25.09.2018 - 14:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Am Fenster vor Kindern onaniert: 54-Jähriger kriegt Bewährung

Eine Familie sieht auf dem Balkon, wie sich der Nachbar nackt ans Fenster stellt. Er onaniert vor den minderjährigen Kindern. Wegen seinen exhibitionistischen Handlungen ist der 54-Jährige zu neun Monaten Freiheitsstrafe, zur Bewährung ausgesetzt, verurteilt worden.

(spw) Drei solcher Fälle im Sommer 2016 werden dem Angeklagten an diesem Verhandlungstag vor dem Amtsgericht zur Last gelegt. Doch nach Aussage eines Polizisten waren es weitaus mehr: "Die Familie hat das einigermaßen weggesteckt", sagte der Beamte. "Doch die Mutter war so empört, gerade wegen der Kinder, dass sie Anzeige erstattet hat. Sie wollte dagegenhalten."

Als Vorsitzende Richterin Sonja Tofolini dem 54-jährigen Angeklagten das Wort erteilte, räumte er sofort die Vorfälle ein. "Es tut mir wirklich leid." Bei seinen Handlungen habe er gar nicht auf die Frau und die Kinder auf dem benachbarten Balkon geachtet. "In der Zeit ging es mir sehr schlecht. Ich hatte ein Alkoholproblem." Das habe seine Hemmschwelle gesenkt.

Jede Hilfe angenommen

Sofort nach der Tat habe er nach Aussage seiner Pflichtverteidigerin "jegliche Hilfe angenommen, die zu bekommen ist". Insgesamt knapp ein halbes Jahr verbrachte er somit in unterschiedlichen Einrichtungen in Regensburg, in der Nähe von München und derzeit noch in einer Tagesklinik in Nürnberg, um Alkoholabhängigkeit und Depressionen in den Griff zu kriegen.

"Seit Juli 2016 trinke ich nicht mehr. Ich kann gut mit der Sucht umgehen", sagte er nun. Deshalb fand die Verhandlung der Straftaten auch erst so spät statt. "Wir wollten, dass Sie die Therapie zu Ende machen können und nicht herausgerissen werden", erklärte die Richterin. Demnächst wolle der Angeklagte eine Wiedereingliederung ins Berufsleben versuchen.

In ihrem Plädoyer berücksichtigte die Staatsanwältin, dass der Mann geständig war. Doch einige einschlägige Vorstrafen wie sexuelle Nötigung und Vergewaltigung, wofür der Mann auch längere Zeit im Gefängnis saß, machten ihrer Aussage nach eine Geldstrafe unmöglich. Sie sprach sich für neun Monate Freiheitsstrafe ausgesetzt auf Bewährung sowie 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit auds. Außerdem darf der Angeklagte während seiner Bewährungszeit keinen Tropfen Alkohol trinken.

Zehn Stunden im Monat

Dem folgte Richterin Tofolini in ihrem Urteil. In diesem legte sie außerdem fest, dass der Mann, der derzeit noch krankgeschrieben ist, mindestens zehn Stunden im Monat gemeinnützige Arbeit ableistet. Sobald er wieder arbeitsfähig ist.

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