17.03.2019 - 11:19 Uhr
AmbergOberpfalz

Freie Wähler nominieren: Werthner will OB Cerny ablösen

Mit der Präsentation ihres OB-Kandidaten sind die Amberger Freien Wähler knapp ein Jahr vor dem kommunalen Urnengang in den Wahlkampf eingestiegen. Ihr Spitzenmann heißt Manuel Werthner, der 29 Jahre alte Vorsitzende des Stadtverbandes.

Stadtrat Eberhard Meier (links) im Gespräch mit Manuel Werthner. Der 29-Jährige tritt für die Freien Wähler als OB-Kandidat an.

Der Geschäftsführer seiner eigenen GmbH im Bereich Sondermaschinenbau ist Amberger, hier aufgewachsen und hat in der Stadt seinen Lebensmittelpunkt. Über sich selbst sagt er: "Aber ich bin viel rumgekommen" - und über "unsere wunderbare Stadt", dass sie ein "ungeschliffener Diamant" sei. Werthner legte Wert auf die Feststellung, dass "wir als Verein eigenständig und unabhängig sind. Wir werden weder aus München noch aus Berlin gesteuert."

"Nahe am Bürger"

Warum er kandidiert, um Chef im Rathaus zu werden? "Ich trete als OB-Kandidat an, um die Innenstadt attraktiver zu machen, um den Tourismus in Amberger weiter auszubauen, Perspektiven für junge Menschen zu erarbeiten, die Bedürfnisse älterer Menschen zu sichern und Technologie sowie Know-how in Form von Unternehmen zu uns holen." Sein Credo lautet: "Politik nahe am Bürger und Entscheidungen treffen, die auch zu Ende gedacht sind." In der Zirbelstube beim Winklerbräu eröffnete Freie-Wähler-Stadtrat Eberhard Meier danach den Wahlkampf: Hemdsärmlig, kämpferisch und auch bei der nächsten Wahl für den Stadtrat kandidierend, legte er scharfzüngig die Finger in die Wunden, die sich so in der Stadtratsarbeit aufgetan hätten - zum Beispiel die geplante Verkehrsregelung am sogenannten Pflegerkreuz, "bei der sich der OB für eine etwa 400 Meter lange Brücke begeistert, die sich über einen darunterliegenden Kreisverkehr spannt". Meier wörtlich: "Ein Monster und inakzeptabel, mit zehn Millionen Euro für eine Kreuzung wahnsinnig viel." Der Vorschlag der Freien Wähler: Ausbau der Ampelkreuzung mit Anlegung von zwei Linksabbiegerstreifen von der Hockermühl- in Richtung Nürnberger Straße und eine Linksabbiegerspur aus der Infanteriestraße: "Das ist rund eine Million Euro billiger, die Kreuzung funktioniert wesentlich besser und ist schneller zu realisieren." Die Freien Wähler empfehlen auch zur nachhaltigen Entlastung der Pflegerkreuzung die Realisierung eines Radwegkonzeptes, das im Juli 2017 bereits von einem Ingenieurbüro aus Hannover vorstellt wurde. Denn, so Meier: "Was wir hier in Amberg an Fahrradwegen haben, ist jämmerlich." Danach ging er gänzlich in den Wahlkampf-Modus über: "Eher wird der OB zehn Millionen Euro für die Pflegerkreuzung ausgeben, als sie in Fahrradwege zu stecken." Ein weiteres Thema war die Zukunft des ehemaligen Kaufhauses Forum. Die "Mehrheit des Stadtrats habe einen Teilabbruch des denkmalgeschützten Gebäudes Bahnhofstraße 10 bis 12 beschlossen. Zugunsten eines überdimensionierten Neubaus. Jetzt stehe fest: "Das Gebäude wird nicht abgerissen. Der OB musste kapitulieren." Der Druck sei gewaltig gestiegen, auch von den Freien Wählern.

"Kläger stehen bereit"

Inakzeptabel sei zudem die öffentliche Tiefgarage in der Altstadt mit der Einfahrt über die Bahnhofstraße" monierte. Meier dazu: "Das ist ein öffentliche subventionierter Generalangriff auf die Gesundheit der Bürger zugunsten der Investoren." Im gleichen Atemzug kündigte er an: "Die Kläger stehen bereit." Auch, weil in puncto Kosten "schamlos gelogen" werde. Der Alternativ-Vorschlag der Freien Wähler: "Unter dem Bürgerspitalgelände wird lediglich eine Quartiersgarage realisiert mit Zu- und Abfahrt über die Ziegelgasse."

Als es um die Ausgrabungen und Funde auf dem Bürgerspitalgelände ging, wurde der Ton schärfer: "Stadträte haben für die Zerstörung dieses einmaligen Bodendenkmals gestimmt. Diese Stadträte sind aus meiner Sicht Kultur-Vandalen." Die Freien Wähler hätten sich dafür eingesetzt, das Bodendenkmal zu erhalten, es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In Form eines Geschichtsparks Forum Ambergensis.

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