25.08.2019 - 16:27 Uhr
AmbergOberpfalz

CO2-Einsparung richtig berechnet

Im Juli waren sich die Stadträte über die CO2-Einsparung durch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik nicht ganz einig. Jetzt sorgte die Verwaltung für Aufklärung.

Im Ferienausschuss festgestellt: Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik (wie hier am Roßmarkt) beschert der Stadt 750 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Keine Umweltschutz- oder Klimawandel-Diskussion kommt ohne einen nachdrücklichen Verweis auf den zivilisationsbedingten Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) aus. CO2-Reduzierung gilt deshalb als eines der vordringlichen Ziele der Umweltpolitik. Die flächendeckende Umrüstung der Straßen- und sonstigen öffentlichen Beleuchtung zielt eben darauf ab.

In einer Stadtratssitzung im Juli entspann sich vor diesem Hintergrund eine Diskussion, wie viel CO2 durch die bisherige Umrüstung auf LED-Beleuchtung eingespart worden sei, respektive werde. "Die Meinungen hierzu", so heißt es in einer Sitzungsvorlage der Verwaltung für den Ferienausschuss, der am Donnerstag tagte, würden "zwischen jährlich 0,5 Tonnen und 750 Tonnen variieren". Nun sollte Klarheit auf den Tisch. Die Rechnung geht so:

Eine maßgebliche Größe resultiert daraus, aus welchen Quellen der verwendete elektrische Strom stammt. Demnach wurde die Straßenbeleuchtung in der Stadt bis 2013 mit "normalem Strom-Mix" betrieben. Hier gilt die Faustformel 500 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. 2014 wurde auf AM-Ökostrom umgestellt, der in diesem Jahr mit 276 Gramm pro Kilowattstunde veranschlagt wurde. 2015 bis 2017 waren es dann nur noch 205 Gramm pro Kilowattstunde und schließlich seit 2018 mit Strom aus Wasser- und Windkraft mit zumindest rechnerisch 0 Gramm CO2 je Kilowattstunde.

Als zweite Berechnungsgröße fließt der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung ein. Er lag im Jahr 2000 bei 3 Millionen Kilowattstunden und sank bis 2014 auf 2,2 Millionen. "Nach dem LED-Umrüstungsprojekt lag der Verbrauch im vergangenen Jahr 2018 nur noch bei 700 000 Kilowattstunden, also um 1,5 Millionen Kilowattstunden oder 1,5 Gigawattstunden niedriger als 2014", rechnete die Verwaltung nun vor. Deshalb gelte: 1,5 Millionen Kilowattstunden Reduzierung mal 0,5 Kilogramm CO2 pro Kilowattstunde ist gleich 750 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr. Diesmal widersprach keiner.

Die Diskussion in der Juli-Sitzung des Umweltausschusses:

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