22.03.2019 - 21:34 Uhr
AmbergOberpfalz

Erste Frau als OB-Kandidat: SPD hebt Birgit Fruth auf den Schild

Jetzt ist es amtlich: Birgit Fruth ist die Oberbürgermeisterkandidatin der Amberger SPD für die Kommunalwahlen 2020. Einstimmig hebt sie die Stadtverbandsversammlung am Freitagabend auf den Schild als Herausforderin von OB Michael Cerny.

Ganz in Rot gekleidet und mit gefalteten Händen, dankt Birgit Fruth (links) den Amberger SPD-Mitgliedern, die sie bei der Nominierungskonferenz des Stadtverbands einstimmig als OB-Kandidatin der Sozialdemokraten auf den Schild gehoben haben. Zu den ersten Gratulanten zählt auch der Oberpfälzer Bezirksvorsitzende Franz Schindler (vorne Mitte).
von Thomas Amann Kontakt Profil

"Ich bin wahnsinnig stolz und glücklich, dass ich eure Kandidatin bin", ruft Birgit Fruth um 20.30 Uhr strahlend ins Publikum von über 60 SPD-Anhängern im Seminarraum der Lüdecke-Akademie an der Ohmstraße. Sie ist zwar ohne Gegenkandidaten zur offiziellen Nominierung angetreten, freut sich aber trotzdem über das ungeschmälerte Votum von 38 stimmberechtigten Parteimitgliedern, die ihr schon vor der Wahl für ihre kämpferische Antrittsrede stehende Ovationen gezollt haben. Neben lokalen Mandatsträgern aus Partei und Fraktion gratulieren der 48-Jährigen auch SPD-Bezirkschef Franz Schindler und Europaabgeordneter Ismail Ertug.

Klare Kante vom Start weg

Fruth ist die erste Frau, die die Amberger Genossen als OB-Kandidat ins Rennen schicken. Seit 2014 sitzt sie im Stadtrat und übernahm hier bereits 2015 von ihrem Vorgänger Florian Fuchs das Amt der Fraktionsvorsitzenden. Von allen Seiten, auch von Stadtverbandschef Martin Seibert, wurde sie am Freitag als Frau der "klaren Kante" bezeichnet, als eine, "die sagt, was sie denkt" und auf ihre Ankündigungen auch Taten folgen lasse. Das zeigte die als Firmenkundenberaterin bei einer Krankenkasse tätige Mutter von zwei erwachsenen Kindern an Beispielen in ihrer Rede auf, in der sie auch ihre Ziele für den Wahlkampf umriss. Themen wie Bauen und Wohnen, Ausbau von Tourismus und Kultur, Bildung und Soziales stehen ebenso auf ihrer Agenda wie Umwelt- und Klimaschutz sowie Förderung des Mittelstands, der ihr nach eigenen Worten besonders am Herzen liegt. Aufgrund ihres artverwandten Berufs nehme ihr hier keiner die Butter vom Brot.

"Wir sind auch wer"

Für Fruth besteht Amberg nicht nur aus Siemens, zumal Standortentscheidungen hier unbeeinflussbar in München getroffen würden. Stattdessen gelte es, den lokal verwurzelten Firmen, von denen es obendrein viele "hidden champions" gebe, mehr Aufmerksamkeit und alle Entwicklungsmöglichkeiten zu schenken. Auch für eine bessere Vermarktung Ambergs im Tourismus und mit seiner Kultur will sich die OB-Kandidatin stark machen. "Wir in der Oberpfalz sind auch wer", brach sie im Vergleich zu anderen Regionen, die es vorgemacht haben, eine Lanze für bessere Werbung samt ganzheitlichen Konzept für "sanften und nahen Tourismus". Eine Plattform brauche ferner die Künstlerszene: Seit der Club Habana so nicht mehr existiere, habe die Stadt praktisch keine Kleinkunstbühne mehr. Dafür brauche es eine feste Einrichtung a là Seidel-Saal in Sulzbach-Rosenberg.

Dazu passt für Fruth eine weitere Aufwertung der OTH, damit Amberg auch als Studentenstadt wahrgenommen werde. Für Kindergarten- und Krippenplätze fordert sie einen zentralen Plan, um Eltern auf der Suche nicht verzweifeln zu lassen. Und auch beim Wohnen will die OB-Kandidatin von der in Amberg favorisierten Einzelhausbebauung weg hin zu mehr Geschosswohnungsbau. Samt mehr Verantwortung für die Stadtbau in diesem Feld plus weitere genossenschaftliche Wohnmodelle.

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