05.09.2018 - 19:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Denkmal-Tag in Amberg: Die Geschichten der Geschichte

Dass der Erfinder des Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiels ein Amberger war, wissen inzwischen viele. Aber wie lebte er damals? Und warum könnte Peter Maffay in Amberg die perfekte Kulisse für einen seiner größten Hits finden?

Lust auf eine Partie Mensch-ärgere-Dich-nicht? Kein Problem, die gehört auch zum Angebot des Denkmal-Tags.
von Heike Unger Kontakt Profil

(eik) Antworten auf Fragen wie diese liefert einmal mehr der Tag des offenen Denkmals, diesmal am Sonntag, 9. September. Er soll Türen öffnen, die sonst verschlossen sind. Und selbst bei Sehenswürdigkeiten, die vor allem Einheimischen sehr vertraut sind, gibt es bei vielen Führungen in Amberg und dem Landkreis noch manches bislang unbekannte Detail zu entdecken, die eine oder andere kuriose Geschichte zu hören und vielleicht auch ein Aha-Erlebnis. Wie das, dass Peter Maffay in Ambergs Altstadt über sieben Brücken gehen könnte.

Die Denkmal-Termine und Führungen in Amberg:

Stadtgraben

Bei einem Spaziergang durch den Stadtgraben, die älteste Grünanlage der Stadt, trifft man nicht nur auf Raritäten, Baumriesen und -exoten, sondern erfährt auch manches über die historischen Besonderheiten und Zusammenhänge der ehemaligen Verteidigungsanlagen und den daraus hervorgegangen Grünanlagen im Wandel der Zeit; Treffpunkt: Max-Denkmal. Dauer: 10.30 bis 12 Uhr; Führung: Thomas Blank, Landschaftsarchitekt, Team Grün.

Plättenfahrt

Bis in das 19. Jahrhundert wurde auf der Vils Schifffahrt betrieben. Vilsabwärts transportierten die Schiffe Erz zu den Hammerwerken und Eisen zur Eisengrät, vilsaufwärts Salz, umgeladen im Amberger Salzstadel. Heute erinnern daran die anlässlich der Landesgartenschau 1996 in Betrieb genommenen Plätten. Treffpunkt: Schiffgasse/Schiffbrücke; 12 und 12.05 Uhr, Dauer jeweils eine Stunde; Führung: Renate Singer/Ingeborg Torunsky, Stadtführerinnen.

Musik verbindet: Orgel St. Martin

Die mittelalterliche Hallenkirche, abweichend vom Stil anderer gotischer Kirchen, zeugt mit Wappen und Epitaphien von ehemaligen Stiftern. Komplett erhalten ist die neugotische Ausstattung mit Altarschreinen, Kanzel, Maßwerk der Galerie und Glasfenstern. Die Walcker-Orgel von 1968 ist ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Treffpunkt: Basilika St. Martin/Marktplatz; 13.30 bis 14.30 Uhr; Führung: Bernhard Müllers, Regionalkantor.

Der Wasser-Wander-Weg

1893 war die Geburtsstunde der flächendeckenden Amberger Trinkwasserversorgung: Das Pumpwerk Am Anger, heute Museum, ging in Betrieb. Den Hochbehälter nutzen die Stadtwerke Amberg heute noch. Der Wasser-Wander-Weg gibt Einblicke in die damalige Wasserversorgung. Treffpunkt: Mariahilfberg/Parkplatz; 14 bis 17 Uhr; Führung: Josef Donhauser.

Mensch-ärgere-Dich-nicht

1907 erfand der 1871 in Amberg geborene Viktualienmarkt-Händler Joseph Friedrich Schmidt das Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel. Die Führung geht den Fragen nach den Lebensverhältnissen und Veränderungsprozessen innerhalb der Stadt zu dieser Zeit nach. Wer möchte, kann danach eine Freiluft-Partie Mensch-ärgere-Dich-nicht spielen. Treffpunkt: Malteserplatz; 14 bis 15 Uhr; Führung: Hannelore Zapf, Stadtführerin.

Brückenführung - Sieben Brücken der Altstadt

Jede der sieben Vilsbrücken in der Innenstadt erzählt ihre eigene Geschichte - als Brücke, "darüber man fahren kann", oder als Steg, "darüber man gehet". Aussehen und Zweckbestimmung wurden stets den sich wandelnden Bedürfnissen angepasst. Bei der Führung werden Bauformen, Konstruktionen und Materialien der Brücken erklärt. Treffpunkt: Kurfürstenbrücke am Nepomuk; 15.30 bis 17 Uhr; Führung: Hannelore Zapf, Stadtführerin.

Gotik, Renaissance, Barock

Wir unterscheiden in der Kunst einzelne Stile wie Gotik, Renaissance und Barock. Aber war jeder Künstler auf der Höhe der Zeit? Wusste er, wie er "modern" zu bauen hatte, oder hat mancher seinen "alten Stiefel" weitergepflegt? Die Übergänge zwischen den Epochen sind eine spannende Sache. Treffpunkt: Marktplatz/Hochzeitsbrunnen; 16 bis 17 Uhr; Führung: Beate Wolters, Kunsthistorikerin.

Von der Alten Veste zum Kurfürstlichen Schloss

Seit jeher verfügten die Pfalzgrafen über ein "Festes Haus" und das "Haus der Frau Pfalzgräfin". Der Bau der zweiten Stadtmauer und das Repräsentationsbedürfnis erforderten einen Neubau, das heutige Kurfürstliche Schloss. In diesem Bollwerk zur Stadt und zum Land wurde einst europäische Geschichte gestaltet. Treffpunkt: Eichenforstplatz; 10.30 bis etwa 11.30 Uhr; Führung: Kreisheimatpfleger Dieter Dörner.

Bernhard Müllers stellt die Orgel von St. Martin vor.

Die Akanthusranken sind das Markenzeichen von Johannes Hörmann: Er hat das Chorgestühl von St. Georg geschnitzt.

Im Kurfürstlichen Schloss in Amberg, heute Sitz des Landratsamtes, wurde einst europäische Geschichte gestaltet.

Der Maxplatz und sein Namensgeber Maximilian I. Joseph.

„Über sieben Brücken musst du geh’n“: In der Amberger Altstadt kann man genau das tun. Stadtführerin Hannelore Zapf weiß dazu einiges zu erzählen. Auch zur Nepomuk-Statue an der Kurfürstenbrücke, wo der Rundgang beginnt.

Eine Fahrt mit der Plätte erinnert daran, dass die Vils einst ein wichtiger Transportweg war.

Das Pumpwerk wurde 1893 in Betrieb genommen. Heute ist es ein Museum, das Einblick in die Wasserversorgung von einst gibt.

Tag des offenen Denkmals im Landkreis Amberg-Sulzbach

Sulzbach-Rosenberg
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