Weil sie ansonsten nur für das Allernötigste Geld hat, fährt die junge Frau immer wieder ohne Ticket im Nahverkehr.
Der Prozess vor Jugendrichter Peter Jung dauerte nur eine halbe Stunde. Doch was darin zur Sprache kam, glich einer Tragödie. Die Frau ist seit Jahren auf sich allein gestellt. Und sie geriet in den Drogensumpf. Eine geordnete Entwicklung der Lebensbahnen ließ die Sucht bald nicht mehr zu: Ausbildungen abgebrochen, Einweisung in Kliniken, Vorstrafen.
Die junge Frau verließ Amberg, wohnte in Oberbayern und wurde wiederholt dabei ertappt, wie sie in Nahverkehrsbahnen ohne Fahrkarte unterwegs war. Darum ging es jetzt auch bei dieser Verhandlung vor Richter Jung. Die Angeklagte gab das zu und der Vorsitzende hörte auch, dass sich zwischenzeitlich vor der 19-Jährigen eine Art Schuldenfront aufgebaut hat. Die vierstellige Summe resultiert offenbar vornehmlich aus Vertragsstrafen, die nach den Schwarzfahrten fällig wurden.
Eine prekäre Lage. Sie soll sich nun nach der Rückkehr der Frau in ihre Heimatstadt Amberg ändern. Bei der Mutter mochte sie nicht bleiben. Also hat sie jetzt eine eigene Wohnung und wird betreut. "Ja, diese Drogenprobleme", blickte der Richter sorgenvoll in Richtung der Beschuldigten. Fast jede Woche hat er mit solchen und ähnlichen Fällen zu tun.
Im Einklang mit Staatsanwältin Raphaela Etzold verhängte der Jugendrichter einen Freizeitarrest. Damit muss die 19-Jährige nach vorangegangenen Verwarnungen erstmals für wenige Tage hinter Gitter.













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