02.09.2021 - 22:45 Uhr
AmbergOberpfalz

CSU auf Stadiontour mit "Dirigent" Söder auf Amberger Bühne

Mal laut, mal auch ungewohnt kleinlaut: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und viele weitere bekannte CSU-Politiker machten am Donnerstagabend Halt in Amberg. Grund war natürlich der Bundestagswahlkampf.

Markus Söder bei seinem Wahlkampfauftritt am Donnerstagabend in Amberg.
von Sebastian Böhm Kontakt Profil

Draußen vor dem Stadion am Schanzl steht eine schwarze Limousine, bayerischer Hersteller, das Kennzeichen endet modern mit einem „E“. Wenn man durch die Windschutzscheibe blickt, erkennt man Alexander Dobrindt, er arbeitet. In den Ohren hat er weiße Air-Pods. Irgendwie cool. Er wird gleich einer der beiden Hauptredner auf der Stadionbühne sein. Was er wohl zur Einstimmung vor seinem Auftritt hört? Rap, Eye of the Tiger, Klassik? „Ich habe nur telefoniert“, sagt er lachend darauf angesprochen. „Aber ich hab diese Kopfhörer noch nicht lange, ich bin Fan.“

Okay, das war noch nichts mit der musikalischen Note und der CSU. Aber das sollte sich ändern. Natürlich, als der Chef höchstpersönlich, Markus Söder, in Amberg ankam. Sein Autokennzeichen endet übrigens nicht mit einem „E“. Vielleicht auch deswegen wurde er nicht mit Rap empfangen, wie man es sich bei einem Alexander Dobrindt, dem Air-Pod-Fan, durchaus hätte vorstellen können. Ganz traditionell wurde dem Ministerpräsidenten beim Einmarsch der bayerische Defiliermarsch um die Ohren gehauen – gespielt von der Kaolinkapelle Schnaittenbach.

Söder warnt vor Linksruck

Die 350 anwesenden Menschen machten den Empfang zu einer kleinen Party. Bayern-Flaggen wehten, die CSU-Fans auf der Tribüne standen. Markus Söder war gut drauf. Er tänzelte regelrecht in Richtung Bühne, auch ganz ohne Kopfhörer in den Ohren.

Während seiner Rede im Stadion sprach der Politprofi, wie man es von ihm schon immer kannte. Klare Sätze, gute Betonung und angriffslustig. Er wirkte wie ein Dirigent, der sein Stück perfekt beherrschte. Mal spielte Söder „presto“ auf die Schwächen der anderen Parteien an. Er warnte vor einem Linksruck und vor den Grünen. Bei der SPD ging er vor allem mit dem Kanzlerkandidaten hart ins Gericht. „Olaf Scholz ist vieles, aber kein würdiger Nachfolger der Bundeskanzlerin“, schrie er ins Mikrofon. „Bravo“ hallte es von der Tribüne. Die Zuhörer waren begeistert. Markus Söder schaffte es bei seinem Stück, welches er für diesen Abend vorbereitet hatte, alle Stimmungen miteinzubinden. Denn auch wenn es ihm sicher keinen Spaß machte, wechselte er von „Dur“ auch mal zu „Moll“. Es wäre fahrlässig den Trend zu verkennen, gab er zu. Er meinte damit die schlechten Umfragewerte der Union mit ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet. „Lassen wir uns ehrlich sagen, es wird sehr, sehr knapp.“

Es ging ans Ende der Rede. Söder schlug bei seinem Finale verbal nochmals kräftig auf die Pauke. „Die Oberpfalz ist die Siegerpfalz“, sagte er. Standing-Ovations. Der bayerische Ministerpräsident verneigte sich mehrmals. Die Mappe mit den Blättern seines Stücks hielt er dabei eng umschlungen fest.

Größere Gruppe Querdenker

Am Ende wurden alle Redner und Kandidaten nochmals auf die Bühne gerufen – wie es sich bei einer Vorstellung dieser Art eben gehört. Die Bayern- und die Nationalhymne erklangen – scheinbar nichts konnte die CSU-Idylle stören. Auch einer Gruppe von vierzig bis fünfzig Querdenkern ist das nicht gelungen. Laut Polizeiangaben wurden sie bereits an den Sperren rund um das Stadion abgewiesen.

Nach dem Auftritt ging es für großen Stars der Landespolitik wieder nach Berlin und München. Erst Dorothee Bär, dann folgten die anderen, alle stiegen sie vor dem Stadion wieder in ihre Limousinen.

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Info:

Diese CSU-Politiker standen in Amberg auf der Bühne

Der CSU-Vorsitzende und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, und der CSU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Alexander Dobrindt, hielten die längsten Reden im Amberger Stadion am Schanzl.

Der Bezirksvorsitzende der CSU Oberpfalz, der bayerische Finanzminister Albert Füracker, sprach vor den Reden von Dobrindt und Söder ein Grußwort.

Digital-Staatsministerin Dorothee Bär und CSU-Generalsekretär Mar-kus Blume moderierten durch die Veranstaltung.

Auch drei Direktkandidaten aus der Region wurden befragt: der Weidener Albert Rupprecht, die Ambergerin Susanne Hierl und der Regensburger Peter Aumer. Die Schwandorferin Martina Englhardt-Kopf ließ sich aufgrund einer Podiumsdiskussion entschuldigen.

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