31.07.2020 - 11:37 Uhr
AmbergOberpfalz

Coronapandemie betrifft auch den Urlaub von Pfarrern

Die Coronapandemie bedeutet nicht nur, dass wir kaum ins Ausland reisen. Es heißt auch, dass kaum jemand zu uns kommt. Das stellt die Urlaubsvertretung der katholischen Pfarrer vor Probleme. Sonst kommen Studenten aus Afrika und Indien.

Wenn auch wegen der Coronapandemie heuer keine Priester aus Indien und Afrika als Urlaubsvertretung einreisen dürfen, so leisten doch jene, die bereits vor der Krise ihren Dienst in den Pfarreien antraten, wertvolle Hilfe und Unterstützung der hiesigen Pfarrer. So wie Pfarrvikar Donald aus Indien, der in Kemnath ist
von Adele SchützProfil

Rund vier Wochen Urlaub haben gewöhnlich die Priester der Pfarreien in Amberg und im Landkreis in den Sommerferien. Zum Großteil halten sie auch den Religionsunterricht an den Schulen. In dieser Zeit übernehmen Aushilfen aus Indien oder Afrika die Seelsorge. Wegen der Coronapandemie besteht heuer aber ein Einreisestopp für Priester aus dem Ausland.

Zuversicht während der Corona-Beschränkungen von einem Geistlichen

Hahnbach

Im Dekanat Amberg-Ensdorf und im Dekanat Sulzbach-Hirschau ist die Bereitschaft unter den Priestern zur Aushilfe hoch, sodass jeder seinen Urlaub antreten kann. Aber mit mehr oder weniger Abstrichen.

"Als der Urlaub vor einigen Wochen geplant wurde, gab es keine Einreisemöglichkeit. Daher wurden die Dekane gebeten, die Vertretung intern zu regeln", erklärt der Dekan von Amberg-Ensdorf, Markus Brunner. Mit den indischen oder afrikanischen Mitbrüder, die in Rom oder einer anderen europäischen Stadt studieren, konnte man nicht planen. In der Pfarrei St. Michael wird in den Sommerferien der Gottesdienstplan ausgedünnt. So kann Pfarrer Alois Berzl seinen Urlaub antreten. Im August übernimmt Ruhestandspfarrer Johann Schottenhammel für drei Wochen.

Urlaube verschoben

Pfarrer Ludiwg Gradl aus der Pfarreiengemeinschaft Hl. Dreifaltigkeit/Hl. Familie sagt, dass die Vertretung kein Problem sei, weil man ja zu dritt ist. Er wird von Pfarrer Maciej Kolanowski und Kaplan Florian Weindler unterstützt.

Auch in der Pfarrei St. Martin ist das so. Stadtpfarrer Thomas Helm und Pfarrvikar Pater Xaver vertreten sich gegenseitig. Helm ist die erste Ferienhälfte da. Ab Mitte August hat er zwei Wochen frei.

Die Coronapandemie bringt nach Aussagen des Dekans von Sulzbach-Hirschau, Christian Schulz, im Einvernehmen mit der Diözesanleitung nun folgende Regelung: Die Urlaubszeit wird in diesem Sommer für alle auf maximal drei Wochen begrenzt. Wer nicht im Schuldienst tätig ist, sollte seine Urlaubszeit bereits im Juli angetreten haben.

Tatsächlich sollte es nach seinen Aussagen gelingen, so alle erforderlichen Vertretungen abdecken zu können. "Dies ist nur möglich durch die großherzige Bereitschaft der meisten Mitbrüder, bisherige Urlaubstermine teilweise so zu ändern, dass die vorgesehenen Ferienwochen nicht parallel liegen." Dennoch kann es sein, dass zeitweise ein Pfarrer/Pfarradministrator die Verantwortung für die eigene Pfarrei und für eine Vertretung inne hat. Laut Schulz werden auch Ruhestandsgeistliche nach ihren Möglichkeiten eingebunden.

Trotzdem rechnet man damit, dass das Gottesdienstangebot überall reduziert wird. "Das kann bis 5. September bedeuten, dass für Sonntage und Festtage in der Regel in jeder Pfarrkirche nur eine Sonntagseucharistie einschließlich Vorabendmesse gefeiert werden kann. Auch die Werktagsmessen werden reduziert. "Krankensalbungen und Kasualien wie Begräbnisse, Requiemfeiern werden natürlich in vollem Umfang gewährleistet sein."

Keine Folgen bei Evangelischen

Bei den evangelischen Christen habe die Urlaubsregelung, wie Pfarrer Stefan R. Fischer von der Pfarrgemeinde Hirschau sagt, keine Auswirkungen. Urlaub wird bei Gemeindepfarrern vom zuständigen Dekan genehmigt. "Man vertritt sich und koordiniert die Urlaubszeiten gegenseitig."

Anders verhält es sich mit den Sonntagsgottesdiensten, denn die werden von der Vertretung nicht abgedeckt. "Das geht nicht, weil jeder Pfarrer in der eigenen Gemeinde einen Gottesdienst zu halten hat. Sie finden nahezu gleichzeitig am Sonntagmorgen statt." Hier müsse nach Auskunft Fischers eine Vertretung gesucht werden.

Einige Kollegen im Ruhestand erklärten sich bereit, anderes würden Prädikanten und Lektoren übernehmen. "Urlaub bedarf einer gewissen Vorplanung. Aber es wird Hand in Hand zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen gearbeitet."

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