28.06.2021 - 15:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Eichenprozessionsspinner in Amberg und Amberg-Sulzbach auf dem Rückzug

Es ist still geworden um den Eichenprozessionsspinner im Landkreis Amberg-Sulzbach und in der Stadt Amberg. Ist er deshalb verschwunden? Wir haben mit der Stadt und dem Landratsamt gesprochen.

So sieht ein Nest des Eichenprozessionsspinners aus: Deutlich zu sehen sind die feinen Härchen, die gesundheitliche Probleme verursachen.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Der frostige Winter hat vielen Raupen des Eichenprozessionsspinners den Garaus gemacht. Sie lieben warmes Wetter. In den vergangenen Wochen waren Temperaturen über 30 Grad aber keine Seltenheit. Daher drängt sich die Frage auf: Kommt der Eichenprozessionsspinner zurück? Wenn die Lage auch entspannter sein mag als in den vergangenen Jahren, so hat Thomas Penzkofer, Fachmann der Stadt Amberg für den Eichenprozessionsspinner, vereinzelt Netze entdeckt.

Wie ist die Lage?

Susanne Schwab, Pressesprecherin der Stadt Amberg, sagt Folgendes: „Die aktuelle Situation bezüglich des Eichenbefalls durch den Eichenprozessionsspinner ist in Amberg relativ entspannt. Grund sind die lange anhaltenden Nachtfröste, die den bereits im April und im Mai geschlüpften Spinnern zu schaffen machten.“ Das sei auch der Grund, warum es derzeit keine gesperrten Plätze oder Wege in der Stadt gibt. Verschwunden ist der Eichenprozessionsspinner aber nicht. Schwab: „Wie schon in den vergangenen Jahren werden jedoch die befallenen Bereiche beschildert, um die Bevölkerung auf das Vorhandensein der Raupen aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren.“

Was ist nach Kontakt zu tun?

Auch wenn es derzeit heißt, dass der Spinner kein großes Problem darstellt, gibt es Plätze und Orte in Stadt und Land, an denen die Raupe vorkommen kann. Das ist zum Beispiel in Amberg am Erzberg der Fall oder auf einem Parkplatz zwischen Krondorf und Hirschau. Was ist aber zu tun, wenn man Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner hatte? Christine Hollederer, Sprecherin des Landratsamts, sagt: „Es ist ratsam, kontaminierte Schuhe und Bekleidung nicht in den Wohnbereich zu bringen. Bei hoher Empfindlichkeit wird auch empfohlen, Pollenfilter zu verwenden.“ Letzteres betrifft insbesondere Asthmatiker, die die Filter in Auto und Wohnung verwenden sollten. Susanne Schwab von der Stadt Amberg ergänzt: „Bei Kontakt mit den Brennhaaren entsteht eine sogenannte Raupendermatitis, die sich durch teilweise extremen Juckreiz und Ausschlag in Form von Pusteln meistens in der Armbeuge und an den Unterarmen bemerkbar macht.“ Schwab rät daher nach einem Kontakt: „Abhilfe schafft hier eine kortisonhaltige Hautcreme aus der Apotheke. Bei stärkeren Beschwerden ist ein Arzt oder das Klinikum aufzusuchen.“ Auch Hundehalter sollten vorsichtig sein, um den Kontakt des Vierbeiners mit Nestern zu vermeiden.

Wie gehen die Behörden vor?

Susanne Schwab sagt, dass sich „eine Kombination aus dem Spritzen von Neemöl und mechanischer Bekämpfung durch Absaugen“ bewährt habe. Aufgrund der guten Witterungsverhältnisse werde heuer kein Öl eingesetzt. Dafür gibt es eine andere Strategie. Die Stadt will zählen, wie viele Spinner es überhaupt noch gibt. Schwab: „Es wurden auf dem Waldfriedhof und im westlichen Teil der Stadt Pheromonfallen in Bäumen platziert, um über acht Wochen mittels weiblichem Lockstoff Männchen anzulocken und durch regelmäßige Kontrollen festzustellen, ob sich Spinner in der Nähe befinden und wie hoch die Dichte der Männchen ist.“

Experte über die Arbeit mit dem Eichenprozessionsspinner

Amberg

 

 

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