Fridays for Future in Amberg: Demonstrationszug mit 80 Teilnehmern

Amberg
23.09.2022 - 17:12 Uhr

Lange war es ruhig um Fridays for Future in Amberg. Nun ziehen sie wieder durch die Stadt und kämpfen für die Klimawende. Allerdings waren es schon mal wesentlich mehr Teilnehmer.

Jetzt sind sie wieder zu hören und zu sehen. Fridays for Future (FFF) hatte für Freitagnachmittag zu einem Demonstrationszug vom Maltesergarten zum Marktplatz aufgerufen. Rund 80 Teilnehmer waren gekommen – und damit wesentlich weniger, als etwa vor einem Jahr, als noch etwa 200 Jugendliche und Erwachsene durch die Innenstadt zogen.

Silas Hummel (16), einer der Organisatoren, zeigte sich mit der Teilnehmerzahl nicht zufrieden. Er erklärte sich das mit den vielen sich überlagernden Krisen (Energie, Corona, Inflation), die gerade die Nachrichten beherrschen. Der Schüler des Max-Reger-Gymnasiums zeigte sich aber auch kämpferisch: "Wir können etwas erreichen und werden etwas erreichen."

Viele ältere Bürger dabei

Er machte unmissverständlich klar: "Die Klimakrise ist da." 2022 sei einer der heißesten Sommer seit den Aufzeichnungen in Deutschland gewesen. Die Teichwirtschaft habe (gerade in der Oberpfalz) gelitten, es habe Waldbrände und Ernteausfälle gegeben. Zeit also, zu handeln.

In den vergangenen Monaten ist es allerdings recht ruhig geworden um die soziale Bewegung. Nachdem sie nun zurück ist, fällt besonders auf: Bei dem Demonstrationszug waren viele ältere Bürger dabei, gar nicht so viele Schüler. Die Antreiber bleiben aber jung. Die Redner sind 16 und 18 beziehungsweise 24 Jahre jung. Neben den Ansprachen war eine Sängerin mit Gitarre auf dem Marktplatz zu hören (eine Textpassage lautete: "Von allein kommt keine Rebellion. Schweigen bringt keine Revolution").

Die 24-jährige Aziza Ernst verglich in ihrer Ansprache den Kampf für eine Klimawende mit dem, was nach der Flutkatastrophe im Ahrtal passierte: "Was hat dort positiv gewirkt? Die Hilfe untereinander und die Politik. Deshalb brauchen wir Solidarität und den Druck auf die Politik."

Dabei gelte es, sich nicht spalten zu lassen. Die Studentin verwies dabei auf eine Panne des AfD-Abgeordneten Harald Weyel. Der hatte, nachdem er dachte, das Mikrofon sei schon ausgeschaltet, bei einer Veranstaltung gesagt, dass er auf einen dramatischen Winter hoffe. Justizminister Marco Buschmann twitterte dazu: "Das zeigt einmal mehr das wahre und beschämende Gesicht der AfD: Sie hat nicht das geringste Interesse daran, etwas für die Menschen in diesem Land zu tun."

"Oma, was ist ein Schneemann?

Die Botschaften der FFF-Anhänger, die sie auf Plakaten und den gestalteten Kartonagen präsentierten, waren hingegen nicht nur ernst, sondern durchaus auch humorig. So war etwa zu lesen: "Klimakrise stoppen – Bier muss kalt bleiben" (ein Argument, das gerade in der Region durchaus zünden könnte). Oder auch "Rettet Olaf", daneben eine Zeichnung der bekannten Disney-Figur aus "Die Eiskönigin". Oder etwas dystopischer formuliert: "Oma, was ist ein Schneemann?"

Die Anliegen nach mehr Klimaschutz, die hier amüsant verpackt sind, bedeuten aber wohl nicht Geringeres als die größte Herausforderung der Zukunft. Deshalb hatten die Demonstranten noch eine andere, an die Politik gerichtete Message, die zu lesen war: "Wir streiken, bis ihr handelt." Und wie Organisator Silas Hummel hofft, auch wieder zahlreicher.

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