26.08.2018 - 13:32 Uhr
AmbergOberpfalz

Digitalisierung jenseits der Exzellenz-Unis

Die Zukunft hält neue Herausforderungen für die OTH bereit. Vertreter der Stadt Amberg und der OTH diskutieren darüber mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Oliver Jörg. Dabei geht es natürlich auch um Geld.

Die Teilnehmer am Fachgespräch (von links): OTH-Kanzler Ludwig von Stern, Michael Kertle, Wolfgang Weber (OTH), Alfred Höß (OTH), Henner Wasmuth, MdL Oliver Jörg, OB Michael Cerny, OTH-Präsidentin Andrea Klug, MdL Harald Schwartz, OTH-Vizepräsidentin Christiane Hellbach und Udo Hartmann.
von Wolfgang RuppertProfil

(wpt) Für ein Fachgespräch zum Thema „Digitaler Campus“ war Oliver Jörg, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst im Landtag, am Donnerstag im Senatssaal der OTH Amberg zu Gast. Ziel des Programms ist die Verbesserung der Infrastrukturen zur Anwendung digitaler Arbeitstechniken während des Studiums und im Beruf sowie die Vermittlung von IT-Grundkompetenzen.

Zu Beginn betonte Jörg: „Wir dürfen nicht nur die Exzellenz-Unis unterstützen. Wir müssen von der anderen Seite her denken.“ Die meisten Reformen im Universitätsrecht der vergangenen Jahre hätten sich auf die HAWs bezogen. Es sei für die bayerische Landespolitik wichtig, den „Raum Amberg mit der OTH besser wahrzunehmen“, stellte der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Schwartz klar. „Die OTH soll sich weiter profilieren.“

Die Entstehung der neuen TU in Nürnberg war eines der Hauptdiskussionsthemen. Die OTH müsse sich einerseits ständig weiterentwickeln, da sich die Interessen an verschiedenen Arbeitsbereichen im stetigen Wandel befänden, sagte Oberbürgermeister Michael Cerny. „Andererseits müssen wir uns überlegen, wie wir damit umgehen, wenn in Nürnberg eine neue Exzellenz-Uni entsteht.“ Vor Ort stünde alles Notwendige bereit, um das Thema der digitalen Frühpädagogik voranzutreiben. „Eine Uni wird natürlich immer attraktiver, wenn sie mehr Studiengänge anbieten kann.“

OTH-Präsidentin Andrea Klug betonte, der Zuwachs an Studienangeboten in den letzten Jahren mache die Dynamik der Hochschule deutlich. „Die Herausforderungen, die auf uns zukommen, sind für uns kein Grund zum Jammern.“ Aufgabe sei es, deutliche Trends zu erkennen und gezielt Studiengänge neu einzuführen, die in dem angelegt sind, „wonach die Betriebe in der Region fragen“. Im Bereich der angewandten Forschung habe man einiges erreicht. So sei möglich gewesen, das Forschungsbudget der OTH im Vergleich zu den Jahren 2013 und 214 auf rund 6,5 Millionen Euro zu verdoppeln.

Ein weiteres Bestreben bestehe darin, neue Zielgruppen zu erschließen. Das Angebot von dualen Studiengängen habe sehr schnell Resonanz gefunden. Dadurch sei es möglich geworden, Fachkräfte sehr früh an geeignete Unternehmen heranzuführen. In Zukunft solle der Fokus auch weiterhin auf berufsbegleitenden Studienangeboten liegen. „Für diejenigen, die schon arbeiten, aber einen weiteren Abschluss erwerben möchten, haben wir spezielle Studiengänge installiert“, erklärte OTH-Vizepräsidentin Christiane Hellbach. Auch einzelne Module zur gezielten Weiterbildung können von Interessierten belegt werden.

Auf die Nachfrage von Oliver Jörg, ob denn die dafür anfallenden Studienbeiträge von den jeweiligen Unternehmen übernommen würden, antwortete Hellbach: „Die Motive für die individuelle Weiterbildung sind bei den Teilnehmern sehr unterschiedlich, zahlen müssen sie aber meist selbst dafür.“

OB Cerny zufolge ist es für eine Hochschule, die sich den Herausforderungen der Zukunft stellt, auch wichtig, die Folgen der Digitalisierung abzuschätzen. „Wir müssen fragen, was dieser Wandel in der Gesellschaft bewirkt, denn das betrifft Kinder und Schulen und bringt Veränderungen am Arbeitsplatz mit sich. Wenn die Leute glauben, uns sind die Folgen egal, dann stehen sie der Hochschule negativ gegenüber.“

Eine umfangreiche Folgenabschätzung liege in der DNA der OTH, sagte Andrea Klug. „Unsere Aufgabe ist es, die Bereiche der Ethik und Nachhaltigkeit in der Forschung zu verankern“, ergänzte Christiane Hellbach. Diese Aspekte überspannten die Bereiche der Wirtschaft, des Sozialen, des Ökologischen, des Transfers und schließlich den gesamten Campus.

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