08.12.2020 - 10:50 Uhr
AmbergOberpfalz

Delegierte der IG Metall Amberg treffen sich zum ersten Mal digital

Wegen der Corona-Beschränkungen fand die Delegiertenversammlung der IG Metall-Verwaltungsstelle Amberg zum ersten Mal als Videokonferenz statt. Zu besprechen gab es viel.

Erstmals in ihrer Geschichte hat die Amberger IG-Metall-Verwaltungsstelle eine Delegiertenversammlung in digitaler Form abgehalten. Nur der Erste Bevollmächtigte Horst Ott (vorne) und einige unabdingbare Funktionäre waren live im Gewerkschaftshaus.
von Externer BeitragProfil

Themen gibt es derzeit ausreichend bei der IG Metall in Amberg: Tarifrunden, Beschäftigtenbefragung, der Umgang mit Corona und Corona-Leugnern. "Aber in der momentanen Situation 78 Delegierte aus vier Landkreisen zusammenzuholen, ist schlicht unmöglich", sagt Erster Bevollmächtigter Horst Ott. Also wurden zwar Datum und Uhrzeit der letzten Delegiertenversammlung des Jahres belassen, diese aber in den digitalen Raum verlegt. Nur die Revisoren und die Mitglieder der Mandatsprüfungskommission waren persönlich anwesend.

"Spannend war das schon, eine Veranstaltung von dieser Größe mit Einlasskontrolle und Abstimmungen als Videokonferenz durchzuführen. Viele Betriebe arbeiten seit dem ersten Lockdown mit diesen Technologien. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie für alle Beschäftigten zum Alltag gehören", beurteilt Horst Ott diese erste Video-Delegiertenversammlung.

Die IG Metall zeigt sich gewappnet

Amberg

Stabile Mitgliederzahlen

Trotzdem hat laut Pressemeldung der IG Metall alles gut geklappt: Mit über 70 Teilnehmenden konnte die Beschlussfähigkeit festgestellt und die Geschäftsführung einstimmig entlastet werden. Mitgliederzahlen und Finanzen sind trotz der Corona-Pandemie stabil. Zwar konnten durch den Lockdown Anfang des Jahres weniger Menschen für die Gewerkschaft geworben werden, aber auch die Abgänge sind auf niedrigem Niveau.

"Das zeigt, dass den Beschäftigten bewusst ist, dass die IG Metall in der Krise ein verlässlicher Partner ist.", erklärt Horst Ott. Schwerpunkt der Veranstaltung waren die anstehenden Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie sowie der Holz- und Kunststoffverarbeitenden Industrie. Die Forderungen wurden erstellt und die entsprechenden Tarifverträge gekündigt. In die heiße Phase geht es nach Ende der Friedenspflicht Anfang März 2021. Die IG Metall sieht sich für die Auseinandersetzung gerüstet.

"Mit unserer bayerischen Aktionswoche im Oktober haben wir gezeigt, dass wir kreativ mit den Kontaktbeschränkungen umgehen und alternative Aktionsformen auf die Beine stellen können. Und die Beschäftigtenbefragung hat gezeigt, dass die Mehrheit der Beschäftigten hinter den Forderungen steht.", ist sich Udo Fechtner sicher. Der 2. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg war nicht vor Ort, sondern von zu Hause zugeschaltet.

Solidarität mit Bürgermeister

Und noch ein Thema beschäftigt die Metaller: Der Bürgermeister von Neustadt/Waldnaab, Sebastian Dippold, werde derzeit anonym bedroht. Grund dafür sei seine klare Positionierung gegen Rechts bei einer Querdenkerdemonstration. Das wollen die Gewerkschafter in ihrer Region nicht hinnehmen. Nicht nur aus Solidarität mit einem demokratischen Mandatsträger. Sebastian Dippold habe sich bei der letzten Delegiertenversammlung im September auch als Gewerkschaftsmitglied zu erkennen gegeben.

Da sei die Botschaft klar, heißt es unmissverständlich aus der Amberger IG-Metall-Zentrale: "Wer sich mit einem von uns anlegt, legt sich mit uns allen an. Wir stehen zusammen ein für Respekt und gegen rechte Hetze. Wir können solche feigen Drohungen nicht verhindern. Aber wir können ein Zeichen setzen, dass wir hinter unserem Kollegen Sebastian Dippold stehen." In diesem Sinne hat der Ortsvorstand der IG Metall dem Neustädter Bürgermeister eine Respekt-Tafel überreicht, die in der Luitpoldhütte gegossen wurde.

Digitale Delegiertenversammlung
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