18.03.2019 - 10:32 Uhr
AmbergOberpfalz

Ganz Amberg soll blühen

Insektenschutz ist mehr als ein Volksbegehren. Catherine Dill und Beate Mastel arbeiten schon zwei Jahre lang an diesem Thema. Sie wollen Amberg zu einem Paradies für Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten machen.

Catherine Dill (links) und Beate Mastel (rechts) machen kräftig Werbung für die Aktion „Amberg engagiert – für Insekten“. Sie soll unsere Stadt zum Blühen bringen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Normalerweise kennt man Beate Mastel und Catherine Dill aus der Freiwilligenagentur der Stadt Amberg. Die beiden Frauen haben einige Mitstreiter und Organisationen um sich geschart, um Amberg zum Paradies für Insekten zu machen. Catherine Dill macht eine deutliche Vorgabe: "Amberg hat 44 000 Einwohner, wir wollen daher 44 000 Quadratmeter zusätzliche Blühflächen in der Stadt schaffen.

Wie das geht, haben sie sich auch schon überlegt. Unter anderem werden sie am 1. April kostenlos Blühsamen an die Bevölkerung ausgeben, um einen direkten Anstoß zu geben. Gefragt ist aber unter anderem auch die Stadt Amberg. Die soll auf einigen Flächen auf den regelmäßigen Grasschnitt verzichten und der Natur ihren Lauf lassen. Das erfordert aber auch Toleranz und ein bisschen grüne Nachsicht vonseiten der Bevölkerung. "Oft ist es ja so, dass die Stadt eine Fläche nur zweimal im Jahr mähen will", sagt Catherine Dill. "Aber dann rufen die Leute an und beschweren sich und dann mähen sie bis zu sieben Mal."

Wichtig ist Dill und Mastel, dass sie sich vom Volksbegehren "Rettet die Bienen" in gewisser Weise abgrenzen wollen. "Wir wollen die Haushalte erreichen", geben sie als Ziel aus. "Wir arbeiten mit Multiplikatoren." Der Anfang ist durch eine Auftaktveranstaltung im Januar gemacht, am 20. März liegt der Oberpfälzer Wochenzeitung OWZ, die zu den Oberpfalz-Medien gehört, der Flyer der Initiative bei. Die Oberpfalz-Medien sind übrigens ebenso als Partner dabei wie unter anderem der Bund Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz, der Naturpark Hirschwald aber auch der Fischereiverein oder die Stadtwerke Amberg.

AefI, nennt sich die Gruppierung offiziell: Amberg engagiert - für Insekten... weil sie mehr als nur Kunstwerke der Natur sind. Möglichst vielfältig sollen die Aktivitäten ausfallen, möglichst bunt und blühend. Beate Mastel schwärmt zum Beispiel von großen Blühsäcken, die in der Fußgängerzone an den Geschäften aufgehängt werden könnten. "Jeder Quadratmeter zählt, auch auf den Fensterbrettern oder Balkonen." Als Gegenbeispiel führt sie die modernen Gärten auf, die teilweise nur noch aus Steinen bestehen und damit zwar pflegeleicht aber auch insektenfeindlich sind.

Die erste Resonanz ist gut. "Derzeit überrollt uns das Ganze etwas", sagt Catherine Dill und erzählt, dass sie bereits Zusagen über rund 12 000 Quadratmeter Blühfläche hat. Wichtig ist den beiden Frauen, die Kinder zu erreichen. Die könnten zum Beispiel Raupen züchten, um das Werden eines Schmetterlings hautnah mitzunehmen. Sie sollen aber auch lernen, wie eine richtige Blühwiese aussieht. "Jeder kann etwas tun. Wir wollen im kleinen Rahmen anfangen und dann größer werden."

Die Initiatoren der Aktion arbeiten mit dem Faktor Spaß. Wer mitmacht, soll das gerne tun, soll den blühenden Erfolg seines Tuns hautnah miterleben können. Dabei sind dem absolute keine Beschränkungen gesetzt. "Wir werden an der Stadtgrenze nicht aufhören", sagt Catherine Dill und blickt schon mal über 2019 hinaus. Vielleicht geht es ja 2020 und eventuell nehmen sich andere Städte ein Beispiel an dieser Initiative aus Amberg. "Es ist Zeit, dass man etwas tut", sagen die beiden Frauen - und das meinen sie auch so.

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