26.09.2021 - 23:02 Uhr
AmbergOberpfalz

CSU verliert im Landkreis Amberg-Sulzbach 5,45 Prozent an Stimmen

37,86 Prozent hat Susanne Hierl (CSU) für sich gewonnen. Hinter ihr im Landkreis Amberg-Sulzbach liegt der Mann von der SPD, Johannes Foitzik, mit 18,69 Prozent der Stimmen. die Freien Wähler sind die drittstärkste Partei im Kreis.

Die Menschen im Wahlkreis Amberg-Sulzbach haben bei der Bundestagswahl ihre Stimme abgegeben.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Weigendorf war diesmal jene Gemeinde im Landkreis, die bei der Bundestagswahl am Sonntagabend am schnellsten ihr Ergebnis gemeldet hatte - nämlich um 19.08 Uhr. Am längsten ließ das Ergebnis aus Sulzbach-Rosenberg auf sich warten. Um Punkt 22 Uhr lag dann das Votum aller 27 Kommunen in Amberg-Sulzbach vor. Für die CSU war es eine klare Sache: Ihre Kandidatin Susanne Hierl vereinte 37,86 Prozent der Stimmen auf sich.

Freie Wähler drittstärkste Kraft

Johannes Foitzik von der SPD kam auf 18,69 Prozent. Drittstärkste Kraft im Landkreis waren die Freien Wähler: Für deren Kandidatin Daisy Miranda votierten 11,79 Prozent. Die AfD mit Peter Boehringer erreichte 10,87 Prozent und positionierte sich damit vor dem grünen Kandidaten Karl-Heinz Herbst mit 8,59.

Die höchsten Ergebnisse bei den Erststimmen fuhr die CSU in Hahnbach (43,87 Prozent), Freudenberg (43,45 Prozent) und Schmidmühlen (43,23 Prozent) ein. Die wenigsten Stimmen bekamen die Christsozialen in Sulzbach-Rosenberg (29,51 Prozent), Hirschbach (30,0 Prozent) und Neukirchen (34,05 Prozent). Nichtsdestotrotz musste die CSU kräftig Federn lassen gegenüber der Bundestagswahl 2017: ein Verlust von 5,45 Prozent.

Die größten Zuwächse gegenüber vor vier Jahren verzeichneten die Freien Wähler mit 4,96 Prozent. Vor allem in ihren Hochburgen Königstein (19,98 Prozent) und Gebenbach (19,13 Prozent) holten sie viele Stimmen, aber überraschenderweise beispielsweise auch in Hohenburg (17,27 Prozent).

Die SPD gewann gegenüber der 2017-er Wahl landkreisweit 1,58 Prozent hinzu. Über ein Wahlergebnis von über 20 Prozent kamen die Sozialdemokraten unter anderem in Sulzbach-Rosenberg (22,60), in Auerbach (22,54 Prozent) sowie in Schnaittenbach und Ensdorf (jeweils 22,03). Ihr schlechtestes Wahlergebnis fuhr die Partei in Kastl ein - dort lag sie mit 10,10 Prozent gleichauf mit der AfD. In Gebenbach kam die SPD auf 11,48 Prozent, in Ursensollen auf 12,18 Prozent. Die Basis war erstmals zur Wahl angetreten und hatte mit Alwin Baumert auch einen Direktkandidaten ins Rennen geschickt. Dieser erreichte ein Ergebnis von 1,44 Prozent.

CSU-Kreisvorsitzender Harald Schwartz freute sich am späten Sonntagabend, dass die CSU die bei weitem stärkste Partei im Landkreis wurde. Gleichzeitig verhehlte er nicht, dass dieses Ergebnis auf höherer Ebene ein Traum wäre - sowohl in Bayern als auch im Bund. "Insgesamt ist es natürlich für uns Anlass nachzudenken, woran es lag - personell als auch inhaltlich", sagte Schwartz mit Blick in Richtung Berlin. Das Ergebnis, das Hierl im Landkreis einfuhr, sei eines, "über das jede andere Partei jubeln würde". Schwartz verwies darauf, dass die CSU teilweise drei mal mehr, in manchen Orten sogar vier mal so viel wie andere Parteien habe.

"Menschlich-natürliche Art"

Für SPD-Kreisvorsitzenden Uwe Bergmann kam es wenig überraschend, dass das Mandat erneut an die CSU ging. Für den SPD-Kandidaten Johannes Foitzik sei es ein Achtungserfolg. Bergmann würdigte vor allem dessen Überzeugungskraft und menschlich-natürliche Art. Bergmann richtete gestern Abend auch den Blick nach Berlin - und hoffte natürlich, "dass die SPD stärkste Kraft bleiben wird".

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Amberg
Info:

Wahlbeteiligung in Amberg-Sulzbach

  • Die gestrige Bundestagswahl hat zumindest im Landkreis enorm viele Wähler mobilisiert: 81,24 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.
  • Über dem Landkreis-Schnitt lag Ammerthal mit 88,86 Prozent, dicht gefolgt von Freudenberg mit 87,91 Prozent und Gebenbach mit 87,73.
  • Das geringste Interesse an der Wahl war in Sulzbach-Rosenberg (74,55 Prozent), Vilseck (77,43 Prozent) und Auerbach (78,38) zu verzeichnen. Landkreisweit waren 81 848 Bürger wahlberechtigt.

 

 

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