23.11.2021 - 17:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Forstamt Amberg beklagt rücksichtsloses Verhalten im Wald

Der Wald ist ein naturnaher Lebensraum und dient den Menschen zur Erholung. Doch wenn jemand Brennholz klaut oder rohe Schweineknöchel und Obst um einen Baum drapiert, hört der Spaß auf.

Holzblockaden auf den Wegen im Wald sind eine große Unfallgefahr, behindern die Wald- und Forstarbeit – und im Notfall auch den Rettungswagen.
von Externer BeitragProfil

Im Wald begegnen sich Spaziergänger, Radfahrer, Sportler und Naturliebhaber. Gerade während der Coronapandemie waren viele Bürger im Wald, um an der frischen Luft durchzuatmen. Laut einer Pressemitteilung der Stadt gibt es aber immer häufiger Personen, die ohne Rücksicht auf die Natur und ihre Mitmenschen durch den Wald toben. Und so geschehen derzeit seltsame Dinge im Amberger Stadtwald, teilt die Stadt mit.

Das Brennholz war dann weg

In der Mitte des Langanger Wegs, an der Kreuzung mit den Waldwegen zum Industriegebiet Nord und zum Mariahilfberg, war nach Angaben der städtischen Pressestelle eine größere Menge Brennholz in zwei Meter langen Stücken gelagert. Nachdem der Käufer ein Drittel des Holzes abtransportiert hatte, sei der Rest übers Wochenende von selbst verschwunden. "Es handelt sich dabei um Diebstahl, was polizeilich angezeigt wurde", macht die Stadt unmissverständlich klar. Entlang des Langanger Wegs würden immer wieder, im Stadt- als auch im Privatwald, Plastik-Absperrbänder festgebunden. Kleine Bandabschnitte seien an Bäumen, Totholz wie auch an Disteln oder anderen Pflanzen zu finden. Über die Gründe rätselt das städtische Forstamt. Durch die UV-Strahlung werde das Absperrband mit der Zeit spröde und verteile sich im ganzen Wald. Dies führe zu einer enormen Verschmutzung der Umwelt, wenn es nicht entfernt wird.

Auch fanden Spaziergänger schon mal herumliegende Nahrungsmittel im Wald am Mariahilfberg. Die Bürger waren in Sorge, dass jemand vielleicht Giftköder auslegen würde. Es handelte sich um das Hinterlassen von zwei rohen Schweineknöchel, Schokolade, Käse, Trauben und eine Orange - alles um einen Baum gelegt. Das Forstamt rätselt, ob es sich hier um ein Ritual wie einer Opfergabe gehandelt haben könnte.

Hochsitze demoliert

Das Forstamt bewirtschaftet neben dem Forst auch federführend die Jagd über den Großteil des Stadtwaldes, Stadtwerkewaldes und Bürgerspitalstiftungswaldes. Immer wieder komme es vor, dass jagdliche Einrichtungen wie Hochsitze teilweise oder ganz demoliert werden. Eine schwerwiegende Zerstörung in Fuchsstein wurde polizeilich angezeigt, teilt die Stadt mit. Der Wald und die Jagd gehörten fest zusammen. Zerstörung oder Sabotage verursacht für das Forstamt nicht nur einen enormen Schaden, sondern birgt auch eine große Unfallgefahr. Deshalb bittet das Forstamt die Bürger, "nicht leichtsinnig mit der Gesundheit seiner Mitarbeiter und Jäger umzugehen, zumal die Beschädigung schnell in einem Straftatbestand enden kann".

Wege sind auch Rettungswege

Im Bereich der Naherholungsgebiete Fuchsstein, Mariahilfberg und Erzberg würden öfter Wege mit Totholz blockiert. Übeltäter behinderten damit nicht nur den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr, sondern denken laut Stadt auch nicht daran, dass "diese Wege im Notfall als Rettungswege dienen und dem Krankenwagen durch das leichtsinnige Versperren kostbare Zeit verloren geht". Zudem bedeuten die Hindernisse für viele Sportler und Radfahrer ein hohes Unfallrisiko. Das städtische Forstamt macht deshalb deutlich: „Wer mutwillig und sinnlos das Eigentum anderer zerstört und billigend in Kauf nimmt, dass Unbeteiligte zu Schaden kommen könnten, handelt rücksichtslos“.

Mit Müll im Wald ist das Forstamt immer wieder konfrontiert

Amberg
Nahrungsmittel im Wald: Das städtische Forstamt fragt sich, ob das um den Baum drapierte Obst und die rohen Schweinsknöchel Müllentsorgung oder eine Opfergabe war.

„Wer mutwillig und sinnlos das Eigentum anderer zerstört und billigend in Kauf nimmt, dass Unbeteiligte zu Schaden kommen könnten, handelt rücksichtslos“.

Appell des Forstamts

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Felix Domke

Heute musste ich beim mittäglichen Spaziergang in einem anderen Waldstück (Erzbergweg am ehemaligen Pulverturm) verwundert zur Kenntnis nehmen, wie sich ein junger Mann mit akkubetriebenem Laubbläser(!) und Rechen "bewaffnet" anschickte, offenbar die dort inzw. "etablierten" Mountainbike-Downhillstrecken vom Herbstlaub zu befreien. Nutzung des Waldes für jedermann zur Erholung, Sport und Freizeit ist alles OK, aber bei derlei unnatürlichen Veränderungen und Eingriffen in das natürliche Geschehen im Wald sehe ich "gefühlt" Grenzen durchaus überschritten...

24.11.2021