06.01.2021 - 17:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Dreikönigstag in Ammersricht: Segen ohne Sänger und Süßigkeiten

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Die Heiligen Drei Könige sind heuer wegen Corona nicht unterwegs. Ihre Aufgabe übernehmen in der Amberger Pfarrei St. Konrad Ammersricht David, Peter und die anderen Ministranten-Gruppenleiter. Sie bringen den Segen auf Papier ins Haus.

David Kriegler bereitet es sichtlich Freude, den Segen auf Papier zu den Menschen zu bringen.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Nichts tun? Damit will David Kriegler nichts zu tun haben. Der Oberministrant aus Ammersricht will sich nicht damit abfinden, dass die Sternsingeraktion wegen Corona nicht wie gewohnt stattfinden kann. Mit Kollegen aus der Leiterrunde und Pfarrer Michael Jakob geht er neue Wege. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Zu Fuß marschiert er im Viertel allein von Haus zu Haus und wirft all das in die Briefkästen, was für Gläubige am Dreikönigstag wichtig ist - einen Aufkleber mit dem Aufdruck 20 * C + M + B + 21, der ansonsten mit Kreide an der Tür angebracht wird, einen Segensspruch, ein Gebet und einen Überweisungsträger, damit die Spendengelder fließen können. Kriegler machte sich am Mittwoch ohne Begleitung zunächst auf den Weg zu den Häusern rund um die Anherrn- und Geretsrieder Straße. Allein war der 21-Jährige dabei aber nicht. Denn so wie er gingen auch sein Oberministranten-Kollege Peter Netta und weitere Gruppenleiter durchs Viertel. "Wegen Corona war lange unklar, ob die Sternsingeraktion überhaupt stattfinden kann", sagt der junge Mann und erzählt, dass die Ammersrichter zügig eine Idee hatten: "Es ist vermutlich das Einfachste, wenn nur wir aus der Leiterrunde von Haus zu Haus gehen. Ohne die Kinder." 20 Mann waren am Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils alleine im Einsatz.

Das alles finden die Ammersrichter und Wagrainer an Dreikönig in ihren Briefkästen – einen Aufkleber, einen Überweisungsträger, einen Segensspruch und weitere Informationen zur diesjährigen Sternsingeraktion.

Es sei ein gutes Gefühl, eine Lösung gefunden zu haben, die den Leuten entgegenkommt, sagt Kriegler. Denn die Varianten, den Segen online zu spenden oder den Spruch nebst Aufkleber und Überweisungsträger in der Kirche auszulegen, seien nicht infrage gekommen. Vor allem Ältere hätten nicht die Chance, ein Online-Angebot zu nutzen oder seien nicht in der Lage, in die Kirche zu gehen. Auch wegen Corona: "Für uns war klar, dass wir das verteilen. Das ist eine gute Alternative. Mehr kann man nicht machen."

Der persönliche Kontakt fehle ihm dennoch: "Es ist schon immer wieder schön, wenn die älteren Leute an die Tür kommen und sagen, dass die Kinder schön gesungen haben. Das fehlt." Doch nicht nur das: Auch die Süßigkeiten, die es für die jüngeren Ministranten üblicherweise als Belohnung gibt, bleiben heuer außen vor. Doch damit kann David Kriegler ganz gut leben.

"Für uns war klar, dass wir das verteilen. Das ist eine gute Alternative. Mehr kann man nicht machen."

Der Ammersrichter Oberministrant David Kriegler

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