Im Stadttheater tagte der Kulturausschuss am Dienstagnachmittag. Das Gremium bekam dabei gleich einen persönlichen Eindruck, was sich fürs Publikum ändern wird, nachdem dort nach der Corona-Zwangspause jetzt wieder Veranstaltungen laufen können: Jede zweite Sitzreihe muss frei bleiben, ebenso drei Sitzplätze zwischen Besuchern, die nicht aus einem Haushalt kommen. Schwarze Hussen, die über die "gesperrten" Sitze gestülpt werden, zeigen, was frei bleiben muss.
Abstandsgebot setzt Grenzen
Diese Regelung verkleinert die Besucherzahl drastisch, wie Kulturreferent Fabian Kern erläuterte: Statt der eigentlich über 500 Gäste, die das Stadttheater aufnehmen kann, können nur maximal 137 kommen. Nach den neuesten Lockerungen vom Dienstag dürften es eigentlich 200 sein. Doch damit könnte man die Abstands-Vorgaben nicht einhalten, also kann dieses Limit in Amberg nicht voll ausgeschöpft werden.
Außerdem werden die Aufführungen kürzer sein als gewohnt: Damit sich Besucher möglichst wenig begegnen, werden die Pausen gestrichen. Und um Stau an der Garderobe zu vermeiden, bleibt diese geschlossen. Die Besucher nehmen ihre Jacken und Mäntel mit in den Zuschauerraum, wo sie sie dann auf die zwangsweise frei gehaltenen Sitze legen können."Es wird sich sehr viel ändern", fasste Kern seinen kleinen Ausblick zusammen. All dies bedeute sehr viel Arbeit, die die Mitarbeiter aber mit viel Engagement stemmen würden: Alle wollten, dass sich die Kulturstätten bald wieder füllen.
Trotz Corona-Pause viel zu tun
Über die zurückliegenden Corona-Wochen berichtete Kern, dass im Kulturbereich alle Veranstaltungen abgesagt wurden. "Damit war die Arbeit für uns aber nicht zu Ende. Im Gegenteil." Das Kulturreferat hatte alle Hände voll zu tun, um die gestrichenen Veranstaltungen und bereits verkaufte Karten rückabzuwickeln, ebenso wie beispielsweise die abgesagten Volkshochschul-Kurse. "Ein riesiger Aufwand", bilanzierte Kern. Einige Mitarbeiter hätten sich trotzdem auch freiwillig zum Dienst am Bürgertelefon gemeldet, das die Stadt wegen Corona eingerichtet hatte.
Nun, da es die Pandemie und weitere Lockerungen der Corona-Vorschriften es zuließen, stelle sich im Kulturreferat die Frage: "Wie fährt man so einen Tanker wieder hoch?" Nicht ganz einfach, wie Kern meinte – auch, weil sein Referat im Zuständigkeitsbereich verschiedener Ministerien liege, die ihrerseits ganz unterschiedliche Vorgaben zum Umgang mit dem Virus machten. So müssten beispielsweise für Schulen, Museen und Theater völlig verschiedene Hygienekonzepte entwickelt werden.
"Alle fahren auf Sicht"
Derzeit plane man zudem die neue Spielzeit im Stadttheater. Eigentlich müsste man jetzt auch schon die übernächste vorbereiten. "Aber das ist extrem schwierig. Wir wissen nicht, was kommt", erklärte Fabian Kern mit Blick auf die Pandemie – deshalb ergehe es Amberg wie allen anderen Städten: "Es fahren alle auf Sicht".
Mit Videos aus verschiedenen kulturellen Bereichen habe sich das Stadttheater auch in der Zeit der Schließung zumindest online bei den Kulturfreunden gemeldet. Man habe auch überlegt, Theateraufführungen und Konzerte ins Netz zu streamen, es dann aber doch gelassen: "Dafür sind wir zu klein."















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