23.12.2020 - 14:06 Uhr
AmbergOberpfalz

Christbaumversteigerungen in Amberg dieses Jahr digital

Christbaumversteigerungen sind in und um Amberg seit Jahrzehnten nicht wegzudenken. In diesem Jahr ist an ein Zusammenkommen bei den geselligen Auktionen nicht zu denken. In Zeiten von Corona müssen sie eben virtuell stattfinden.

Die Christbaumversteigerung des Round Table 69 konnte in diesem Jahr als Live-Sendung auf Youtube, Facebook und OTV verfolgt werden. Als Moderator führte Julian Ellmaier durch die rund zweistündige Ausstrahlung. Als Gast war unter anderem Oberbürgermeister Michael Cerny zu sehen.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Nein, auf die schwarzgeräucherten Würste und das Geräucherte sollen die Mitglieder und Gönner des SV Köfering auch in diesem Jahr nicht verzichten. Deshalb hat der Verein kurzerhand entschieden, die Christbaumversteigerung digital abzuhalten. Die deftigen Schmankerl werden per Lieferservice zu den Käufern nach Hause gebracht - "natürlich unter Einhaltung aller Hygienevorschriften", wie es auf dem Facebook-Auftritt des Vereins heißt.

Eine Idee mit Charme. Drei unterschiedliche Pakete können die Interessierten bestellen: S (ein Paar Würste, 250-Gramm-Brotzeitlaiberl und zwei Flaschen Bier oder Weizen), M (ein Paar Würste, 300 Gramm Geräuchertes, 250-Gramm-Brotzeitlaiberl und vier Flaschen Bier oder Weizen) sowie L (zwei Paar Würste, 300 Gramm Geräuchertes, 500-Gramm-Brotzeilaiberl und einen Kasten Bier oder Weizen). Die Bestellungen nehmen die Verantwortlichen bis zum 28. Dezember auf und liefern sie am 5. Januar aus, dem eigentlich angedachten Termin für die Christbaumversteigerung. "Sie zählt zu einer der wichtigsten Veranstaltung für uns zum Jahresbeginn, finanziell, aber auch kulturell", antwortete der SV Köfering auf eine Facebook-Anfrage von Oberpfalz-Medien.

Zweistündige Sendung

Dass in diesem Jahr nicht nur Unternehmen, die Kultur und die Gastronomie finanziell zu kämpfen haben, sondern auch die Vereine, das weiß auch der Round Table 69. Deshalb ließ sich der Club für seine digitale Christbaumversteigerung etwas Besonderes einfallen. Wie in jedem Jahr ging auch diesmal der gesamte Gewinn an wohltätige Organisationen. Ein Drittel des Geldes kam einem Sportverein zugute. Diese konnten sich im Vorfeld mit einem Schreiben und einem Foto dafür bewerben. Am Sonntag, dem Tag der Christbaumversteigerung, die per Livestream übertragen wurde, traten schließlich die zwei Vereine mit den meisten Facebook-Likes gegeneinander in einem Duell an: Das waren in diesem Fall der TC Amberg am Schanzl und der TV Amberg-Sulzbach Knights.

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Amberg

In der knapp zweistündigen Sendung mussten zwei Vertreter der Vereine sich in drei Spielen messen. Dabei galt es, eine Orange so zu schälen, dass ein möglichst großes, zusammenhängendes Stück Schale übrigbleibt; einen Stern aus einem Geschenkpaket so schnell wie möglich auszupacken und so viele Nägel wie möglich in einem Holzbock zu versenken. Den Sieg - und somit rund 890 Euro - sicherte sich schließlich der TC Amberg am Schanzl. Spenden in der gleichen Höhe gehen an den Sozialdienst katholischer Frauen und die Jugendhilfe St. Martin.

Zuvor waren in der Sendung etliche Preise versteigert worden. Das reichte von einem Glas Amberger Honig über ein Wochenende mit einem italienischen Mafia-Leichenwagen und eine Baggerfahrt bis hin zu einer Dachstuhlführung in der Basilika St. Martin. Die Angebote konnten per SMS oder Whatsapp abgeben werden.

Beim OB gibt's sauere Bratwürste

Außerdem traten während des Livestreams die Musiker Felix Gleixner und BBou sowie Kunstfigur Willy Nachdenklich und Michael Cerny auf. Der Oberbürgermeister plauderte dabei aus dem Nähkästchen. Er erklärte, dass der Christbaum - dieses Jahr rot geschmückt - bei ihm immer relativ früh auf der Terrasse stehe, aber erst kurz vor dem Heiligabend ins Wohnzimmer gebracht werde.

Wenn er eine Krippenfigur sein müsste, würde sich der Oberbürgermeister für Josef entscheiden: "Wohl die klassische Antwort eines Familienvaters. Mir gefällt in der Krippenszene, dass er in der Stille im Hintergrund da ist." Außerdem verriet Cerny, was es heuer rund ums Fest zum Essen gibt: Am 24. Dezember saure Bratwürste und am zweiten Weihnachtsfeiertag eine Gans mit Blaukraut und Knödeln. Und, ganz wichtig, er werde sich natürlich "streng an die Regeln halten".

Thomas Wacker, Präsident von Round Table 69, zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung. In den beiden Jahren zuvor fand die Christbaumversteigerung auf dem Marktplatz statt. "Diesmal war die digitale Version die einzige Möglichkeit, das Ganze durchzuziehen." Vor zwei Monaten sei der Entschluss zur virtuellen Auktion gefallen. Dank ihrer konnten sogar doppelt so viel Spendengelder generiert werden wie bei den ersten beiden Versteigerungen des Round Table 69 mit Bietern, die vor Ort waren.

 

 

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