27.03.2020 - 12:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Für Gastronomie und Kleinbetriebe: Strom-Abschlag nur noch halb so hoch

Wegen der Corona-Pandemie müssen unzählige Gasthäuser, Restaurants und Kleinbetriebe schließen. Damit sinken die Einnahmen zwangsläufig auf null. Aber das gilt auch für den Stromverbrauch. Maximilian Winkler brachte das auf eine Idee.

Wer seinen Laden oder sein Lokal schließen muss, hat seine Rechnungen dennoch zu bezahlen. Die Mundwinkel hängen dann natürlich erst mal nach unten.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

In Zeiten der Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen ist der Junior-Chef der Amberger Brauerei in Gedanken bei den mehr als 50 Pächtern und Gastronomen, die das Winkler-Sortiment verkaufen. Sie alle müssen nun mit sinkenden Einnahmen leben. Die Brauerei selbst könne da keinen Schutzschirm aufspannen: "Wir sind selbst direkt betroffen und können jetzt nicht jedem Geld überweisen", sagt Maximilian Winkler, der aber eines konnte: "Ich habe mir Gedanken gemacht, wer jetzt alles Geld abbucht." Wenn es um Kostenreduzierungen geht, komme man bei Krankenkassen zum Beispiel erst mal nicht weiter. Aber vielleicht bei den Stadtwerken.

Der Vorschlag von Winkler, auf Teile der Strom-Abschlagszahlungen zu verzichten, fand bei der städtischen Tochtergesellschaft Gehör, wie Unternehmenssprecherin Karoline Gajeck-Scheuck bestätigt: "Als schnelle, unkomplizierte Hilfe bieten die Stadtwerke Amberg den betroffenen Kleinunternehmen an, die monatliche Abschlagspauschale für die Fälligkeiten 30. April und 31. Mai auf die Hälfte zu reduzieren."

Genau das war es, was Winkler vorgeschlagen hatte: "Wer 100 Essen kocht, braucht viel Strom. Und wer keine 100 Essen kocht, braucht weniger Strom." Mit anderen Worten: Spätestens bei der Jahresabrechnung hätten die Gastronomen und Ladenbesitzer mit Rückerstattungen rechnen dürfen. So komme ihnen dieser Vorteil schon jetzt zugute und nicht erst irgendwann: "Das hilft jedem jetzt schon etwas."

Zumal sich der Aufwand laut Gajeck-Scheuck in Grenzen hält. Sie beschreibt das Prozedere: "Wir benötigen nur ein Foto vom aktuellen Zählerstand und eine Erklärung für die Reduzierung, beispielsweise, dass die Schließung angeordnet wurde und sich damit der Strom-, Gas-, Wasserverbrauch deutlich reduziert hat." Foto und Erklärung sind per E-Mail an die Adresse kundencenter[at]stadtwerke-amberg[dot]de zu senden. Mehr nicht. Sehr zur Freude von Maximilian Winkler: "Man schickt einfach ein Handy-Foto und bekommt sofort eine Rückmeldung." Einfacher gehe es nicht. Noch etwas weiß der Unternehmer zu schätzen: "Ich finde es gut, dass die Stadtwerke gleich zwei Monate daraus gemacht haben." Und dass sie ihr Entgegenkommen auf die Kleinbetriebe ausgeweitet haben, denn sein Vorstoß habe sich auf die Gastronomie beschränkt. Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Prechtl wollte aber ganz bewusst auch andere Branchen mit ins Boot nehmen: "Uns ist wichtig, gemeinsam gut durch diese Krise zu kommen."

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