07.06.2019 - 14:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Fünf-Flüsse-Radweg durch die Altstadt von Amberg eine Irrfahrt

Mit Touren um Donau, Altmühl, Pegnitz, Vils und Naab wirbt der Fünf-Flüsse-Radweg um Touristen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Ist der Weg durch die Altstadt von Amberg optimal für Radler der Rundroute ausgeschildert? Eine Testfahrt.

Unterwegs auf dem Fünf-Flüsse-Radweg durch die Altstadt von Amberg. An dieser Stelle ist der Radtourist schon mal falsch. Die Schilder weisen nicht eindeutig den Weg.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

"Kann ich Ihnen behilflich sein?", fragt der ältere Herr in hellem Hemd mit Sommerhut und Gehstock. Der Amberger hat Zeit, um einer ratlosen Radtouristin im Schatten des Vilstores auf die Sprünge zu helfen. Der Weg hat sie zuvor auf dem Fünf-Flüsse-Radweg von Sulzbach-Rosenberg kommend zum Stadteingang von Amberg geschickt. Dort zeigt ein Hinweisschild nach links. Diesem folgend geht es einige Meter am Pfalzgrafenring entlang. Das Vilstor lädt dazu ein, hindurchzufahren. Dazu trägt auch ein Schild bei, das die Tourist-Information und die Innenstadt in diese Richtung ausweist. Also verlässt die Radler-Gruppe den ursprünglich anvisierten Weg, und biegt dort ein. "Wir haben das gemacht, weil wir ja in Richtung Innenstadt wollten", sagt Bernd Lehnik-Habrink. Er kommt aus Brandenburg und ist mit Freunden auf dem Fünf-Flüsse-Radweg unterwegs. Von Nürnberg aus führte seine erste Etappe nach Amberg.

Eigentlich hätte die Gruppe dem Radweg folgen und zum Bahnhof hinauf radeln sollen. Jetzt ist sie in der engen Ziegelgasse gelandet - und muss entgegen der Einbahnstraße den Weg bis zur Fußgängerzone zurücklegen. Dieser Streckenverlauf ist eng, es gibt Kopfsteinpflaster und Stolperstellen. Besser für die Radfahrgruppen ist, das Ziegeltor rechts liegen zu lassen. Dann kann man sich vom Radweg leiten lassen bis zur Bürgerkugel.

Aber dann? Auch dort fehlt ein weiteres Schild. Wo bitte geht es weiter auf dem Fünf-Flüsse-Radweg? Ein Plakat verkündet, dass Christus der Weg ist. Für Radtouristen sicher ein Hinweis, aber ist es auch der entscheidende?

Auf gut Glück geht es weiter Richtung Stadtmitte. "Dorthin wollten wir auch", sagt Bernd Lehnik-Habrink. Die Baustellen hätten die Wegführung allerdings zusätzlich erschwert. Würde sich noch jemand umdrehen, so wäre ein Blick auf ein Fünf-Flüsse-Schild zu erhaschen. Es ist lediglich auf der anderen Seite angebracht. Die Gruppe radelt durch bis zum Marktplatz, gönnt sich eine kleine Pause und stellt die Fahrräder ab. Aber dann? "Hier müsste unbedingt noch ein Hinweis hin, dass es vor der Kirche links reingeht." Der Weg soll ja durch die malerische Schiffgasse an der Stadtbrille vorbeiführen. Die sechsköpfige Gruppe kommt schließlich an der Sehenswürdigkeit und am Ufer der Vils inmitten der Altstadt an.

Es werden Handys gezückt und Fotos geschossen, dann geht es weiter. Das Fazit: "Außerhalb der Ortschaften ist der Fünf-Flüsse-Radweg gut beschildert." Innerhalb gebe es noch deutlich Luft nach oben. Aber zur Not helfen auch die Einheimischen gerne weiter.

Wer mit dem Rad durch das Vilstor kommt, muss spätestens an einer 17 Zentimeter hohen, abschüssigen Treppenstufe absteigen.
Markierungen, die schon einmal bessere Zeiten gesehen haben: auf dem Fünf-Flüsse-Radweg in Richtung Amberger Bahnhof unterwegs.
Am Bahnhofsvorplatz verläuft die Suche nach einem Schild, wohin der Fünf-Flüsse-Radweg führen könnte, negativ. Dafür spricht Christus auf einem Plakat von einem Weg.
Der Eingang zur Altstadt vom Bahnhof aus: Hier sollen die Radtouristen auf dem Fünf-Flüsse-Radweg in Richtung Marktplatz gelotst werden. Eine Hinweistafel fehlt.
Wer vom Bahnhof kommt, sieht von diesem Schild leider nichts.

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