Amberg
20.01.2026 - 11:17 Uhr

Drei große Themen beherrschen Podiumsdiskussion mit Amberger OB-Kandidaten

Das Klinikum ist ein "Millionengrab", die Bergwirtschaft wird wohl nie fertig, und es fehlen Flächen für Wohnhäuser und Gewerbegebiete. Drei große Themen, die auch die OB-Kandidaten in unserer Podiumsdiskussion am 5. Februar beschäftigen.

Von Andreas Ascherl und Wolfgang Ruppert

Sechs Männer und eine Frau wollen Oberbürgermeister der Stadt Amberg werden: Stefan Ott (CSU), Michael Fritz (FW), Hans-Jürgen Bumes (Grüne/Liste Amberg), Birgit Fruth (SPD), Franz Badura (ÖDP), Tuncer Ayten (Amberger Bunt) und Tobias Winter (Die Linke). Sie alle wollen Nachfolger von Michael Cerny (CSU) werden, der am 8. März nicht mehr antritt. Doch wer sind diese sieben Kandidaten? Welche Positionen vertreten sie? Was werden sie als erstes machen, sollten sie am 1. Mai das Amtszimmer des Amberger Oberbürgermeisters beziehen?

Oberpfalz-Medien will das genau wissen und hat die Kandidatin und die Kandidaten zur Podiumsdiskussion eingeladen. Alle sieben werden sie am Donnerstag, 5. Februar, um 19 Uhr im Amberger Ring-Theater auf die Fragen antworten, die wir ihnen stellen. Drei große, zentrale Themenblöcke haben wir uns dafür herausgesucht, von denen wir glauben, dass sie in den vergangenen sechs Jahren die Amberger Stadtpolitik maßgeblich dominiert haben – und auch in den kommenden sechs Jahren ganz oben auf der politischen Tagesordnung stehen werden.

Das Krankenhaus-Problem

In Amberg steht ein Klinikum und in Sulzbach-Rosenberg steht ein Krankenhaus. Beide Standorte sind keine zehn Kilometer voneinander entfernt. Gemeinsam haben sie, dass sie beide voll ausgestattet sind. Was man ebenfalls von beiden sagen kann: Jedes Jahr machen sie jeweils mehrere Millionen Euro Verluste, die im Fall des St. Marien-Klinikums die Stadt Amberg und im Fall des St.-Anna-Krankenhauses der Landkreis ausgleichen müssen. Noch ist nicht absehbar, welche Folgen die Krankenhausreform haben wird, die ab Januar 2027 greift. Fest steht aber: Ziel der Reform ist, die Patientenversorgung durch Spezialisierung und die Einführung von Leistungsgruppen zu verbessern. Außerdem sollen Doppelstrukturen abgebaut werden.

Während man in der Stadt Amberg davon überzeugt ist, dass die Häuser in Stadt und Landkreis enger zusammenrücken sollten, vielleicht sogar in einer Art Klinikverbund, sträuben sich die Vertreter des Kreisrats dagegen. Ambergs (bald ehemaliger) Oberbürgermeister Michael Cerny fasste seinen Standpunkt mit Blick auf die Krankenhausreform und die Defizite einmal so zusammen: "Wir müssen um eine stärkere Kooperation mit anderen Häusern in unserer Region werben, um größeres Unheil abzuwenden. Jetzt ist der letzte Zeitpunkt, an dem wir das angreifen können. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass es in den kommenden Jahren besser wird."

Dass es zwei vollausgestattete Kardiologien so nah beieinander gibt, kommentierte er so: "Da lacht inzwischen ganz Bayern darüber." Ganz anders sieht es Landrat Richard Reisinger, der befürchtet, dass St.-Anna, sollte es zum Verbund kommen, den Kürzeren zieht. „Wir kommen dann gleich in eine falsche Ausgangslage, in der wir schauen müssen, was bei uns bleiben darf. Wir müssten aber in der Lage sein, zu sagen, dass mehr zu uns kommen soll." Doppelstrukturen sieht er nicht als Problem, sondern als Vorteil. „Es ist doch gut, dass es das in Amberg und Sulzbach-Rosenberg gibt."

Was wird aus der Bergwirtschaft?

