Die Staatliche Berufsschule sollte den passenden Rahmen ziehen für die Bildungsoffensive des Oberbürgermeisters. Der mit durchaus beeindruckenden Zahlen und Daten aufwarten konnte: mehr als 40 Millionen Euro Investitionen in die Schulgebäude, fünf Millionen Euro zusätzlich für die Digitalisierung. Rund 10 000 Schüler und Studenten lernen täglich in einer Stadt mit knapp über 40 000 Einwohnern.
Mehr als beifälliges Nicken konnte Michael Cerny für seine Vorführungen an der digitalen Tafel aber nicht ernten. Die harten Fakten bei dieser Bürgerversammlung waren andere: die Verkehrsanbindung im Bereich des Drillingsfeldes, ein Bauverdichtung in der Richthofenstraße oder permanente Überschwemmungen des Fiederbachs in Karmensölden. Ein Antrag beschäftigte sich wenigstens am Rande mit dem Thema Schule, nämlich mit der Gefährdung der Schulkinder an der Barbaraschule durch den Verkehr.
Bimmelbahn und Brexit
Eine Bimmelbahn durch Amberg als Touristenattraktion, etwas mehr Baumschnitt im Bereich Mariahilfberg, damit die Bergkirche wieder besser zu sehen ist - es fing relativ unverfänglich an mit den Bürgeranträgen. Und dass Matthias Schöberl gerne eine Städtepartnerschaft mit einer englischen Stadt hätte, um den Gefahren des Brexit entgegenzuwirken - geschenkt. Richtig intensiv wurde es erst, als Erwin Niklaus zum wiederholten Male die Verkehrserschließung für die Baugebiete Drillingsfeld I und II und eventuell auch III aufs Tapet brachte.
Die Ausgangslage: Die städtischen Planer hätten gerne die alte Eglseer Straße als Erschließung für das neue Baugebiet Drillingsfeld II und die Erweiterungoption Drillingsfeld III verbreitert sowie mit einem Geh- und Radweg versehen. Die entsprechenden Grundstücksverhandlungen - es ging um rund 4000 Quadratmeter Grund und Boden - seien auch ganz gut angelaufen, so schilderte Kämmerer Franz Mertel am Dienstagabend die Entwicklung des aktuellen Dilemmas. Er widersprach damit gleichzeitig der "Behauptung" von Erwin Niklaus und seinen Mitstreitern, ein "unterirdisches" Angebot von vier Euro pro Quadratmeter sei der eigentliche Grund gewesen.
Das brachte Franz Mertel auf die Palme: "Vier Euro standen nie im Raum", konterte der Kämmerer. Es seien vielmehr die gängigen Richtwertpreise geboten werden. Der Grund für das Scheitern der Verhandlungen sei ganz woanders zu suchen. "Am Anfang war da fast schon Einvernehmen", schilderte er die Entwicklung. Doch dann hätten die Grundstücksbesitzer - es seien im Prinzip fünf - quasi gemerkt, dass sie sich mit dem Verkauf der Flächen ja zusätzlichen Verkehr vor die Haustür holen. "Es gab nicht 4000 Quadratmeter, nicht 1000 Quadratmeter, nicht einen Quadratmeter", so das Ende vom Lied. "Und wenn auch eine kleinere Lösung nicht möglich ist, dann müssen wir es eben lassen", ergänzte Baureferent Markus Kühne.
Er ging damit auf den Antrag von Erwin Niklaus ein, entlang der Eglseer Straße "neu" zunächst auf Geh- und Radwege zu verzichten und die dann später an anderer Stelle zu bauen. Damit würde automatisch der Platzbedarf von 4000 auf 1000 Quadratmeter sinken, so sein Vorschlag. Mit oben genanntem Haken, dass die Grundstücksbesitzer inzwischen gar nichts mehr hergeben wollen, die Eglseer Straße das schmale Dorfsträßchen bleibt, das es ist. Und damit der gesamte Anwohner- sowie Erschließungsverkehr für das neue Baugebiet Drillingsfeld II über die Frühlingstraße läuft.
Alles über Frühlingstraße
Sehr zum Ärgernis der Anwohner, die laut Antrag von Stefan Fischer nunmehr fast rund um die Uhr von Autos, Lastwagen und Bussen belästigt werden. Fischer hatte den Antrag gestellt, zu prüfen, ob die Buslinien, 6 und 10, die teilweise bis 2 Uhr am Morgen über die Frühlingstraße fahren, nicht wenigstens in der Nacht eingeschränkt werden können. Geht nicht, sagte Verkehrsreferent Bernhard Mitko, da das den Prinzipien der Ausweitung des Öffentlichen Nahverkehrs eklatant widersprechen würde - so richtig zufrieden war am Ende wirklich niemand mit dem Verlauf des Abends.











So das Idyll soll Idyll bleiben.
Pech gehabt erstmal.
Jetz sind aber trotzdem alle Busslinien ab 22:00 weg.
Danke an die Beschwerdeführer aus der Frühlingsstraße die gegen Erdgasbusse sind die in einem Viertel verkehren wo es nicht mal ein Wirtshaus geschweige denn eine Kneipe giebt.
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