20.10.2020 - 13:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Erbschaft lässt Projekthilfe Luppa und Arme jubeln

Die Projekthilfe Dr. Luppa hat 2019 so viele Spenden erhalten wie nie zuvor in den 56 Jahren ihres Bestehens. "Das zeigt das Vertrauen und Ansehen, das wir in der Bevölkerung genießen", freut sich Vorsitzender Ulrich Siebenbürger.

Zigtausende Tagelöhner auf den Philippinen haben wegen strikter Corona-Lockdowns nicht mal mehr dieses kärgliche Einkommen. Ihre Familien leiden teils Hunger, weshalb auch Lebensmittelhilfe wieder nötig wird, die die Projekthilfe mit Unterstützung des Ordens von Schwester Lani, einem häufigen Partner vor Ort, gerecht zu verteilen versucht.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Auch die Opfer eines erneuten Taifuns auf den Philippinen hat die Projekthilfe unterstützt

Amberg

Über 520 000 Euro hat Ambergs Entwicklungshilfeorganisation im vergangenen Jahr eingenommen. Ein neuer Rekord, der nicht nur einer überraschenden Erbschaft geschuldet ist, sondern auch aus deutlich mehr zweckgebundenen und allgemein gegebenen Spenden in Höhe von insgesamt rund 235 000 Euro resultiert. Wenn dann noch der Nachlass einer wohltätigen Weidenerin von 285 000 Euro dazukommt, dann kann der Verein viel machen, wie Ulrich Siebenbürger bei der Jahreshauptversammlung im Kummert-Bräu strahlend bekanntgab und sich augenzwinkernd mehrere solcher Schenkungsbeispiele wünschte. Außerdem nannte er ebenso stolz einen minimalen Verwaltungskostenanteil von nur 1,07 Prozent.

260 000 Euro allein für Togo

Rund 260 000 Euro flossen nach seinen Worten 2019 allein nach Togo, das westafrikanische Land, in dem die Projekthilfe mit dem Bau zweier Schulen, eines Kindergartens, einer Bäckerei und einer Ausbildungsschneiderei einen neuen Schwerpunkt ihrer Unterstützung geschaffen hat. Nach der Dr.-Luppa-Realschule 2018 in Bassar wurde im vergangenen Jahr nach praktisch identischem Muster das Gebäude für ein Gymnasium in der ebenfalls nördlich gelegenen Grenzstadt Tindjassi errichtet. Der Grund, warum der Verein dafür erneut 157 000 Euro vertrauensvoll anlegte, ist, dass er mit dem gebürtigen, aber seit langem in Deutschland lebenden Togolesen David Djore Dare einen verlässlichen Partner und Baubetreuer vor Ort hat, der beruflich selbst vom Fach ist und somit die ordentliche Ausführung und Fertigstellung garantiert.

Ganze Klasse mit nur einem Buch

"Selbst im Gymnasium gibt es in manchen Fächern nur ein Buch pro Klasse", schilderte Siebenbürger den nahezu unglaublichen Mangel, weshalb auch Bücher- und Schulmaterialausstattung zur Leistung von Projekthilfe und weiteren Spendern zählen. "In Burkina Faso haben wir die im Vorjahr errichtete Entbindungsstation in Kombédogo mit Solarstrom und einer ebenso betriebenen Pumpe für einen Wasserspeicher am Dach weiter verbessern können", berichtete der Vorsitzende, "inzwischen siedeln sich immer mehr Menschen in der nahen Umgebung an, um von der besseren Infrastruktur zu profitieren."

Der ebenfalls aus Amberg geförderte Witwenverein hat laut Siebenbürger für einen Hausmeister eine kleine Wohnung auf seinem Gelände finanziert bekommen und mit den Kindern Ausflüge in die Umgebung organisiert. Ferner erhielt das unterstützte Mädcheninternat in Thiou eine Gasküche, um dem weiteren Abholzen in der Umgebung entgegenzuwirken.

Vielseitige Hilfe auf Philippinen

Auch auf den Philippinen konnten verschiedene ländliche Projekte auf Initiative der in Amberg lebenden Filipina Marilou Amann bezuschusst werden: eine Gärtnerei als Ausbildungsstätte in einem kirchlichen Orden, die organischen Dünger ökologisch produziert und gut verkauft; Reisbauern, die durch die Klimaveränderungen zum Bewässern gezwungen sind; Besenbinder, die weiter ihr traditionelles Handwerk ausüben wollen und dafür einen Unterstand und einen Kredit brauchten; eine Dorfschule, die durch verschiedene Reparaturen einschließlich neuer WCs instandgesetzt wurde.

In Brasilien hat die Projekthilfe die heute so bedrohte indigene Bevölkerungsgruppe durch Weiterführung eines Schul- und Unterrichtprogramms der IECLB unterstützt. Dieses Projekt ist auf drei Jahre angelegt und bekommt auch 2021 noch die Finanzierung aus Amberg. Ebenfalls unter den zweckgebundenen Spenden nehmen laut Siebenbürger auch Patenschaften einen immer größeren Anteil ein. So habe Marilou Amann über die Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung große Spenden mobilisiert, die entsprechend weitergegeben wurden; auch das Waisenheim Asilo de San Vicente de Paul in Manila bleibt mit seinen Kindern im von Amann betreuten Portfolio der Projekthilfe.

Aktive Mitarbeit bis nach Sorsogon

Nicht zu vergessen die Ausbildungspatenschaften in Sorsogon, Ambergs philippinischer Partnerstadt, um die sich Martina de Wille kümmert. Überhaupt dankte der Vorsitzende etlichen aktiv mitarbeitenden Mitgliedern, allen voran Christel Landstorfer, die 16 Jahre lang die Buchhaltung samt Büro in der Kasernstraße managte. Als ihr Nachfolger hat sich mittlerweile Hans-Peter Jentsch-Weber ebenso unentgeltlich eingearbeitet.

Nach der Dr.-Luppa-Realschule baut Ambergs Entwicklungshilfeverein auch ein Gymnasium in Togo

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.