13.06.2019 - 11:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Endlich Meerjungfrau - neue Trendsportart Mermaiding

Wie im Märchen als Meerjungfrau durch das Wasser gleiten – der Traum vieler Mädchen. Der lässt sich nun erfüllen: In den Schnupperkursen von Simone Hirsch und Magdalena Glaab im Kurfürstenbad kann jeder lernen, wie Arielle zu schwimmen.

Einmal eine richtige Meerjungfrau sein - ein Hobby, für das die jungen Frauen einen sehr langen Atem brauchen.
von Autor EWAProfil

„Mama, schau mal!“ Der kleine Junge mit der roten Badehose scheint gerade seinen Augen nicht zu trauen. Hat er da tatsächlich zwei große bunte Flossen im Nichtschwimmerbecken gesehen? „Meerjungfrauen gibt es doch nicht wirklich, oder?“ Doch, die gibt es. Und seit einiger Zeit sind sie sogar regelmäßig im Kufü anzutreffen. „Im Dezember haben wir unseren ersten Meerjungfrauen-Schnupperkurs gegeben“, erzählt Simone Hirsch, zu der eine der bunten Flossen im Wasser gehört. „Die Resonanz war so gut, dass wir gleich weitere Termine ins Programm genommen haben.“ Eigentlich sind Simone Hirsch und Magdalena Glaub als sogenannte Fachangestellte für Bäderbetriebe für die Badeaufsicht und die Sicherheit der Gäste im Erlebnisbad zuständig, doch nach Feierabend ziehen sie nun immer öfter ihre Meerjungfrauenflossen an – und verwandeln sich in märchenhafte Wesen, die sich unter der Wasseroberfläche wie Fische bewegen.

Großes Vorbild Arielle

„Meerjungfrauen haben mich schon immer fasziniert“, erzählt Magdalena und lacht. „Spätestens, seit ich Arielle im Kino gesehen hatte.“ Simone nickt, ihr ging es da nicht anders. „Irgendwann schwappte dann dieser Trend auch zu uns, es tauchten die ersten Flossen im Bad auf. Für den Urlaub auf den Bahamas habe ich mir dann meine erste eigene gekauft“, erzählt die Ambergerin, die schon immer einen Großteil ihres Lebens im Wasser verbracht hat. „Die habe ich angezogen – und es hat sich einfach sofort gut angefühlt.“ Bereits ab 30 Euro sind die Meerjungfrauenflossen im Sporthandel zu bekommen. Die Hauptrolle spielt hier die Monoflosse, die über die Füße gestülpt wird. Der Stoff hält beide Beine zusammen, so dass diese zum märchenhaften Fischschwanz werden. "Man Schwimmt im Delfin-Stil", erklärt Magdalena. "Am Anfang ist es etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man mal drin ist, geht es meistens ganz schnell."

In zwei Unterrichtsstunden im Mermaiding, wie das Meerjungfrauenschwimmen auch genannt wird, ist so gut wie jeder fit. Dann kann der grenzenlose Unterwasserspaß beginnen. Zwar trifft man im Kufü nicht auf andere Meereswesen, langweilig wird es dennoch nicht. „Das Schöne ist: Man fühlt sich völlig schwerelos“, sagt Simone. „Unter Wasser ist es leise, man kann dem Lärm des Alltags wunderbar entfliehen.“ Wer möchte noch Prinzessin sein, wenn er auch Nixe sein kann? Für Simone und Magdalena stellt sich die Frage erst gar nicht, was schöner ist. Nach dem Luftholen tauchen sie wieder unter - und für einige Sekunden sind nur die bunten Flossen auf dem Wasser zu sehen.

„Tatsächlich, das sind Meerjungfrauen.“ Der kleine Junge mit der roten Badehose lacht. „Mama, schau mal, wie die schwimmen können. Das will ich auch lernen!“ „Jetzt haben wir wohl unseren ersten Meermann“, sagen Simone und Magdalena später und lachen fröhlich. „Denn die gibt es natürlich auch.“

Abtauchen und lächeln: Den zwei Meerjungfrauen macht es sichtlich Spaß, in die Rolle der Unterwasserdame zu schlüpfen.
Mermaiding - die neue Wassersportart:

„Splash“ im Jahr 1984. Das Schwimmen mit Fischflosse und Meerjungfrauenkostüm war plötzlich trendy. Inzwischen ist das Mermaiding auch in Deutschland angekommen. In Kursen und Workshops können die Schwimmtechniken mit einer Monofin, wie die Fischflosse in Fachkreisen heißt, erlernt werden. Längst gibt es nicht nur verschiedene Nixen-Schwimmwettbewerbe, sondern auch nationale und internationale Meerjungfrauen-Contests. Doch nicht immer sind die Meerjungfrauen auch Frauen: Vor drei Jahren machte zum Beispiel der 47-jährige Bayer Alexander Sengpiel bei den Meisterschaften im Meerjungfrauen-Schwimmen einen der ersten Plätze – in der Herrenklasse.

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