Update 27.06.2018 - 14:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Frevel oder doch nur Pflege?

Für die einen ist es eine dringend notwendige Pflegemaßnahme, die anderen sehen einen schlimmen Naturfrevel darin. Es geht um ein kleines Stück Stadtmauer.

Der Efeu, der die Stadtmauer im Bereich der Jesuitenfahrt bedeckt hat, ist weg, es bleiben die Diskussionen. War es ein Natur- und Denkmalfrevel, wie Achim Hüttner sagt, oder eine notwendige Schutzmaßnahme zum Erhalt der historischen Stadtmauer, wie die Stadtverwaltung argumentiert.

(ass) Für Achim Hüttner, den Vorsitzenden der IG Menschengerechte Stadt war es Frevel. Die Stadtverwaltung hingegen betrachtet es als reine Pflegemaßnahme zum Schutz der historischen Stadtmauer. Ort des Geschehens ist die Jesuitenfahrt, in der ein kleines Gärtchen an der Stadtmauer ein lauschiges Idyll entstanden ist.

(ass) Für Achim Hüttner, den Vorsitzenden der IG Menschengerechte Stadt war es Frevel. Die Stadtverwaltung hingegen betrachtet es als reine Pflegemaßnahme zum Schutz der historischen Stadtmauer. Ort des Geschehens ist die Jesuitenfahrt, in der ein kleines Gärtchen an der Stadtmauer, ein lauschiges Idyll, entstanden ist. Der Pächter dieses Grundstücks, der während der Woche im Ausland weilt, pflegt hier am Wochenende in der Sonne zu sitzen und zu entspannen.
Groß sei seine Überraschung gewesen, als er vor einiger Zeit statt seines kleinen Paradieses eine zertrampelte Fläche vorgefunden habe, schreibt Achim Hüttner in einem Brief an Oberpfalz Medien. Ohne vorherige Anmeldung seien Mitarbeiter der Stadt Amberg in das Grundstück eingedrungen und hätten den Efeu beseitigt, der seit Jahren die Mauer hoch wachse. Anschließend sei die Stadtmauer an dieser Stelle lieblos mit Zementmörtel zugeschmiert worden.
Als Kollateralschaden quasi seien unter anderem ein selbst gepflanzter Mandelbaum und ein Gingko sowie die Pfingstrosen des Pächters zertrampelt worden. Und als Krönung habe die Stadt dann den Mann aufgefordert, sich an den Kosten für die Aktion zu beseitigen. "Amberger Art des Denkmalschutzes", so schreibt Achim Hüttner und stellt einige Fragen dazu: Darf zum Beispiel einfach in ein gepachtetes Grundstück eingedrungen werden? Musste die Aktion auch noch während der Brutzeit der Vögel gemacht werden? Und wer trägt die Verantwortung?
"Anfang April haben sich der zuständige Mitarbeiter beim Baureferat und der Pächter getroffen und über die Beseitigung des Efeus gesprochen", sagt hingegen Thomas Graml von der städtischen Pressestelle. Es sei also keineswegs so, dass die Aktion völlig überraschend gekommen sei. "Der Efeu schädigt die Mauer und deshalb muss er weg", so Graml weiter. Um ihn zu entfernen sei die damit beauftragte Firma mit einem sogenannten Hubsteiger in den Garten gefahren und habe den Efeu entfernt. "Es ist schon logisch, dass die direkt in den Garten reinfahren müssen", begründet Graml die Aktion.
Verwundert zeigt er sich über Achim Hüttners Aussage über die angerichteten Zerstörungen. "Wir haben hinterher nichts mehr gehört davon, bei uns hat sich keiner gemeldet. Weder die Firma, noch der Pächter", so Graml. Und auch zur Kostenbeteiligung kann er Auskunft geben. Tatsächlich sei der Pächter gefragt worden, ob er sich in seiner Eigenschaft als Pächter beteiligen wolle, das habe dieser aber abgelehnt. "Deshalb hat die Stadt die Rechnung alleine bezahlt."

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