Wie geht es weiter mit der Amberger Bergwirtschaft? Wir erinnern uns: Im Mai 2018, stellte sich Michael Fellner, Schreinermeister aus Massenricht mit Wohnsitz direkt unterhalb der Bergwirtschaft, als der Investor vor, der die Bergwirtschaft sanieren, um ein kleines Hotel erweitern und damit in eine gesicherte Zukunft führen würde. Das beliebte Ausflugslokal auf dem Mariahilfberg musste mehr oder weniger dringend saniert werden, die katholische Kirche als Eigentümer wollte aber nicht mehr in eine Gastwirtschaft investieren und vergab das Projekt via Wettbewerb an Michael Fellner.

Für den sich die Bergwirtschaft zu einem regelrechten Spießrutenlauf entwickelte. Stichworte sind hier Bürgerentscheid und Dauerdiskussionen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Im Oktober 2024 zog er dann die Reißleine, wollte sich aber nicht endgültig vom Projekt Bergwirtschaft verabschieden. Wie geht es also weiter auf dem Mariahilfberg? Was kann, soll oder muss die Stadtpolitik hier unternehmen? Welche Fehler und Versäumnisse hat es in der Vergangenheit gegeben? Was kann man in Zukunft besser machen? Wer hat bereits erste Weichen gestellt?

Thema Wohnen und Arbeiten

Ein großes Thema in der Stadt Amberg war und ist die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten. Amberg will und soll eine attraktive Wohn- und Arbeitsstadt sein, viele Bürger – vor allem junge Familien – haben den Wunsch, im eigenen Häuschen mit Garten zu leben. Gleiches gilt für die Amberger Gewerbe- und Industriebetriebe und die, die es gerne werden würden oder nach Wunsch der lokalen Poltik gerne werden sollten. Doch die Flächen für Wohn- und Gewerbeansiedelungen sind knapp. Trotzdem hat sich auch der letzte Stadtrat bemüht, diese Lücke möglichst zu schließen.

Es sind Themen bei Podiumsdiskussion

Einige Beispiele für "neue" Wohngebiete: In Eglsee wurde das Drillingsfeld kontiniuierlich erweitert, in Ammersricht entstand am Akazienweg ein neues. In Gailoh ist ein Wohngebiet in Planung, am Mosacherweg auf der Fläche der ehemaligen Baumschule bereits bebaut. Dazu kommt die Leopoldkaserne, die ein komplett neues Wohnviertel werden soll. Und so weiter und so fort. Es wurde viel geschafft, doch allmählich stößt die Stadt Amberg an ihre natürliche Wachstumsgrenze.

Apropos Wachstumsgrenze. Die betrifft vor allem auch das Thema Industrie- und Gewerbegebiete. Unternehmen wollen in Amberg bleiben oder sich hier neu ansiedeln. Doch Flächen dafür existieren kaum noch. Das Industriegebiet Nord wurde zuletzt noch einmal im Rahmen der Möglichkeiten erweitert, in Speckmannshof entsteht demnächst die Erweiterung des Gewerbegebietes West. Doch auch in Karmensölden soll noch einmal gehandelt werden. Das finden aber nicht alle Parteien im Stadtrat gut, es gab deswegen Debatten im Gremium, ob das noch nötig ist.

Klinikum, Bergwirtschaft und Wohnen/Gewerbe sind die drei Mega-Themen, die wir für die Podiumsdiskussion am 5. Februar vorgesehen haben. Dazu kommen noch ein paar kleinere Themen, die wir kürzer oder auch ein bisschen länger streifen werden – je nach Entwicklung der Diskussion auf dem Podium.

Service:

Kartenverkauf für einen guten Zweck

  • Eintrittskarten für die Podiumsdiskussion sind bei allen Vorverkaufsstellen von NT-Ticket oder online direkt unter NT-Ticket erhältlich. Der reguläre Preis beträgt 15 Euro. Abonnentinnen und Abonnenten eines unserer Produkte bezahlen mit 5 Euro deutlich weniger.
  • Der Erlös aus den Eintrittsgeldern wird vollständig für einen guten Zweck gespendet: Er geht an den "Förderverein der Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum St. Marien Amberg e.V." (FLIKA).
 
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