Amberg
22.02.2025 - 16:45 Uhr
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Bröckelnde Brücke am Nabburger Tor in Amberg ist längst ein Fall für die Gerichte

Die marode Brücke am Nabburger Tor in Amberg sorgt weiter für Ärger. Nur wenige Jahre nach der Generalsanierung 2012 bröckelt das Bauwerk munter vor sich hin. Ein Gerichtsverfahren soll jetzt klären, wer die Verantwortung trägt.

Ganz schön marode schaut sie inzwischen wieder aus, die alte Brücke über den Stadtgraben am Nabburger Tor. Wir haben in den vergangenen Jahren ja schon öfter darüber berichtet, dass das Bauwerk schon wenige Jahre nach seiner Generalsanierung 2012 erneut zu bröckeln angefangen hat. Erst nur an wenigen Stellen, doch inzwischen bröckelt und bröselt es an allen Ecken und Enden. Zuletzt ist erst wieder ein großes Stück aus der Sandstein-Brüstung gebrochen, die sich mehr und mehr zum Problem entwickelt.

1867 wurde die "feste" Brücke über den Stadtgraben hin zum Nabburger Tor errichtet, die im Grunde noch heute dort steht. Allerdings nur äußerlich. Denn innen drin wurde das Bauwerk bei der Generalsanierung 2012 innerhalb von neun Monaten grundlegend neu aufgebaut. Im Prinzip steht also nur noch die Original-Hülle mit einem neuen Kern aus Stahl und Beton. Das war nötig geworden, nachdem die Brücke in den Jahren vor 2012 mehr und mehr unter der wachsenden Last des Verkehrs und des Alters in die Knie gegangen war.

Die Statik der Brücke ist sicher

Bereits 2000 wurden bei der routinemäßigen Brückenbegehung hier Schäden am Bauwerk festgestellt. Noch hielten die Ingenieure sie für tragfähig, stellten aber zum Teil erhebliche Mängel fest. Die setzten sich dermaßen fort, dass die Brücke 2008 mit einer Hilfskonstruktion aus Holz gestützt werden musste, um sie nicht komplett sperren zu müssen. 2012 erfolgte dann mit einem Aufwand von 1,2 Millionen Euro die Generalsanierung.

Doch schon bald danach traten neue Schäden an dem Bauwerk auf. Vor allem im Bereich der Sandstein-Brüstung, aber auch an anderer Stelle. Selbst für Laien offensichtlich passten da alte und neue, bei der Sanierung verwendete Baustoffe, nicht zusammen. Im Winter drang Wasser in die Risse und Fugen ein und sprengte den weichen Sandstein ab. Zusätzlich passierte wohl der ein oder andere Verkehrsunfall mit "Brücken-Berührung" in den vergangenen Jahren. Kurzum: Die sanierte Brücke wurde erneut zum Sanierungsfall. Allerdings nur zum optischen, wie alle Beteiligten damals und heute betonten. "Die Statik – die tragenden Elemente liegen im Sandstein – ist nicht betroffen", so schreibt Thomas Graml von der städtischen Pressestelle auf eine aktuelle Nachfrage.

Suche nach den Schuldigen

Doch wer ist schuld am Amberger Brückendilemma? Da die Sanierung 2012 nicht aus einer Hand von einem Unternehmen gemacht worden war, ließ sich der oder die Schuldige nicht auf Anhieb feststellen. Deshalb begann im Jahr 2018 ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren, das sich bis 2024 hinzog, inzwischen aber abgeschlossen ist, wie Thomas Graml bestätigt. Dazwischen fand mindestens ein gerichtlicher Termin statt, um die verfahrene Situation endlich in Ordnung bringen zu können.

Planer und Handwerker sowie Genehmigungsbehörden standen sich zuletzt im August 2024 beim Amberger Landgericht gegenüber, ohne eine wirksame Einigung auf den Weg zu bringen. Zwischenzeitlich hat die Stadt auch Klage eingereicht. "Ein Verhandlungstermin steht jedoch noch nicht fest", so Graml. Es könnte sich also noch ein paar Jährchen hinziehen, bis die juristische Klärung der Schuld durch alle Instanzen geschafft ist. In der Zwischenzeit wird die Brücke regelmäßig kontrolliert und bröckelndes Gestein entfernt. "Durch die kontinuierliche Überwachung besteht keine Gefahr für die Passanten", so Thomas Graml für die Stadt Amberg.

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Amberg01.07.2022
Hintergrund:

Fakten zur Brücke am Nabburger Tor

  • Erbaut im Jahr 1867
  • Um 2000 Feststellung von Schäden durch die zunehmende Belastung durch den modernen Verkehr
  • ab 2008 Stützung der Brücke durch eine Hilfskonstruktion, weil sie statisch nicht mehr ausreichend war
  • 2012 Sanierung der Brücke - Freigabe im Dezember 2012
  • Kosten der Sanierung: 1,15 Millionen Euro
  • seit 2018 Beweissicherungsverfahren zur Feststellung der erneuten Schäden
  • 2024 Ende des Beweissicherungsverfahrens. Warten auf den Gerichtstermin beim Landgericht Amberg
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