01.04.2020 - 10:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Was wir durch Corona lernen

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Das Coronavirus beschäftigt uns alle: Ob im Privatleben oder im beruflichen Alltag - überall sind wir mit Einschränkungen oder Neuerungen konfrontiert. Hier erzählen die Redakteure der Amberger Zeitung von ihren Erfahrungen.

Die soziale Isolation in der Coronakrise bietet Familien die Chance, mehr Zeit miteinander zu verbringen.
von Markus Müller Kontakt Profil

Wenn es etwas Gutes daran gibt, dass wir coronabedingt die sozialen Kontakte nach außen reduzieren müssen, dann ist es, dass wir mehr Zeit mit der Familie verbringen. Bei uns gehört jetzt eine abendliche Runde Stadt, Land, Fluss zum Programm gegen den Lagerkoller. Wir lachen dabei viel miteinander, müssen gelegentlich aber auch diskutieren. So ist es für unsere 13-jährigen Zwillinge gar keine Frage, dass Blogger, Vlogger oder Influencer in der Spalte für Beruf ihre volle Berechtigung haben. Als altmodischer Vater rolle ich dann mit den Augen und kann es mir nicht verkneifen, zu fragen, wo denn wohl die Berufsschule steht, in die diese Leute gehen. Die Vehemenz, mit der mir die Mädels Kontra geben, lässt mich vermuten, dass ihr derzeitiger Berufswunsch wohl irgendwo in diesem Metier angesiedelt ist. Unter Corona-Vorzeichen ist das messerscharf zu Ende gedacht: Da kann man auch in häuslicher Quarantäne seinen Lebensunterhalt weiter verdienen.

Der Psychologe Sebastian Sonntag hat sich unter anderem über die Auswirkungen der Coronakrise auf das Familienleben Gedanken gemacht

Amberg

Dazugelernt habe ich auch durch den neuen Spruch, den meine Töchter jetzt ständig im Mund führen: Dass unsere Gesellschaft zur Bekämpfung von Corona so viel unternimmt, während sie vorher wegen des Klimawandels so wenig unternommen hat. Weil ich meine Kinder vorher nicht als engagierte Klimaaktivisten wahrgenommen habe, vermute ich, dass diese Parole jetzt in der Filterblase ihrer Altersgruppe besondere Konjunktur hat, und versuche ihnen den Unterschied zu erklären. Aber wenn ich weiter darüber nachdenke, muss ich zugeben: Es steckt ein wahrer Kern in diesem Spruch. Alle in Sachen Klimaschutz ergriffenen Maßnahmen standen bisher unter dem Motto, sie dürften von den Bürgern nichts verlangen, das für sie zu unbequem ist. Plötzlich sieht man, was an Einschränkungen möglich ist, wenn man eine krisenhafte Situation wirklich ernst nimmt. Ich sollte auch nach Corona mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen

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