13.08.2018 - 09:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Engpass auf dem Radweg

Große Räder, kleine Räder, Mountain- oder E-Bikes. (Fast) jeder hat mindestens eines - für die Freizeit. Doch als Alltagsgefährt hat sich das Radl in Amberg noch nicht durchgesetzt. Und wo bleibt eigentlich das Radverkehrskonzept?

Gerade bei touristischen Radfahrern erfreut sich Amberg immer größerer Beliebtheit. Doch die Umsetzung des Radverkehrskonzepts kommt wegen personeller Engpässe diesem Boom nicht hinterher.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Im Sommersgespräch des Oberbürgermeisters mit Oberpfalz-Medien spielt auch dieses Thema eine Rolle. Zumal OB Michael Cerny zwischendrin auch gerne mal mit dem Rad ins Rathaus fährt. Doch von der Umsetzung des vor einigen Monaten groß präsentierten Radverkehrskonzept ist die Stadt Amberg noch sehr weit entfernt.

Einige Abstellflächen für Radler in der Altstadt mehr - so sieht das "Programm" in den kommenden Monaten aus. Eine eher dürftige Bilanz, so finden viele Amberger "Berufsradler". Michael Cerny weiß das natürlich. Hat aber seiner Aussage nach ein ganz zentrales und schwerwiegendes Problem: Ihm fehlt das nötige Personal. Vor allem im städtischen Baureferat herrsche hier inzwischen ein eklatanter Mangel, so sagt er. Experten sind rar und die derzeit boomende Baukonjunktur tut ein übriges. Ausgeschrieben ist unter anderem ein Stadtplaner, der sich schwerpunktmäßig mit den Verkehrsströmen beschäftigen soll. "Stadtplanung ist immer Verkehrsplanung und umgekehrt", sagt Cerny.

Tatsächlich sei es so, dass dieser Ressourcenengpass bei der Stadtverwaltung inzwischen einige Projekte verzögere - nicht nur die Umsetzung des Radverkehrskonzepts. "Und anschließend geht das alles zur Genehmigung an die Regierung der Oberpfalz - und die haben ebenfalls einen Ressourcenengpass." Michael Cerny: "Wir sind am Anschlag." Dabei habe er selbst durchaus beobachtet, dass inzwischen deutlich mehr Amberger Bürger mit dem Fahrrad unterwegs sind, als früher. Was aber auch dem anhaltend schönen Wetter der vergangenen Monate geschuldet sein könnte.

Ein Radverkehrskonzept, so macht er deutlich, wird auch nicht von heute auf morgen umgesetzt. "Das wird sich sicher über viele Jahre hinziehen." Ein wesentlicher Aspekt wird es laut Cerny sein, die anderen Verkehrsteilnehmer - und hier vor allem die Autofahrer - darauf einzustimmen, dass den Radlern in Zukunft eine wesentlich zentralere Rolle in der städtischen Verkehrsplanung zugedacht ist "Das muss in die Köpfe der Autofahrer erst einmal rein."

Radverkehrskonzept:

179 konkrete Vorschläge, wie im Stadtgebiet der Fahrradverkehr besser geregelt, verbunden und ausgestattet sein sollte, enthält das Radverkehrskonzept, das der Stadtrat Ende 2017 verabschiedet hat. Zusammengestellt hat es Heike Prahlow von der Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz aus Hannover gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Linn Schröder. Die beiden waren dafür über Monate hinweg immer wieder mit dem Fahrrad in Amberg unterwegs, um die Stellen zu finden, an denen etwas neu gemacht oder verändert werden muss. Das Ergebnis ist rund 9,9 Millionen Euro teuer. So viel kostet es, wenn alle Vorschläge eins zu eins umgesetzt werden. Allerdings auf einen Zeitraum von rund zehn Jahren verteilt. (ass)

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