Amberg
10.03.2020 - 19:27 Uhr

Coronavirus: Hygieneartikel-Mangel „Riesenproblem“ für Ärzte

Hausärzte haben derzeit schon mit der "normalen" Grippewelle gut zu tun, hinzu kommt die Ausbreitung des Coronavirus und in der Folge ein Mangel an Hygieneartikeln. Apotheker könnten Abhilfe schaffen. Für die Bürger gilt: erst anrufen.

Aufgrund der großen Nachfrage dürfen Apotheken nun selbst eine Desinfektionslösung für die Hände herstellen. Bild: Waltraud Grubitzsch/dpa
Aufgrund der großen Nachfrage dürfen Apotheken nun selbst eine Desinfektionslösung für die Hände herstellen.

„Wir sind am Scheideweg“, sagt Henryk Steinbach. Der Geschäftsführer des Ärztenetzes Unternehmen Gesundheit Oberpfalz Mitte (UGOM) weiß um die Schwierigkeiten, mit denen Arztpraxen derzeit zu kämpfen haben. „Der Ansturm ist schon seit Wochen sehr hoch“, erklärt er. „Wegen der üblichen Grippewelle.“ Wie jedes Jahr um diese Zeit.

Nun sei noch das Coronavirus – und die Angst davor – hinzugekommen. Zu einem „Riesenproblem“ sei für die Ärzte der Mangel an Hygieneartikeln geworden. „Sie können nicht nachbestellen.“ Infolge der Ausbreitung des Coronavirus komme es zu Lieferengpässen.

UGOM-Geschäftsführer Henryk Steinbach spricht hinsichtlich des Mangels an Hygieneartikeln von einem "Riesenproblem". Bild: Wolfgang Steinbacher
UGOM-Geschäftsführer Henryk Steinbach spricht hinsichtlich des Mangels an Hygieneartikeln von einem "Riesenproblem".

Abhilfe könnte eine neue Entscheidung schaffen: Apotheken in Deutschland dürfen nun bestimmte Desinfektionsmittel für die Hände selbst herstellen. „Das wurde höchste Zeit“, findet Steinbach. „Die Apotheker können das ja.“ Diese Produkte unterlägen allerdings einer Zulassungspflicht und dürften daher normalerweise nicht einfach in der Apotheke angerührt werden.

„Es gibt allerdings die Möglichkeit einer Ausnahme, befristet für maximal 180 Tage, wenn eine Gefahr unter anderem für die öffentliche Gesundheit besteht“, berichtet die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Einen solchen Ausnahmefall habe die Bundesstelle für Chemikalien jetzt festgestellt.

Amberg04.03.2020

„Jeder sollte sich gut überlegen, ob er einen Arzt aufsucht“, sagt Steinbach. Auch Routine-Termine sollten nach Möglichkeit verschoben werden. Die meisten Praxen hätten nicht die räumlichen Kapazitäten, um Patienten voneinander zu trennen. „Niemand sollte sich unnötig dieser Gefahr aussetzen, unbedingt erst telefonisch Rat einholen“, betont der Geschäftsführer. Damit sollen die Praxen entlastet und die Ausbreitung des Virus gehemmt werden. „Langsam hilft dieser Aufruf“, erklärt er und fügt hinzu: „Bitte auch nicht gleich ins Krankenhaus gehen, nur bei schweren Symptomen.“ Wenn auch die Einschätzung der eigenen Lage nicht so einfach sei. Wer Symptome einer Infektion bei sich feststellt, könne „die 116117 anrufen und darum bitten, dass jemand kommt, um einen Test zu machen“, erklärt Steinbach. „Es kann aber zu Wartezeiten kommen.“

Oberpfalz13.03.2020
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