25.07.2019 - 11:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Bilanz zum Welttheater: Der Winterkönig bleibt

Beim Gemetzel in Böhmen ist Friedrich V. krachend gescheitert, beim Festspiel in Amberg ist er der gefeierte Star. Die Protagonisten des Welttheaters haben Bilanz gezogen und richten das Augenmerk bereits auf 2024.

12 Aufführungen, 7500 Zuschauer - eine Bilanz zum Amberger Welttheater 2019 in Zahlen.
von Uli Piehler Kontakt Profil

In fünf Jahren soll es eine Neuauflage des Amberger Welttheaters geben - das wünschen sich nicht nur die Produktionsleiter Karlheinz Brandelik, Jürgen Huber, Hubert Schuster und Dieter Simbeck. Das hofft auch städtische Kulturreferent Wolfgang Dersch, auch wenn er 2024 nicht mehr zuständig sein wird. Dersch wechselt ja im Oktober in gleicher Funktion nach Regensburg. Der Stadtrat hat bereits einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst, dennoch müssen dann spätestens in zwei Jahren wieder die konkreten Planungen anlaufen und auch die Gelder freigegeben werden.

Am Pfingstmontag endete die Welttheater-Saison 2019

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Denn billig war das Festspiel auf dem Mariahilfberg nicht. "Insgesamt liegen wir bei 450 000 Euro Gesamtkosten", sagte Dersch bei einem Abschlusstreffen im Innenhof der Stadtbibliothek. Etwa die Hälfte davon - 220.000 Euro - kamen aus der Stadtkasse, die andere Hälfte wurde unter anderem über den Kartenverkauf generiert. "Es war eine riesige Gesamtleistung. So viele Menschen haben an einem Strang gezogen", würdigte der Kulturreferent die Arbeit der Beteiligten. Aus dem Heer an Schauspielern und Helfern sei eine "Theaterfamilie" geworden. Etliches sei bei der dritten Auflage des Stückes anders gewesen und durchaus gegklückt. "Astrid Voßberg war als Regisseurin ein Glücksgriff", sagte Dersch. "Sie hat noch einmal viel Klarheit in die Handlung gebracht." Begeistert zeigte sich Produktionsleiter Jürgen Huber vor allem von der Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketingverein. Das Welttheater-Event in der Altstadt sei großartig gewesen und habe sich als Turbo für die Gruppendynamik der insgesamt 106 Schauspieler erwiesen. "Dass unsere Leute an einem Einkaufssamstag in die Fußgängerzone gegangen sind und dort um Aufmerksamkeit kämpfen mussten, war eine gute Schule. Auf einmal haben die am Marktplatz improvisiert. So habe ich unsere Truppe noch gar nicht erlebt." Karlheinz Brandelik wünscht sich mehr davon. Er plädiert für eine noch engere Verzahnung des Theatergeschehens auf dem Berg mit der Innenstadt. "Schön wäre es, wenn wir künftig während der Aufführungswochen die ganze Stadt in einen Festspiel-Modus schalten könnten." Die Welttheater-Macher waren sich einig, dass das nur geht, wenn die Stadt das Thema kontinuierlich weiterdreht. Brandelik: "Es wäre schade, wenn das Thema jetzt einschlafen würde und in vier Jahren mühsam wieder aufgeweckt werden müsste." Gelegenheit zum Dranbleiben gibt es: 2020 jährt sich die Schlacht am Weißen Berg zum 400. Mal.

Jede Menge Dankesworte verteilten Huber, Brandelik und Co bei der Bilanz. Nicht nur an Barbara Frey und Rainer Volkert vom Kulturamt, sondern auch an die vielen ehrenamtlichen Helfer von Feuerwehr und Rotem Kreuz. Neben dem wirtschaftlichen Erfolg zog Dieter Simbeck für die Schauspieler ein weiteres wichtiges Fazit: "Da sind Freundschaften entstanden über alle Schichten und Generationen hinweg. Das ist das Besondere an diesem Projekt."

12 Aufführungen gab es 2019 vor der Mariahilfbergkirche

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