Sein Engagement für die flächendeckende Verkehrsberuhigung in der Altstadt brachte dem Stadtrat Eberhard Meier einst den Spitznamen "Meier 30" ein. Für dieses Thema kämpfte der 74-Jährige, als er noch in der CSU-Fraktion beheimatet war. Heute vertritt er das Anliegen als Freie-Wähler-Stadtrat (kurzzeitig gehörte Meier auch der ÖDP an). Weil in der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr eine Tempo-30-Forderung am Haager Weg abgeschmettert wurde, frischt Meier das Thema nun wieder auf.
Der Stadtrat hat einen Antrag gestellt, den er im nächsten Verkehrsausschuss am 25. März behandelt wissen will. Die Wählergemeinschaft forciert die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 an mehreren Orten in der Stadt. Dabei stützt sich die Argumentation von Meier und seinen Fraktionskollegen vor allem auf eine neue Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung, die vom Mai 2017 datiert. Sie sieht Tempo 30 in sensiblen Bereichen vor. Dazu zählen Schulen, Kitas, Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser.
Für Amberg fordert Meier, Geschwindigkeitsbegrenzungen im unmittelbaren Bereich des Erasmus-Gymnasiums auf die Archivstraße sowie die Balanstraße zu erweitern. In der Archivstraße befinden sich laut Antrag zwei Bushaltestellen, weshalb die Fahrbahn häufig überquert werde. Ein Zebrastreifen sei deshalb angebracht. Eine weitere Tempo-30-Zone soll im Bereich des Wallmenich-Hauses am Haager Weg und des Heilig-Geist-Stiftes an der Infanteriestraße eingerichtet werden. "Aufgrund der zunehmenden körperlichen Alterserscheindungen (zum Beispiel Seh- und Hörschwäche, eingeschränkte beziehungsweise langsamere Mobilität, kognitive Beeinträchtigung) besteht dort ein besonderes Schutzbedürfnis für Senioren", heißt es im Antrag der Freien Wähler.
Schließlich fordert Meier noch, bei allen einschlägigen Einrichtungen der Stadt, in deren unmittelbaren Bereich noch kein Tempo 30 angeordnet ist, nochmals zu prüfen, ob ein Ausnahmefall wegen negativer Auswirkungen auf den ÖPNV oder drohender Verkehrsverlagerung auf die Wohnnebenstraßen vorliegt. Die Finanzierung soll laut dem Stadtrat aus dem laufenden Etat erfolgen. Die Tempo-Begrenzungen würden nach Aussagen von Meier mehr Sicherheit bringen, den Autofahrern aber nicht wehtun. "Es kostet sie nur ein paar Sekunden."















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