21.01.2021 - 12:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona-Antikörper: Genaue Schutzwirkung ist noch nicht geklärt

Ist man nach einer Infektion mit Covid-19 vor einer erneuten Ansteckung geschützt? Ein eindeutiges Ja gibt es zu dieser Frage (noch) nicht, lautet die Antwort aus dem Gesundheitsamt Amberg. Wahrscheinlich sei das zwar, sicher aber nicht.

Eine Mitarbeiterin des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg pipettiert Coronaproben. Bei vielen Infektionskrankheiten gilt: Hat ein Patient die Erkrankung hinter sich, ist er einige Zeit vor dem Erreger geschützt. Bei Corona gibt es dazu bislang aber kein klares Ergebnis.
von Heike Unger Kontakt Profil

Zusammen mit den Coronaviren kursieren verschiedene Aussagen rund um das Thema Antikörper. Die bildet der Körper, wenn er mit dem Virus infiziert wurde oder wenn er geimpft wird. Bedeutet das, dass ein Mensch, der die Krankheit durchgemacht hat, danach durch Antikörper vor dem Virus geschützt ist? Und dass er deshalb auch keine Corona-Impfung bekommt? Die Redaktion hat mit dem Amberger Gesundheitsamtleiter Dr. Roland Brey darüber gesprochen. Er weist darauf hin, dass für die letzte Sicherheit bei diesem Thema bislang die Langzeit-Erkenntnisse fehlen. Die gebe es momentan schlichtweg noch nicht, weil es auch Covid-19 noch nicht lang genug gibt. So weiß man beispielsweise auch nicht, ob man auch nach einer Infektion oder einer Impfung das Virus an andere weitergeben kann. Aus diesem Grund bleiben Maßnahmen wie Maske und Abstand auch in diesen Fällen wichtig.

Nach den Erkenntnissen, die den Experten bislang vorliegen, geht die Wissenschaft laut Brey momentan davon aus, dass ein Mensch, der eine Corona-Infektion durchgemacht hat, danach "für mehrere Monate geschützt" ist. "Weltweit sind sehr wenige Reinfektionen (also wiederholte Ansteckungen, Anm. d. Red.) beschrieben", berichtet Brey. Allerdings sei hier speziell bei Covid-19 trotzdem noch vieles unklar, weil die Langzeiterfahrungen fehlen. Bei anderen Viruserkrankungen wie der FSME, die schon länger bekannt sind, gebe es dagegen schon umfassende Erkenntnisse.

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München

Wie Brey erklärt, spielen bei diesem Thema nicht nur Antikörper eine Rolle, sondern auch Immun- oder Gedächtniszellen im Körper. "Diese können helfen." Allerdings könne man sie nicht im Zuge einer normalen Labor-Diagnostik erfassen. Für den Laien fasst Brey zusammen: Die normalen Antikörper, die bei den üblichen Untersuchungen erfasst werden, sagten letztlich "nichts darüber aus, ob man geschützt ist". Es könne sogar sein, dass man trotz einer Infektion "gar keine Antikörper entwickelt.

Es sei zwar "wahrscheinlich", dass man nach einer durchgemachten Infektion "ein paar Monate" vor Covid-19 geschützt sei, zweifelsfrei sagen lasse sich das aber nicht. Diese Wahrscheinlichkeit ist laut Brey der Grund dafür, dass Menschen, die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, momentan nicht geimpft werden, weil der Impfstoff weltweit sehr knapp ist.

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