Zu der von Elke Renner organisierten Veranstaltung am Donnerstag waren rund 200 Vertreter der Wirtschaft und der Wissenschaft ins Amberger Congress-Centrum (ACC) gekommen. Die Frage, ob quergedacht werden müsse, bejahten sowohl Schirmherr Jörn Werner, Aufsichtsratsvorsitzender bei ATU, als auch Peter Kreuz, der eines der beiden Impulsreferate hielt. "Die Digitalisierung war schon, jetzt kommt die Künstliche Intelligenz", sagte Werner und erklärte den Unterschied. Während es bei der Digitalisierung darum gehe, "dass wir die Maschinen programmieren und Herr der Lage sind", bedeute Künstliche Intelligenz, dass die Maschine lernen könne und sich selber programmiere. Da stelle sich die Frage, ob der Mensch die Krönung der Schöpfung sei oder ob dies Roboter sein werden. Die Digitalisierung nannte Werner einen "Tsunami, der über die Märkte rollt". Wichtig sei, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Werner verglich dies mit dem Surfen. "Man darf damit nicht erst anfangen, wenn die Welle schon vorüber ist." Erfolgreich seien Unternehmen, die Anpassungsfähigkeit hätten.
Peter Kreuz, der laut Elke Renner als "Anstifter, Mutmacher und Impulsgeber für die Arbeitswelt von morgen gilt", nannte drei große Herausforderungen der Zukunft. Zum einen verändere sich die Welt immer schneller. "Doch meistens kommen Veränderungen immer erst, wenn man ein Unternehmen vor einer existenzbedrohenden Krise steht." Zum anderen nehme die Wettbewerbsintensität weiter zu. "Innovation ist wirklich jedermanns Job." Zum dritten sei die Arbeitswelt in einem Umbruch. Digital Natives hätten "keinen Bock mehr auf klassische Karriere, Dienstwagen und Leben in er Tretmühle". Laut Statistik seien 15 Prozent der Mitarbeiter eines Unternehmens mit vollem Engagement dabei. Am anderen Ende der Skala stünden die 14 Prozent, die bereits innerlich gekündigt hätten. "Mich interessieren die 71 Prozent in der Mitte: Sie erledigen ihren Job, lassen aber ihre Kreativität und Leidenschaft zu Hause." Kreuz blickte zurück auf die 1970er-Jahre. Damals habe man ein Telefon bei der Post gekauft, wobei es Null Auswahl gegeben habe. "Es gab nur die Frage: Will ich es, oder will ich es nicht." Der damalige Mitarbeiter der Post sei fleißig und sorgfältig gewesen. Doch Fleiß, Sorgfalt und Intelligenz ("Es wäre schön, wenn der Mitarbeiter seinen Kopf mit zur Arbeit bringt") reichten nicht mehr aus. Kreuz nannte drei Faktoren, die unabdingbar seien, um nicht austauschbar zu sein: Initiative, Kreativität und Leidenschaft. "Das sind Geschenke, die die Mitarbeiter jeden Tag zur Arbeit mitbringen."
Neben zwei Impulsreferaten waren drei Diskussions-Panels und Workshops der Kongress-Aussteller geboten. Organisatorin Elke Renner hatte zu Beginn erläutert, warum sie den Wirtschaftskongress organisiert. Sie möchte Oberpfälzer Unternehmen mit aktuellen Themen füttern. Als weiteren Aspekt nannte sie den Netzwerkgedanken. Professor Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, griff das Querdenken in ihrem Grußwort auf. "Das beinhaltet immer den Blick in die Zukunft."













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