12.09.2018 - 14:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Dealer muss in Drogenentzug

Der Dealer bekommt zwar dreieinhalb Jahre Haft. Auf dem Papier. Denn möglichst rasch wandert der 35-Jährige nun in den langfristigen Drogenentzug. Steht er ihn erfolgreich durch, kann die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden.

Symbolbild
von Autor HWOProfil

Wenn einer wie er als Rauschgiftkonsument bekannt ist, wird es schwer, an der Polizei vorbeizukommen. Am 10. Januar dieses Jahres wurde der Amberger gestoppt, als er im Drogenrausch am Lenkrad saß. Nur einen Tag später das gleiche Ereignis. Diesmal in Gailoh angehalten und wieder unter Rauschgifteinfluss. Es kam hinzu: Einen Führerschein hatte der 35-Jährige nicht.

Am 18. Januar passierte dann etwas, das nun die Erste Strafkammer des Landgerichts vorrangig interessierte. In einem Waldstück bei Gailoh grub der Dealer, der offensichtlich mit erzielten Gewinnen seinen Eigenverbrauch finanzierte, ein Einmachglas aus dem Erdreich und warf es weg, als sich auf der Rückfahrt Zivilfahnder vor seinem Wagen postierten. In dem Behälter lagen knapp 100 Gramm Crystal Speed.

Vor den Richtern legte der 35-Jährige nun auf Anraten seines Verteidigers Helmut Mörtl (Regensburg) ein Geständnis ab. Durch einen Sachverständigen wurde im Prozess die Drogenabhängigkeit des Mannes bestätigt. Daraufhin war klar: An einem Entzug führt kein Weg vorbei. Staatsanwältin Christina Denk beantragte deswegen vier Jahre Haft und hielt eine Therapiemaßnahme für notwendig. "Drei Jahre Gefängnis sind ausreichend", ließ Verteidiger Mörtl anklingen und empfahl der Strafkammer, den Drogenentzug bei seinem Mandanten anzuordnen.

Das Urteil, verkündet von der Vorsitzenden Richterin Roswitha Stöber, erging nach relativ kurzer Beratungszeit: Dreieinhalb Jahre Freiheitsentzug und parallel dazu die Einweisung in eine Fachklinik. Sie kann umgehend erfolgen, da der Mann bereits acht Monate in U-Haft saß.

Es gab noch einen Mitangeklagten. Momentan in drogentherapeutischer und psychiatrischer Langzeitbehandlung, war er eine Art Mitläufer. Der Frührentner saß bei der Fahrt in das Waldstück bei Gailoh zwar mit im Auto, war aber nicht dabei, als das Einmachglas ausgegraben wurde.

"Ich wollte nur für einen Zehner Marihuana", sagte der 36-Jährige den Richtern. Das aber wurde ihm so nicht ganz geglaubt. Denn irgendwie, so schien es, spielte der Mann doch eine Rolle im Getriebe der undurchsichtigen Geschäfte. Deswegen gab es einen Schuldspruch wegen Beihilfe zum Drogenhandel. Allerdings mit nicht allzu gravierenden Folgen. Der Frührentner muss 350 Euro Geldstrafe bezahlen. Sein Verteidiger Jörg Jendricke hatte 240 Euro verlangt.

Die Vorgeschichte

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