27.10.2020 - 17:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Mit einer Gegenstimme in die "Gesundheitsregion plus" Amberg

Zügig hat der Kreisausschuss am Montag seine Tagesordnung abgehandelt. Lediglich beim Beitritt zur "Gesundheitsregion plus" Amberg wurde ein wenig hin und her diskutiert. Bis auf Grünen-Kreisrat Peter Eckert stimmten alle dem Beitritt zu.

Der Gesundheitstag im Landratsamt, bei dem stets begehbare Modelle von Organen wie dieser Darm auf besonderes Interesse stoßen, dient auch der Prävention. Diese ist auch eines der Ziele der "Gesundheitsregion plus" Amberg.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Stadt und Landkreis sollen ab 1. Januar 2021 als gemeinsames Netzwerk "Gesundheitsregion plus" zusammenarbeiten. Die Kosten pro Gebietskörperschaft im nächsten Jahr gab die Verwaltung mit bis zu 14.240 Euro an. Sollte danach aber die Förderung für die "Gesundheitsregion plus" auslaufen, würde der finanzielle Beitrag des Landkreises bei rund 40.000 Euro liegen. Auf Nachfrage von Freie-Wähler-Kreisrat Peter Dotzler zur Nachhaltigkeit erklärte Landrat Richard Reisinger, es gebe keine Sicherheit, dass die Förderung verlängert werde. Der Landkreis-Chef gab zu bedenken, dass immer mehr Formate des Freistaats auf die Gesundheitsregionen zugeschnitten seien. Das gemeinsame Gesundheitsamt von Amberg und Amberg-Sulzbach sei ebenfalls gefordert, den Gesundheitsregionen zuzuarbeiten. Peter Eckert (Bündnis 90/Die Grünen) kündigte an, dem Beitritt zur "Gesundheitsregion plus" nicht zuzustimmen. Für das Geld sollte man lieber eine Krankenschwester einstellen, so seine Meinung. Bernhard Lindner (CSU) schlug vor, eine Weiterführung nach 2021 von der Förderung abhängig zu machen. Dies wurde dann auch so in den Beschluss aufgenommen.

Als Mediziner verteidigte Martin Pöllath (FDP/FWS) die Gesundheitsregionen. Ziel sei, die ärztliche und pflegerische Versorgung, aber auch die Prävention zu verbessern. "Aus meiner Sicht ist das ein Konzept, das sinnvoll ist für uns", sagte er. Selbst wenn 40.000 Euro zu bezahlen seien, "das ist ein Geld, das gut investiert ist". Landrat Richard Reisinger war es wichtig, zu betonen, dass der Landkreis aber mit seinen Kommunalunternehmen Krankenhäuser unabhängig bleibe. Bis auf Peter Eckert stimmten alle dem Beitritt zur "Gesundheitsregion" plus Amberg zu.

Ausbildungsverbund Pflege mit Amberg

Einverstanden zeigten sich die Amberg-Sulzbacher Kreisräte bei der Kreisausschuss-Sitzung mit der Schaffung einer gemeinsamen Koordinierungsstelle des Ausbildungsverbundes Pflege mit der Stadt Amberg. Die Stelle soll ab Januar durch die Stadt Amberg besetzt werden und ist bis Ende 2021 befristet. „Das ist mehr als sinnvoll“, sagte Landrat Richard Reisinger im Hinblick auf die generalistische Ausbildung von Kranken- und Altenpflege. Laut Reisinger plant der Landkreis einen weiteren Ausbildungsverbund „in den fränkischen Raum hinein“. Dieses Gebiet sei nämlich für Amberg-Sulzbach ebenfalls Einzugsgebiet von Patienten – und auch Auszubildenden. Für die Koordinierungsstelle mit Amberg sind 4300 Euro in den Kreishaushalt 2021 einzustellen.

Zustimmung zum SkF-Frauenhaus

Der SkF errichtet für die Stadt Amberg und den Landkreis ein Frauenhaus mit fünf Plätzen. Das sei die Ideallösung, erklärte Landrat Richard Reisinger im Kreisausschuss und verwies darauf, dass der Landkreis bisher in einem Verbund mit Schwandorf gewesen sei. Die andere Seite: „Schwandorf steht jetzt ohne uns da.“ An die Adresse des Nachbar-Landkreises richtete Reisinger „den Dank für ein gutes Miteinander.“ Ergänzend hieß es, dass der Stadtrat Amberg bereits im September der Errichtung des Frauenhauses mit fünf Plätzen durch den SkF als Träger zugestimmt habe.

Förderung für OTH-Technologiecampus

Einer Förderung des Technologiecampus an der OTH Amberg-Weiden für die nächsten fünf Jahre stimmten die Mitglieder des Kreisausschusses zu. „Das ist auch ein Stück weit ein Bekenntnis zu unserer Hochschule“, machte Landrat Richard Reisinger deutlich. Angesichts der Tatsache, dass 80 Prozent der OTH.Absolventen in der Region blieben, sei das „die beste Förderung für den ländlichen Raum“. Kämmerer Anton Weber ergänzte, dass nun auch der Landkreis Schwandorf mit im Boot sei – neben Amberg-Sulzbach, Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und den Städten Amberg und Weiden. Der Mitgliedsbeitrag, den Amberg-Sulzbach zu zahlen hat, liegt bei 20 000 Euro.

Info:

Angesichts steigender Fallzahlen von Corona-Infektionen hat Landrat Richard Reisinger zu Beginn der Kreisausschuss-Sitzung am Montag bekannt gegeben, was auf politischer Ebene stattfinden kann – und was nicht.

  • Solange es verantwortbar ist, soll der politische Betrieb mit Kreistags- und Ausschuss-Sitzungen aufrecht erhalten bleiben.
  • Sitzungen von Bündnissen und Netzwerken hingegen werden bis auf Weiteres gecancelt.
  • Ob die geplante Verabschiedung der Kreisräte, die zum 1. Mai aus dem Gremium ausgeschieden sind, wie geplant stattfinden kann, wird nächste Woche entschieden.
  • Der Jahresabschluss des Kreistags wird zwar als reguläre Sitzung in der Krötensee-Turnhalle abgehalten, die sich sonst anschließende gemütliche Weihnachtsfeier ist gestrichen.

Amberg ist seit 2018 "Gesundheitsregion plus"

Amberg

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