04.09.2018 - 17:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Hier funktioniert das Ehrenamt

Es hätte ein lauer Sommerabend auf der Dachterasse im Weißglut werden sollen. Doch der Regen machte der CSU einen Strich durch die Rechnung. Die allerdings nahm's gelassen und würdigte diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Meinungsaustausch mit der Ehrenamtsbeauftragten (von links): Leo Lieret, Gudrun Brendel-Fischer, Harald Schwartz, Christian Schafbauer und Max Grosser.

Da haben die "Schwarzen" den für das Wetter zuständigen Thomas Bärthlein neben Harald Schwartz, Martin Preuß und Henner Wasmuth im Kandidaten-Quartett, aber trotzdem war der CSU-Sommerempfang für Ehrenamtliche ziemlich bis kräftig verregnet.

Es hätte ein lauer Sommerabend auf der Dachterrasse des Restaurants Weißglut werden sollen, sagte Stefan Ott, Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Amberg. Das Wetter müsse man nehmen, wie es komme. Den kräftigen Regenschauer wertete Landtagsabgeordneter Harald Schwartz humorvoll als "Applaus von oben". Richtungsweisend werde die Wahl am 14. Oktober sein. Ungewohnt sei die Situation, dass man in CSU-Kreisen nicht mehr darüber spekuliere, wie viele Prozent man jenseits der 50 Prozent einfahren werde, sondern ob man die 50 Prozent erreiche. Mit Markus Söder als Spitzenkandidat habe man in Bayern gute Chancen. Schwartz bezeichnete den Ministerpräsidenten als "einen Politiker mit Herzblut, der unglaublichen Einsatz für Bayern zeigt".

Zum Abend für Ehrenamtliche hatten er und Ott die fränkische Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer eingeladen. Erst im März war sie zur Ehrenamtsbeauftragten der bayerischen Staatsregierung ernannt wurde. In Bayern seien die Menschen mehr als in ganz Deutschland mit ihrer Heimat verbunden, in Bayern liege der Anteil an ehrenamtlich tätigen Mitbürgern weit über dem Bundesdurchschnitt, und das mache dieses Bundesland damit so lebenswert, erklärte der Ehrengast.

Auch für Amberg und die Region gelte: "Wir reden nicht rum, wir machen" - sei es für Sport-, Trachten-, Schützen- oder Heimatvereine, bei Feuerwehr, BRK, THW, DLRG, Kirchen oder Selbsthilfegruppen. Die Abgeordnete bedauerte, viele könnten ihr Ehrenamt nur befristet ausüben, weil es vielfach mit der Familienplanung oder der Mobilität für den Arbeitsplatz nicht in Einklang zu bringen sei. Bayern gehe nun neue Wege, verlagere Behörden in die Regionen und schaffe damit Arbeitsplätze vor Ort. Ehrenamtlich tätige Mitarbeiter seien bei Arbeitgebern geschätzt, würden aber in kleinen Betrieben zum Problem, wenn während der Arbeitszeit plötzlich ein Einsatz ansteht.

Als kleine Anerkennung diene die Ehrenamtskarte, so Gudrun Brendel-Fischer. Denn damit seien in Bayern viele Vorteile verbunden, die sich die Betreffenden verdient hätten. "Außerdem denken wir derzeit über steuerliche Vorteile sowie über eine Erhöhung der Ehrenamtspauschale und die Übungsleitervergütung nach." Von 36 000 Euro auf 45 000 Euro solle die Besteuerungsgrenze für Sportvereine angehoben werden. Im Gespräch sei ein freiwilliges soziales Schuljahr, bei dem Schüler etwa zwei Stunden wöchentlich in Kita, Kindergarten oder in Seniorenheimen tätig sind.

Wer später für eine berufliche Bewerbung sein Zertifikat vorlegen kann, habe sicher Vorteile. "Wir können in Amberg mit Stolz behaupten, dass hier das Ehrenamt funktioniert und hoch angesehen ist", sagte Martin Preuß und meinte, dies sei auch der örtlichen Koordinierungsstelle für das Ehrenamt zu verdanken.

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