09.08.2019 - 13:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Erntebilanz im Kreis Amberg-Sulzbach: Vieles landet im Futtertrog

Der Sommer bringt heuer viele Landwirte ins Schwitzen – und das nicht nur wegen der Temperaturen. Weil bereits das vergangene Jahr alles andere als ideal für Getreide und Grünland war, geraten sie massiv in Bedrängung. Eine erste Bilanz.

von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Weizen, dessen Korn zu klein ist, um daraus Mehl zu machen. Gerste, deren Eiweißgehalt zu hoch ist, um damit Bier zu brauen. Letztendlich landet viel im Futtertrog – immerhin etwas, aber dafür ist es nicht gedacht. Beim Grünland (Gras und Futterpflanzen für das Vieh) verzeichnen die Bauern im Kreis Amberg-Sulzbach bis zu 50 Prozent Verlust.

Aufgrund des heißen und trockenen Sommers 2018 sind die Futtervorräte mancher Landwirte aufgebraucht. Wenn der Winter kommt, könnten sich viele dafür entscheiden, Vieh zu verkaufen, schätzt Engelbert Hollweck, Bereichsleiter Landwirtschaft am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Amberg. Das Ernteergebnis im Landkreis sei sehr differenziert zu betrachten, betont Hollweck. Während es im Norden um Hahnbach und Vilseck, aber auch in Ursensollen, schlecht aussieht, ist die Lage im Birgland weniger dramatisch. „Dort hatten sie etwas besseren Niederschlag.“

Getreideernte unterdurchschnittlich

Insgesamt ist der Ernteertrag beim Getreide unterdurchschnittlich. Von der Wintergerste wurden 6,5 bis 7 Tonnen pro Hektar geerntet. Bei der Sommergerste waren es nur 4,5 bis 5 Tonnen pro Hektar. Diese sei ohnehin nicht so ertragreich, trotzdem sei der Wert „deutlich unterdurchschnittlich“.

Matthias Feierler, Fachgebietsleitung Beratung Landwirtschaft, konkretisiert das Thema Niederschlag: Im Landkreis gibt es insgesamt zwei Messstationen in Edelsfeld und in Hiltersdorf. Zum Vergleich wird der Temperatur- und Niederschlagsdurchschnitt der vergangenen 30 Jahre genommen. Besonders auffällig seien die extremen Verhältnisse und die ungleichmäßige Verteilung des Regens. In Hiltersdorf wurden 22 Prozent weniger als im 30-Jahres-Durchschnitt gemessen, in Edelsfeld sogar 40 Prozent weniger. Im Landkreis liege die Temperatur heuer um fünf Grad höher als der langjährige Mittelwert. „Das liegt vor allem an der wahnsinnigen Hitzewelle der vergangenen zwei Monate“, so Feierler.

Wetter in den kommenden Wochen entscheidend

Eine große Rolle spielt der Sommer 2018. Da dieser schon ähnlich heiß und trocken war, konnte im Winter der Bodenvorrat an Wasser nicht ausgeglichen werden. Mit den Folgen kämpfen die Landwirte nun. Und auch wenn das Wetter für kommendes Jahr noch ungewiss ist, ist jetzt schon klar, dass sich die Vorjahre negativ auswirken. „Die nächsten Wochen sind bereits mit entscheidend für das kommende Erntejahr“, erklärt Hollweck.

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Hahnbach

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