05.12.2021 - 12:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Demokratiekonferenz in Amberg über das Unbehagen der Geschlechter

Thema der 6. Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie Amberg war „Das Unbehagen der Geschlechter“. Im Fokus stand die Aufklärung und Hilfestellung für Unwissende.

Über Menschen und ihre Gender: Kathrin Schuchardt und Jens Bankwitz klären über die Lebenswege unterschiedlicher Personen während der 6. Demokratiekonferenz auf.
von Dagmar WilliamsonProfil

Pronomen schützen vor Fettnäpfchen. Was für den einen nur eine Peinlichkeit darstellt, mag für den anderen verletzend und abwertend klingen. Deshalb ist es sinnvoll, Pronomen neben dem Namen, zum Beispiel in den sozialen Medien, zu platzieren. In ihrem Vortrag klärten Kathrin Schuchardt und Jens Bankwitz vom Verein für Vielfalt in Sport und Gesellschaft über Queere und andere Homosapien auf. „Denn, zuerst sind wir alle Mensch“, so der Tenor.

"Wir haben viele Identitäten"

Wer bin ich? Als multidimensionaler Mensch bezeichnet sich Bankwitz. Dennoch gab er während der Präsentation einen kleinen Einblick: „Ich bin ein schwuler, weißer Mann, ein Onkel, spiele Piano und backe gern.“ Für Schuchardt würde er sich jedoch zu sehr reduzieren und leitete in die Begriffe der Fremdwahrnehmung und das eigentliche Ich ein. „Wir haben alle viele Identitäten.“ Sie würde sich als erstes als Bildungsreferentin und Demokratiepädagogin vorstellen, ergo ihrer beruflichen Identität. Um die eigene Wahrnehmung und die von anderen weiter auszuführen, stellten die Referenten Menschen des öffentlichen Interesses vor. Von Conchita Wurst bis zur ersten Transfrau in der Bundeswehr. „Man wird ja nicht als Mann geboren, sondern zum Mann gemacht“, erklärten sie. Um diese Behauptung zu verdeutlichen, erläuterten sie den Unterschied zwischen Gender und Sex. Während es sich bei dem Begriff „Sex“ um das biologische Geschlecht bei der Geburt handelt, ist Gender die Erklärung für das soziale Geschlecht, das durch Kleidung, Beruf, Namen und Interesse ausgedrückt wird.

In ihrer Informationsarbeit erzählten sie von persönlichen Erfahrungen mit Alltagsdiskrimminierung, die sie bereits bei Kindern wahrnehmen. Frauenverachtend, wie „Du Mädchen“ bis „Schlampe“ oder homophobe Beschimpfungen, wie „Mannweib“ oder „Schwuchtel“ sind dabei keine Seltenheit. Diese Wörter würden auch schnell von Kindern mit Migrationshintergrund erfasst. Die Folgen von Queerfeindlichkeit sind Selbstverleumdung, Depressionen und erhöhtes Suizidrisiko.

Ängste der Heranwachsenden

Lehrer und Vorsitzender des Stadtjugendrings, Christoph Hollweck, kennt diese Art der Auseinandersetzung nur zu gut und erlebt sie fast täglich. Gleichzeitig weiß er um die Ängste der ihm anvertrauten Heranwachsenden, auch aufgrund von Unwissenheit. Für ihn ist es wichtig, immer zu betonen: „Vielfalt ist Normalität“. Rund zwanzig Interessierte folgten der Einladung von Juba Akili und Marlen Mäger der Partnerschaft für Demokratie Amberg. Abschließend wurde in Gruppen über Erlebnisse und Erfahrungen diskutiert.

Über "Querdenker" ging es bei der 5. Demokratiekonferenz

Amberg
Rund 20 Interessierte nahmen an der 6. Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie Amberg im Netz teil.

 

 

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