23.04.2019 - 15:11 Uhr
AmbergOberpfalz

„Blech und frech“: Heimat zum Hören und Tanzen

Für die Freunde guter bodenständiger Volksmusik ist "Blech und frech" am Ostermontag im Amberger Kongresszentrum ein Pflichttermin. Auch dieses Mal war die Veranstaltung wieder gut besucht.

Die Zoigl-Blosn aus Eslarn im Kreis Neustadt/WN hatten auch viele Wirtshauslieder in ihrem Repertoire.
von Helmut FischerProfil

Es ist ja auch ein ganz eigener Charme, der dieses Musikantentreffen so besonders macht. Organisatorin Martha Pruy gelingt es seit 2007, kreative und stets gute Ensembles nach Amberg zu holen, die entweder bereits beachtliche Auftritte in Funk und Fernsehen vorweisen können, oder sich auf dem guten Weg zu großer Popularität befinden.

Mit Hans Meindl als Moderator kann man ohnehin nichts falsch machen, und die Idee von Dieter Kohl, Platz und Möglichkeit zum Tanzen zu geben, sorgt zusätzlich für das lockere Flair dieser Veranstaltung. Fürs "Blech" sorgte heuer die Zoigl-Blosn aus Eslarn, die mit Steirischer, Trompete und dreimal "tiefem Blech" eine tolle Musik produzierten. Für "frech" waren sie zuständig: das Mutter-Tochter-Duo Die Koiserweiwer aus Nitzlbuch, und aus Walderbach Da wampert Zodert & da boartert Plattert. Doch bevor es losging, dankte Oberbürgermeister Michael Cerny allen Beteiligten und überreichte Martha Pruy einen Blumenstrauß.

Da Wampert und da Boartert.

"Bitte zwei Bier!"

Dann aber hieß es: "Bühne frei!" - zunächst für Da Wampert & da Boartert, die mit "Hört euch die Musi an, wie die schö aufspieln kann" so richtig zünftig loslegten. Sie ließen keinen Zweifel daran, was für gute Musikanten wichtig ist: "Wir ham an Durst, bitte zwei Bier!" Darauf mussten sie nicht lange warten und brachten mit "Prost auf die schnellste Bedienung im Landkreis" schon mal Stimmung in den Saal. Auch ihr zweites Lied war von nahrhafter Natur: "Wir sind Sänger, wir sind durstig und Hunger ham mer auch, und wir leben vom Applaus" - mit diesem Einstieg war schon vorgegeben: Es wird bodenständig und lebensnah.

Mutter und Tochter

Moderator Hans Meindl führte souverän durchs Programm.

Das führten Die Koiserweiwer überzeugend weiter. Im Dirndl, mit eindrucksvollen Hüten bedeckt, stellten sich Mutter und Tochter vor. Da wurde zunächst die Partnersuche thematisiert, die unbefriedigend verläuft, wenn du an einen "mit neuer Hüftn" gerätst. Eine schöne Parodie kam da brillant über die Bühne. Später verewigten sie den Hudernmann, hochdeutsch bekannt als die Vogelscheuche, singend in einer originellen Version. Übergangslos schlüpften sie auch in Burschen-Outfits mit Bart und besangen eindrucksvoll den Genuss des Schnupftabaks.

Das "Blech" aus Eslarn, die Zoigl-Blosn, war mit jeweils drei Stücken en bloc nicht nur klasse anzuhören. Die Musiker sorgten mit ihren tollen Wirtshausstücken auch dafür, dass die Tanzfläche vor der Bühne nicht leer blieb. Ob bei Sternpolka, Walzer oder dem Zwiefachen "Unser alte Kath", ihr tolles Spiel war gewissermaßen die Basis für die überaus gelungene Veranstaltung.

Auch die Gäste aus Eslarn (Kreis Neustadt/WN) machten Werbung für ihren Namen. "Wir haben einen eigenen Zoigl-Brauer in unseren Reihen. Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko." Geschickt aufgeteilt war der Ablauf. In drei Blöcken kamen die Gruppen abwechselnd zum Einsatz, wobei der Moderator stets eine der Gruppen besonders vorstellte.

Sennerin von St. Kathrein

Alle Plätze besetzt und kaum noch Platz zum Tanzen. Die Veranstaltung „Blech und frech“ kam beim Stammpublikum wieder gut an.

Meindl brachte Deutungen des Begriffes Heimat nahe und leitete nach gut zwei Stunden die Schlussrunde ein, in der sich die Koiserweiwer mit "wo man ein Bier trinkt und a Lied singt, da ist es herrlich auf der Welt " verabschiedeten. Da Wampert und da Boartert stimmten die Hommage an die Sennerin von St. Kathrein an und die Zoigl-Blosn setzte mit dem Fliegermarsch den Schlusspunkt.

Die Koiserweiwer.
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