28.01.2019 - 10:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Dr. Luppa macht Schule in Togo

Togo tanzt den Freudentanz: über eine neue Realschule, die den Namen eines bekannten Ambergers trägt - Dr. Dietrich Luppa. Klar ist es der nach ihm benannte Entwicklungshilfeverein, der dieses Projekt realisiert und nun eingeweiht hat.

Zur offiziellen Eröffnung ihres neuen Realschulgebäudes im Hintergrund tanzen die Schülerinnen den Freudentanz.
von Thomas Amann Kontakt Profil

David Djore Dare ist schlicht hin und weg, dass sein "Traum" in Erfüllung gegangen ist: "Das ist das Mindeste, was wir tun konnten, um für dieses großartige Werk zu danken, den Spendern aus Amberg und Umgebung und ihrer Projekthilfe unsere Ehre zu erweisen." Der gebürtige Togolese hat selbst großen Anteil daran, dass in seiner ehemaligen Heimatstadt Bassar im Norden des afrikanischen Landes ein neues Realschulgebäude für 240 Kinder entstanden ist. Er war es, der der Projekthilfe Dr. Luppa diesen Bau vorgeschlagen hat.

Und nicht nur das: Er übernahm auch selbst Verantwortung bei der Herstellung - vom ersten Moment an mit dem Brennen der Ziegelsteine bis zur Einweihung, die nun in Togo gefeiert wurde. Mit einem großen Fest und mit Gästen aus Amberg und dem Landkreis, an ihrer Spitze Projekthilfe-Vorsitzender Ulrich Siebenbürger und seine Ehefrau Cornelia. Aber auch der deutsche Botschafter in Lomé, Christoph Sander, und togolesische Politiker kamen, um die neue Errungenschaft zu feiern.

Projekthilfe Dr. Luppa unterstützt Projekt in Togo

Amberg

Als solche kann man das langgestreckte erdgeschossige Gebäude mit seinen vier Klassenzimmern und weiteren Räumen bezeichnen, weil zuvor der Unterricht in Bassar unter Bäumen stattfand. Tatsächlich hatte die Realschule, die es mit Personal und Unterricht schon gab, nur das Blätterdach als Schutz vor der Sonne. Darunter kauerten die Schüler auf dem staubigen Boden, um ihren Lehrern zu lauschen und etwas zu lernen. "Was für ein Zustand und was für ein starker Wille von Kindern und Pädagogen, trotz dieser ungenügenden Lage den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten", sagt Siebenbürger noch heute beeindruckt im Rückblick.

Jetzt geht das alles viel besser in einem neuen Haus, das nicht nur Schutz vor der Sonne und ordentliche Bänke zum Sitzen und Schreiben bietet. Es besitzt auch einen Schulgarten mit Gemüseanbau, der bald die noch geplante Küche versorgen soll. Dort wird dann die Mittagsverpflegung gekocht, die die Schüler künftig ebenfalls bekommen sollen. David Djore Dare will für diese Ergänzung eine große Oberpfälzer Baufirma als Sponsor gewinnen.

Dem Togolesen, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist es durch seine Freundschaft zu Stefan Rubenbauer ferner gelungen, vom Inhaber der gleichnamigen Kümmersbrucker Baufirma 21 000 Euro zu erhalten, die einen weiteren Zweck haben: Damit soll als nächster Baustein auf dem großen Grundstück ein Kindergarten erstellt und so der Bildungscampus, auf dem schon eine Grundschule steht, komplettiert werden. Dazu würde nach David Djore Dares Wunsch irgendwann auch eine Bäckerei gut passen, wenn weitere Spenden fließen.

Insgesamt rund 130 000 Euro hat die Projekthilfe Dr. Luppa bisher ausgegeben, die damit auch einen Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen leisten will. Das unterstützt ferner eine Spendergemeinschaft aus Freudenberg und Umgebung mit ihrem Sprecher Johannes Schwarz, der zur Einweihungsfeier mit nach Togo geflogen war. Mit rund 13.000 Euro beteiligten sich die großzügigen jungen Erwachsenen an dem Projekt, das ihrer Ansicht nach auch in anderen Ländern Schule machen darf.

Hintergrund:

„Ich war auch eines dieser Kinder auf den Fotos.“ So erklärt David Djore Dare, warum er sich so sehr für den Schulbau in seiner alten Heimatstadt Bassar engagiert hat. Ihm selbst ist es in seiner Kindheit so ergangen, dass er täglich viele Kilometer zu Fuß zum Unterricht laufen musste, um nach Rückkehr am Abend erst den Eltern auf den Feldern zu helfen, bevor er dann am Ende des Tages noch seine Hausaufgaben machte. Dennoch: David und viele Tausend Jugendliche heute in Togo wissen, dass nur eine gute Schulbildung sie weiterbringen und dem Kreis der Armut entreißen kann. Sie strömen aus eigenem Antrieb auch in die Dr.-Luppa-Schule, die ihnen in der Gegend von Bassar nun lange Fußwege erspart und eben eine höhere Realschulausbildung bietet. Darauf sind die Projekthilfe und David stolz, der einst selbst als Asylbewerber nach Amberg kam und nun als integrierter Deutscher in seiner Heimat hilft.

David Djore Dare und der deutsche Botschafter Christoph Sander (Dritter bzw. Vierter von rechts) freuen sich genauso über die neue Schule samt Namensschild wie Johannes Schwarz (Zweiter von links), der für eine Spendergemeinschaft aus Freudenberg mit nach Togo reiste und sich vor Ort vom sinnvollen Einsatz der Gelder überzeugte.
Ulrich Siebenbürger drückt die Dr.-Luppa-Schulbank.
Ohne die Schuluniformen geht das Tanzen zur Einweihungsfeier auch deutlich bunter und typischer für Afrikas bekanntes Flair.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.