Amberg
Hintergrund:

Wissenswertes rund um die Bergfestwoche

Gottesdienste mit Anmeldung

Dienstag, 29. Juni, 15 Uhr, Messe für die Senioren der Stadt Amberg

Mittwoch, 30. Juni, 15 Uhr, Messe für die Senioren aus der Umgebung von Amberg

Donnerstag, 1. Juli, 15 Uhr, Messe Frauenbund Amberg

Freitag, 2. Juli, 11 Uhr,

Messe für Bischof Oswald Hirmer und Amberger Priester

Sonntag, 4. Juli, 19 Uhr,

Schlussandacht mit Bischof Rudolf Voderholzer

Anmeldungen

Telefon: 37 60 60. Mail: kloster[at]mariahilfberg-amberg[dot]de

Die Pater sind zu diesen Zeiten erreichbar: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr, freitags 10 bis 12 Uhr.

Die Regeln in der Kirche

Es sind nur 56 Plätze verfügbar. Besucher müssen einen Mund-Nase-Schutz tragen.

 

 

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