02.04.2020 - 11:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Blutspender sollen weiterhin kommen

Blut spenden ist immer wichtig. In Zeiten des Coronavirus ist es aber wichtiger denn je. BRK und Blutspendedienst reagieren mit verschiedenen Maßnahmen, um seine Helfer und Spender zu schützen.

Es gibt keine Alternative zu echtem Blut, um Leben retten zu können: Daher rufen die Verantwortlichen beim BRK beziehungsweise beim Blutspendedienst auch in Zeiten des Coronavirus auf, weiter zu den Terminen zu gehen.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

An dem Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen den Liegen komme auch der BRK-Kreisverband Amberg-Sulzbach nicht vorbei, wie die zuständige Mitarbeiterin Elfriede Auer sagt. Aus Platzgründen muss sie kurzerhand einige anstehende Termine an andere Orte verlegen. Etwa den am Montag, 6. April, in Sulzbach-Rosenberg: Er findet nicht wie geplant im Rot-Kreuz-Haus statt, sondern in der Krötenseeschule.

"Die Liegen müssen ausreichend auseinander stehen", erklärt Auer. Auch an der Anmeldung solle sich das Aufkommen entzerren. Am üblichen Standort wäre das nicht möglich. Außerdem verzichtet das BRK darauf, Essen und Getränke nach der Spende zuzubereiten und auszuteilen. "Stattdessen gibt es eine Lunchbox mit Brotzeit und Getränk mit nach Hause", sagt Auer.

Rekordspende nach Aufruf

In ganz Bayern hatte sich seit den geltenden Ausgangsbeschränkungen die Zahl der Blutspender reduziert. Der Blutspendedienst musste reagieren. Was folgte "war ein beeindruckender Zulauf", sagt dessen Sprecher Patric Nohe. Vor allem junge Menschen beziehungsweise Erstspender seien es gewesen, die auf dem Aufruf folgten. "Eine enorme Welle der Solidarität" schwappte über Bayern. Noch könne Nohe keine genauen Zahlen nennen, aber nach den Tagen der "merklichen Einbrüche" war der Blutspendedienst erst einmal wieder versorgt.

So funktioniert die Blutspende

Amberg

Eine Vollblutkonserve kann 42 Tage lang aufbewahrt werden. "Man darf also nicht davon ausgehen: Alle Tanks sind voll, bis August muss niemand mehr Blut spenden." Vielmehr müsse man von Tag zu Tag schauen und die jungen Spender stets animieren zu kommen. Auer hat die Rekordbeteiligung vieler Junger auch in Schnaittenbach beobachtet. Am 19 März waren es statt der im Schnitt 70 Spender 140. Darunter waren 35 Erstspender. Neu war da auch, dass die Temperatur der Spender gemessen wurde.

"Wer mehr als 37,5 Grad hat, wird gleich nach Hause geschickt", erklärt der zuständige Gebietsreferent Rainer Endres. Wer an grippalen oder Erkältungs-Symptomen leidet oder in einem Risikogebiet unterwegs war oder wer Kontakt zu einer Personen hatte, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, sollte ebenfalls gleich daheim bleiben. Und der Blutspendedienst informiert: "Auf die Übertragbarkeit des Erregers durch Blut und Blutprodukte gibt es keine Hinweise."

Keine künstliche Alternative

Aussetzen kann der Blutspendedienst seine Arbeit nicht. "Blutpräparate sind für zahlreiche Kranke und Verletzte die einzige Überlebenschance. Es gibt keine künstliche Alternative für gespendetes Blut", heißt es auf seiner Website.

Wegen des Coronavirus fallen aber auch Großveranstaltungen wie etwa bei Firmen, der Bundeswehr oder der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg aus. "Das ist eine verlässliche Größe" sagt Endres. Rund 180 Spender bei der Bundeswehr im Schnitt, bei der Polizei gut 130. Umso wichtiger sei es jetzt, dass die gesunden Spender weiterhin kommen.

Termine:

Sulzbach-Rosenberg: Montag, 6. April, 14 bis 19 Uhr, und Dienstag, 7. April, 13 bis 19 Uhr in der Krötenseeschule , Dieselstraße 29.

Amberg: Dienstag, 14. April, 14 bis 20 Uhr, in der Dreifachturnhalle des Gregor-Mendel-Gymnasiums, Krumbacher Straße 2a.

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