06.01.2020 - 16:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Ehemalige Grammer-Kantine soll zur Kita werden

Die Firma Grammer zieht aus - aber nicht ganz. Die städtische Gewerbebau muss also nicht fürchten, dass das Gebäude am Kaiser-Wilhelm-Ring neben der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) lange leer stehen wird.

Oberbürgermeister Michael Cerny beim Jahresgespräch in seinem Büro. In Sachen Grammer-Gebäude hat er Erfreuliches zu melden.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Im Gegenteil: Ein erster Interessent will schon in den nächsten Wochen hier einziehen, ein weiterer soll demnächst folgen. Und da ist noch die Sache mit dem Kindergarten. "Die Flächen im Grammer-Gebäude sind nachgefragt", sagt Oberbürgermeister Michael Cerny. Das liege unter anderem daran, dass es zu wenig Betreuungsplätze für Kinder gebe. "Wir haben schlagartig einen höheren Bedarf wegen der Änderung bei der Wahlfreiheit, wann die Eltern ihre Kinder einschulen", weiß Cerny. Er wartet mit einer ungewöhnlichen Lösung auf: Weil die Planung für neue Kindertagesstätten in den Stadtvierteln nicht von heute auf morgen über die Bühne gehen kann, sondern inklusive Bau über zwei Jahre ins Land geht, gibt es eine Alternative. "Wir wollen für eine Übergangsphase in die ehemalige Grammer-Kantine eine öffentliche Interims-Kita machen." Für die Firma, die in das Grammer-Gebäude einziehen wird, wäre das laut Cerny sofort die ideale Lösung.

Aus dem gleichen Grund, aus dem aus der Kantine eine Kita wird, muss laut OB auch die Sanierung der Kita Kochkeller noch einmal drei Jahre hinausgeschoben werden. Außerdem habe die Erlöserkirche noch einen alten Kindergarten, dessen Plätze zusätzlich angeboten werden sollen, bis die neuen Plätze angeboten werden können.

Die Grammer-Story:

Ein bisschen ärgert sich OB Michael Cerny noch immer, dass die Firma Grammer der Stadt den Rücken gekehrt hat. Ein Thema, das ihn nicht erst seit seinem Amtsantritt 2014 beschäftigt. In einem ersten Gespräch habe es damals geheißen, Grammer gehe nach Nürnberg oder in den Osten. Man bekomme hier die geeigneten Kräfte nicht, außerdem gebe es im Osten eine Förderung. „Wir haben gekämpft wie die Löwen“, sagt Cerny. Es seien für viel Geld Pläne gezeichnet worden, um zu zeigen, wie Grammer seine Ansprüche auf dem bestehenden Gelände verwirklichen könnte – letztendlich vergebens. Grammer-Vertreter hätten mit dem Bauunternehmen Hoch-Tief gesprochen, das das neue Gebäude bauen und an Grammer vermieten sollte. Hoch-Tief habe aber im Gegenzug ein Grundstück in Nürnberg angeboten. Letztendlich sei Grammer von Max Bögl in Ursensollen ein Entwurf angeboten worden, der mit seiner Großzügigkeit und Architektur an den Google-Campus erinnern sollte.

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