Amberg
30.09.2018 - 12:09 Uhr

Erich fordert sich immer wieder heraus

Musik ist Erich Wein unglaublich wichtig. Theater ebenso. Als Schulanfänger stand er das erste Mal auf der Bühne. Mittlerweile ist er sogar Regisseur und Schauspieler in seiner Truppe.

Erich Wein in seinem Element: Beim Singen fühlt sich der Rentner mindestens genauso wohl, wie auf der Theaterbühne. Bild: sba
Erich Wein in seinem Element: Beim Singen fühlt sich der Rentner mindestens genauso wohl, wie auf der Theaterbühne.

Der 73-Jährige wohnt mit seiner Frau Christa in einer gemütlich Wohnung im Amberger Westen. Vor seiner Rente hat er in der Datenerfassung gearbeitet. "Es gibt Leute, die stehen im Beruf ihren Mann oder ihre Frau. Aber wenn sie dann in Rente gehen, fallen sie in ein Loch", sagt Wein. Aber nicht erst als Rentner solle man mit einem Hobby anfangen, meint er. "Da muss man reinwachsen. Die Schauspielerei ist dafür eine super G'schicht."

Mit glänzenden Augen erinnert er sich an seine erste Rolle als Kasperl Larifari. Die Angst sei ihm damals regelrecht ins Gesicht geschrieben gewesen. Aber die Zeiten sind schon lange vorbei. Mittlerweile fühlt er sich auf der Bühne wohl. Mit der Theatergruppe Ensemble Palatina spielt er im Gasthaus Rehaber in Lintach. Nicht nur bei Auftritten, auch bei den Proben sind Zuschauer gerne gesehen. "Wir machen leichte Humorabende. Die Leute sollen sich für ein bis zwei Stunden einfach amüsieren", erklärt der Rentner. Das Agieren auf der Bühne halte körperlich fit. Aber vor allem das Text-Lernen ist Training für das Gehirn. Dafür hat Erich Wein ein Strategie entwickelt, mit der bislang bestens zurechtkomme. "Ich lese mir erst den Text durch. Dann decke ich meinen Part ab und gehe so Zeile für Zeile vor. Dazu lege ich noch Konzentrationsmusik auf." Musik ist das Stichwort für Wein: Kurzerhand holt er seine Gitarre aus dem Keller, schlägt sein selbstgestaltetes Liederbuch auf und lässt erste Melodie erklingen. Von den Everly Brothers bis "Killing me softly" sind in der Sammlung sämtliche Klassiker mit Text und Noten zu finden. Es ist ein weiteres Hobby von Erich, denn er singt gerne in geselliger Runde. "Ein bisschen mitsingen kann jeder und es macht einfach großen Spaß."

Sicherlich gebe es auch im Leben des zweifachen Vaters Momente, in denen er sich ernste Gedanken mache: "Was ist, wenn ich mal nicht mehr auf der Bühne stehen kann? Wenn ich körperlich oder geistig nicht mehr fit bin?" Das Alter, so Wein, schwebe immer ein bisschen über allem. "Jeder will alt werden, aber niemand will altern", bringt er es auf den Punkt. Allerdings ist er fest entschlossen, alles ihm Mögliche zu unternehmen, um noch lange seinen Hobbys nachgehen zu können.

"Es ist die Gesamtheit aller Aktivitäten, die mich jung hält." Das Theaterspielen, die Musik, der Sport - er spielt Tennis - sowie das Engagement bei der Freiwilligen Agentur: Langeweile im Ruhestand kommt bei Erich Wein sicher nicht auf.

Hintergrund:

Freiraum und
Gesundheit ab 65

Was macht ein gutes Leben im Alter aus? Wie nutzen Menschen ab 65 Jahren ihren neu gewonnenen Freiraum in der Rente? Wie bleiben sie möglichst lange gesund? 2017 startete das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Kampagne "Mein Freiraum. Meine Gesundheit. In jedem Alter."

In der Ausstellung und einem Magazin werden Einblicke in das Leben ab 65 sowie Tipps und Hintergrundinformationen rund um das Thema Gesundheit im Alter gegeben. Zusammen mit der "Gesundheitsregion plus" der Stadt Amberg haben die Oberpfalz-Medien auch in der Region Menschen gefunden, die mit ihren Hobbys beeindrucken. Sie betätigen sich besonders in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Entspannung und soziale Kontakte. In den vergangenen Wochen wurden diese in der Amberger Zeitung und online in einem Video vorgestellt.

 
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