20.09.2021 - 15:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Corona-Virus trifft auch Ambergs Partnerstädte hart

Zusammenhalt ist in Zeiten von Corona vielleicht wichtiger denn je. Amberg und seine Partnerstädte beweisen das bei einem gemeinsamen Kongress, der am Sonntag mit einem Empfang im Rathaus begann.

Nach einem kritischen Blick in den „vegetarischen Kochtopf“ wechselte Delphine Labails, die Oberbürgermeisterin aus Périgueux, dann doch zum deftig-bayrischen Schmorbraten in Dunkelbiersauce.
von Externer BeitragProfil

Von Gerhard Franz und Gerd Spies

„Es tut gut, und es ist einfach schön, wenn wir dieses Stück Normalität wieder genießen können“, sagte Oberbürgermeister Michael Cerny am Sonntag beim Empfang anlässlich des Kongresses der Amberger Partnerstädte Périgueux, Bad Bergzabern, Freiberg, Desenzano, Trikala und Bystrzyca Klodzka.

Vorab war aus dem Rathaus zu erfahren, dass alle Gäste des Empfangs am Sonntagabend im großen Rathaussaal geimpft waren, denn sonst hätte man massiv gegen Corona-Regeln verstoßen. Oberbürgermeister Michael Cerny zeigte sich erfreut, alle Partnerstädte der Stadt Amberg, mit denen seit Jahrzehnten Freundschaften bestehen, begrüßen zu können. Nur Vertreter aus Usti nad Orlici (Tschechien) fehlten.

"Städte massiv verändert"

"Die vergangenen 18 Monate haben unsere Städte massiv verändert", sagte Cerny, touristische Zentren und sonst gut besuchte Einkaufsstraßen seien leergefegt gewesen. Mit Videokonferenzen sei Kommunikation vereinfacht worden, das persönliche Treffen sei aber niemals zu ersetzen. Für alle stünden riesige Herausforderungen an, betonte der Oberbürgermeister, "aber mit der Konferenz unserer Partnerstädte wollen wir die gemachten Erfahrungen besprechen und Lösungsansätze finden".

Die Vertreter der Partnerstädte erhielten Amberger Schirme. Dann lud Cerny zum reichhaltigen Büfett ein, bei dem vegetarisch, aber auch deftig-bayrisch aufgekocht war. In einem kurzen Grußwort betonte Bürgermeister Tadeusz Zielinski aus Bystrzyca Klodzka (Polen), dass von Corona alle Länder Europas betroffen sind, aber besonders schwer die kleineren Städte. Mit dem Kongress der Amberger Partnerstädte wolle man gemeinsam Ideen entwickeln, damit man die schwierigen Zeiten endlich hinter sich lassen könne.

"Ähnliche Probleme"

Weiter ging es am Montag. Zum ersten Mal organisierte die Stadt Amberg einen Kongress, um sich mit ihren Partnerstädten auszutauschen. Anlass und Thema ist die Situation der Städte durch Corona. „Wir wollen uns über die Erfahrungen und Probleme durch Corona, aber auch über die Chancen, austauschen. Denn unsere Städte sind ähnlich und haben damit auch ähnliche Probleme“, sagte Michael Cerny bei der Begrüßung im ACC.

Bayerns Staatsministerin für Europaangelegenheiten und Internationales, Melanie Huml, schickte eine Video-Botschaft und versprach eine staatliche Förderung des Projekts. Cerny wies bei seiner Begrüßung auf die massiven Veränderungen der Städte durch Corona hin, die vor allem die Bereiche Tourismus, Gastronomie, Handel und Kultur betreffen würden. Bereits im Vorfeld habe man einen Fragenkatalog an die Partnerstädte geschickt, deren Antworten belegen würden, dass Corona an keiner der Partnerstädte spurlos vorübergegangen sei. Einbußen beim Handel, Leerstände in den Innenstädten bis zu zehn Prozent, Eröffnung zahlreicher Online-Shops und Ausbau der Digitalisierung seien die wichtigsten Auswirkungen der Pandemie auf die Städte, zählte Ambergs Pressereferentin Susanne Schwab als Ergebnisse der Auswertung auf.

„Große Herausforderungen“

„Wir stehen vor großen Herausforderungen, um die Schäden zu beheben. Ich bin mir aber auch sicher, dass es Chancen gibt“, sagte Cerny den Kongress-Teilnehmern. Mit Hilfe von Referaten und Workshops wolle man nun über die Ideen reden, die andere Partnerstädte schon umgesetzt hätten. Einige davon griff bereits Florian Luderschmid, der Regierungsvizepräsident der Oberpfalz, auf. Neben seniorengerechten Wohnungseinrichtungen könnten dies zum Beispiel auch sogenannte Coworking Spaces sein, also größere räumliche Einheiten mit Arbeitsplätzen, die darauf ausgerichtet sind, dass sich Personen verschiedener Branchen auch austauschen und so ein soziales Miteinander entwickeln.

Der erste Tag des Kongresses war gefüllt mit dem Workshop „Marktplatz der Ideen“, in dem zur Belebung der Innenstädte und zum Thema Smart City Vorschläge zusammengetragen wurden. Am Dienstag, 20. September, stehen die Vorträge des Europaabgeordneten Christian Doleschal (CSU) und eines Vertreters der Münchener Stadtentwicklungs-GmbH CIMA auf dem Programm.

So wütete Corona in Ambergs Partnerstadt Desenzano

Amberg
Hintergrund:

Partnerstädte und ihre Vertreter

  • Bad Bergzabern: Bürgermeister Hermann Augspurger
  • Bystrzyca Klodzka (Polen): Bürgermeister Tadeusz Zielinski
  • Desenzano (Italien): Patenschaftsbeauftragter Mario Marchioni
  • Freiberg: Oberbürgermeister Sven Krüger
  • Périgueux (Frankreich): Oberbürgermeisterin Delphine Labails
  • Trikala (Griechenland): Stellvertretender Oberbürgermeister Giorgos Christomallos
Die Vertreter der Partnerstädte mit Oberbürgermeister Michael Cerny und Bürgermeister Martin Preuß. Von links: Martin Preuß, Tadeusz Zielinski, Delphine Labails, Sven Krüger, Hermann Augspurger, Patenschaftsbeauftragter Mario Marchioni und Oberbürgermeister Cerny.

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