05.03.2020 - 20:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Coronavirus: Erster Fall in der Oberpfalz

Nun hat auch der Landkreis Amberg-Sulzbach einen Corona-Fall. Die 49-Jährige aus Kümmersbruck war beim Skifahren in Südtirol. Das bayerische Gesundheitsministerium bestätigte die Meldung und setzte die Fallzahlen weiter nach oben.

Die Stationsleiterin auf der Infektionsstation eines Krankenhauses steht in Schutzkleidung und mit einer Atemmaske in einer Schleuse und hält ein Abstrichröhrchen in den Händen.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Im Landkreis Amberg-Sulzbach ist eine 49 Jahre alte Kümmersbruckerin infiziert. Sie war in den Faschingsferien beim Skifahren in Südtirol. Die Frau ging mit grippeähnlichen Symptomen zum Arzt. Nach dem ersten Verdacht griffen bereits alle Vorsichtsmaßnahmen. Die Praxis in Kümmersbruck blieb am Donnerstag geschlossen. An der Tür hing ein Zettel. Er klärte die Patienten unmissverständlich auf: "Die Praxis ist heute auf Grund einer noch nicht bestätigten Coronaviruserkrankung eines Patienten aus Sicherheitsgründen geschlossen."

Der Verdacht bestätigte sich im Laufe des Donnerstags. Christine Hollederer, Pressesprecherin des Landkreises Amberger-Sulzbach, rief dazu auf, nicht in Panik zu verfallen. Die infizierte Frau werde unter dementsprechenden Schutzvorrichtungen ins Klinikum St. Marien gebracht und dort isoliert. Das Gesundheitsamt wird die Kontaktpersonen der 49-Jährigen ermitteln. Mit im Urlaub waren ihr Mann und die 14-jährige Tochter. Beide seien zuhause in häuslicher Quarantäne.

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Das Gregor-Mendel-Gymnasium in Amberg gab am Donnerstagnachmittag einen Brief an Eltern heraus. Darin heißt es: "Wie Sie sicher schon erfahren haben, liegt in der Klasse Ihres Kindes ein Verdachtsfall auf Infektion mit dem neuen Corona-Virus vor." Deswegen falle der Unterricht für die betroffene Klasse am Freitag, 6. März, und Montag, 9. März, aus. "Erst im Laufe des Montags liegt der Laborbericht vor, so dass dann entschieden werden kann, wie weiter zu verfahren ist."

Im Klinikum St. Marien sind bereits mehrere Verdachtsfälle getestet worden. "Die gab es bis jetzt immer wieder", sagte stellvertretender Vorstand Hubert Graf. Zum bestätigten Fall wollte er sich nicht äußern.

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Weiden in der Oberpfalz

Am späten Donnerstagnachmittag äußerte sich auch der Landrat des Landkreises Amberg-Sulzbach, Richard Reisinger. „Damit haben wir rechnen müssen. Deshalb beschäftigen wir uns nicht erst seit heute mit der Thematik und den notwenigen Handlungsschritten“, sagte Reisinger laut einer Mitteilung des Landratsamtes. Der Landrat sei aktiv in die Abläufe und Absprachen zwischen dem bayerischen Gesundheitsministerium und dem Gesundheitsamt eingebunden. Die dafür vorgesehenen Infektionsschutzmaßnahmen sind laut Reisinger sofort nach Bekanntwerden angelaufen. Die engen Kontaktpersonen würden demnach ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert. „Wir nehmen den Fall sehr ernst, aber es besteht kein Grund zur Panik“, wird der Landkreischef abschließend zitiert.

Das bayerische Gesundheitsministerium hatte am Donnerstagnachmittag mitgeteilt, dass bis 14 Uhr weitere 12 Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt wurden. Damit gibt es derzeit seit Donnerstag vergangener Woche insgesamt 66 neue bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern. Aus Mittelfranken wurden drei Fälle aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gemeldet sowie je ein Fall aus Nürnberg und dem Landkreis Roth. Daneben wurden aus den oberbayerischen Landkreisen München, Freising und Weilheim-Schongau, dem schwäbischen Landkreis Oberallgäu und eben auch dem oberpfälzischen Landkreis Amberg-Sulzbach je ein Fall gemeldet.

Überblick über die Fallzahlen weltweit

Deutschland und die Welt
Diesen Aushang gab es am Donnerstag bei einer Praxis in Kümmersbruck.
Kommentar:

Gekommen, um zu gehen

Am Donnerstag hat das Coronavirus also offiziell auch den Landkreis Amberg-Sulzbach erreicht. Inoffiziell ist der Krankheitserreger natürlich schon viel früher in der Region angekommen. So mancher Corona-Fall rennt wahrscheinlich recht frohgemut herum und hakt die „grippeähnlichen Symptome“ als normal ab. Was tun? Supermärkte leer kaufen? Arztpraxen und Notaufnahmen belagern? Sicher nicht! Wenn nicht noch mehr Hysterie entstehen soll, dann sind alle gut beraten, den Empfehlungen der Experten zu folgen. Das Virus ist gekommen und wird auch wieder gehen.

Uli Piehler

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